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archiv » Nordiske Impulser Festival (3)
Nordiske Impulser Festival

altBörse und Bordell

von Regine Müller

Bergen, 31. Mai 2012. In Norwegen kommt der Frühling spät, aber mit Macht. Die alte Hansestadt Bergen liegt zwar am wärmenden Golf-Strom und ist für ihre Lage im hohen Norden relativ mild temperiert, dennoch herrschen hier Ende Mai, wenn seit nunmehr sechzig Jahren das "Bergen Festival" eröffnet, noch sparsame Temperaturen – letztes Jahr soll es sogar geschneit haben. Diesmal aber, pünktlich zum 60-jährigen Geburtstag des größten Mehrspartenfestivals in Skandinavien, ist der Frühling direkt in den Sommer übergegangen. Alles blüht gleichzeitig, die Nächte sind hell, es herrscht eine gehobene, aufgekratzte Stimmung. Gerade recht für ein Festival, das immer schon als "Frühlingsrausch" – so Intendant Per Boye Hansen – gedacht war, als explosionsartiges Erwachen aus langer, regenreicher (Bergen ist die Regenhauptstadt Europas!) Winterstarre.


Nordiske Impulser Festival

Postmoderne Nummernrevue

von Dirk Pilz

Bergen/Norwegen, 4. Juni 2007. Kurz vor Schluss kommt dann doch noch Hamlets Monolog. Sein oder Nichtsein. Der Schauspieler Zsolt Nagy hockt unter den Zuschauern und mampft stumme Laute. Er verzerrt das Gesicht, quält sich einzelne Sätze ab, bis die Mitspieler ihm den Text abnehmen. Dann springt Nagy auf, hält sich den Kopf und singt: "May be, I'm crazy." Also ein Verrückter?


Nordiske Impulser Festival

Ändere das Theater, denn es braucht es!

von Dirk Pilz

Bergen/Norwegen, 1. Juni 2007. Der Autor selbst war sich nicht sicher. Noch kurz vor seinem Tod hat Bert Brecht für "Die Maßnahme" ein Aufführungsverbot erlassen. Er fürchtete, das Stück könne als stalinistisches Terror-Drama missverstanden werden. Nicht zu unrecht, wie sich erwiesen hat. Gleichzeitig hat er aber in einem seiner letzten Gespräche "Die Maßnahme" als jenes Stück bezeichnet, das die Form des Theaters der Zukunft enthalte. Möglicherweise hat er auch damit Recht behalten.


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