Weinen in der Winterkälte
von Georg Petermichl
Wien, 10. Dezember 2008. Ein Aktenordner, ein Aschenbecher, eine Mineralwasserflasche. Manchmal braucht das Theater nur den Bruchteil seiner üblichen Requisite, um den Bogen zum wahrhaftigen Leben zu schließen. Das Wiener Theater in der Josefstadt ist zwar berüchtigt für gut ausstaffierten, farbenfrohen Boulevard mit Nostalgieeffekten. Mit der Eröffnung seiner Probebühne hat es aber soeben einen neuen Seitenweg eingeschlagen. Raphael Schuchter steht hier auf den roh belassenen Brettern einer Sockelbühne, wenn er als Friedrich Zawrel aus dem Leben eines Folteropfers der NS-Kinder-Euthanasieanstalt "Am Spiegelgrund" berichtet.















