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archiv » Das letzte Kleinod (3)
Das letzte Kleinod

Flucht vor den Fronten

von Hartmut Krug

Frankfurt/Oder, 3. August 2016. Es beginnt mit Kindheitserinnerungen. Sechs Kinder aus Ostpreußen, Russland, Polen und Litauen erzählen von einem als normal empfundenen Leben: Marions Großvater hatte ein Schloss gekauft, Vladimir war in der Roten Armee, Irinas Mutter war Kellnerin, Anneliese kam als letztes von fünf Kindern einer Magd zur Welt, und Joanna wurde wie Zenon 1935 geboren, sie in Gdynia, er in Vilnius.


Das letzte Kleinod

Mit Unterwasser-Erfahrung

von Andreas Schnell

Geestenseth, 1. Juli 2015. "It was a loooong time ago...", raunt es am Ende. Etwas genauer gesagt: 100 Jahre ist es her. 1915 nämlich hatte das Dampfschiff "Goetzen" Stapellauf, fern der Heimatwerft: Gebaut in Papenburg, wurde das Schiff auf dem Tanganjika-See in Tansania, dem damaligen Deutsch-Ostafrika, zu Wasser gelassen. Den Weg dorthin machte es in mehreren Tausend Kisten. Ein Jahr dauerte der Zusammenbau vor Ort. Im Krieg wurde die "Goetzen" in ein Hilfskriegsschiff umgebaut und 1916, als die Kolonie verloren war, versenkt, die wichtigsten Teile gut eingefettet, damit sie eines Tages wieder gehoben werden konnten. Das besorgten die Belgier, die das Schiff in "Liemba" umtauften, unter diesem Namen befährt es noch heute den Tanganjika-See.


Das letzte Kleinod

Ablaufende Hoffnungen

von Andreas Schnell

Geestenseth, 20. November 2014. Im Grunde erzählt "November und was weiter" kaum etwas, was nicht wissen könnte, wer der medialen Berichterstattung zum Thema nicht völlig borniert gegenübersteht. Dass sich hinter den Zahlen aus den Nachrichten Menschen verbergen, die nicht aus Schierschandudel den Weg nach Europa auf sich nehmen, vielleicht mit dem Zweck, "uns" in Europa etwas von unserem vermeintlichen oder realen Wohlstand wegzunehmen. Dass es sehr oft junge Menschen sind, die ihre Familien zurücklassen und für den Weg deren Ersparnisse aufbrauchen, um dann, in Europa angekommen, entweder gleich wieder zurückgeschickt zu werden oder aber nicht tun zu können, was der Zweck der Reise war: Geld für die Daheimgebliebenen verdienen, um deren Armut zu lindern. Dass sie die Flucht als letzten Ausweg sehen, um der ständigen Bedrohung ihres Lebens zu entkommen. Dass der Weg in Richtung Sicherheit erneut eine Bedrohung für ihr Leben bedeutet. Und dass Tausende es nicht bis an ihr Ziel schaffen. All das kann man wissen. Und doch trifft dieses Stück einen Punkt.


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