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archiv » Edinburgh International Festival (8)
Edinburgh International Festival

Ausflüge in die Komik des menschlichen Seelenlebens

von Ulrich Fischer

Edinburgh, 21. August 2010. Alistair Beaton nennt sein neues Stück "Caledonia", ein alter keltischer Name für Schottland. Tatsächlich hat der für seine ätzende Kritik ebenso berüchtigte wie beliebte Satiriker vor, sein schottisches Vaterland zu porträtieren. Beaton greift dazu auf eine historische Episode aus dem 17. Jahrhundert zurück . Viele Nationen nahmen sich ein Stück vom Kuchen und gründeten Kolonien – Schottland wollte auch seinen Teil. Gegen die Skepsis von Realisten malte der unternehmungslustige William Paterson die Aussichten rosig: Reichtum ohne Anstrengung, Luxus ohne Reue, Glück auf Dauer – und selbstredend kein Risiko.


Edinburgh International Festival

Lost Generation 2010

von Ulrich Fischer

Edinburgh, 14. August 2010. Edinburgh verwandelt sich im August jedes Jahr aufs Neue zur Kulturhauptstadt der englischsprechenden Welt. Das Fringe übertreibt nicht, wenn es sich als "größtes" Festival der Welt bezeichnet, freie Gruppen treten an allen möglichen und unmöglichen Podien auf, von morgens bis in die Nacht, drei Wochen lang. Ein Filmfestival, ein Buch- und ein Jazzfestival ziehen viele Interessierte an. Aber im Zentrum steht das Edinburgh International Festival, ebenso wichtig wie Avignon und Salzburg auf dem Kontinent. Konzert und Oper, Tanz und Schauspiel der Weltklasse werden präsentiert.


Edinburgh International Festival

Eine irische Dreifaltigkeit

von Theresa Valtin

Edinburgh, 3. September 2009. Das Gate Theatre aus Dublin feierte beim diesjährigen Edinburgher Festival den 80. Geburtstag Brian Friels, des wohl bedeutensten irischen Theaterautors der Gegenwart, mit der Aufführung drei seiner Stücke. Der 1929 geborene Friel schreibt seit einem halben Jahrhundert wegweisendes Theater. In der Ruhmenshalle irischer Dramatiker steht er neben Samuel Beckett, J.M. Synge and Sean O’Casey. Mit seinem poetischen und teils surrealen Stil, mit seiner Begabung, Wort und Bedeutung intelligent zu verschlingen, und mit Meisterwerken wie "Philadelphia", "Here I Come!"," Tranlastions" und "Dancing in Lughnasa" hat der in Derry geborenen Schriftsteller Irlands Theaterlandschaft entscheidend geprägt und sich einen Platz unter ihren Heiligen gesichert.


Edinburgh International Festival

Pompöses Böses

von Theresa Valtin

Edinburgh, 19. August 2009. Für den Fall, dass die Finanzkrise mittlerweile auch Rumänien erreicht hat, scheint Regisseur Silviu Purcarete noch nichts davon mitbekommen zu haben. Seine monumentale Inszenierung von Goethes "Faust" geht mit allen Mitteln überaus verschwenderisch um. Die spektakuläre Produktion wird von einer 100 Mann starken Besetzung auf mehreren Bühnen in einer Landwirtschaftshalle außerhalb der schottischen Hauptstadt dargeboten. Der Effekt bleibt nicht aus, mit seinem Radu Stanca Nationaltheater Sibiu raubt Purcarete dem Publikum des Edinburgher Festivals den Atem.


Edinburgh International Festival

Heimat, was ist das?

von Theresa Valtin

Edinburgh, 16. August 2009. Dass in diesem Jahr, in dem Schottland mit dem Motto "Homecoming" um seine Auswanderer in aller Welt wirbt und das Edinburgher Festival insgesamt die Aufklärung zum Thema hat, in deren Rahmen Großbritannien zur größten Seefahrtsnation der Welt wurde, ein Stück names "Diaspora" auf dem Programm steht, dürfte nicht weiter verwundern. Dass sich dieses Stück anstatt mit der eigenen Nation jedoch mit asiatischen Immigranten beschäftigt, kann schon eher überraschen.


Edinburgh International Festival

Kein Entkommen

von Theresa Valtin

Edinburgh, 27. August 2008. Unter dem Titel "Künstler ohne Grenzen" präsentierte Festivalleiter Jonathan Mills das diesjährige Programm des Internationalen Festivals Edinburgh, das zweite seiner Amtszeit. Ihm ging es dabei um eine Auseinandersetzung mit den politischen, sozialen und kulturellen Grenzen und Herausforderungen, denen sich die Europäische Gemeinschaft seit ihrer Erweiterung gegenübersieht.


Edinburgh International Festival

Von der Schicksal-Tolpatschigkeit des Menschen

von Lena Schneider

Edinburgh, 19. August 2007. Juno ist zornig. "Ich will Aeneas unter Wasser sehen", singt Kamala Sankaram auf italienisch, eine Säule im bodenlangen Kleid, unverrückbar in der Bühnenmitte des Royal Lyceum Theatre. Troja, Aeneas Heimat, liegt in Schutt und Asche. Nun will er in die Welt hinaus fahren, um eine neue zu finden. Aber die Sterne stehen nicht gut.


Edinburgh International Festival

Mit der Faust im Mund

von Lena Schneider

Edinburgh, 3. August 2007. Noch gehört die Stadt den Schotten. Noch. Streift man Anfang August durch Edinburgh, fühlt sich das, trotz des beharrlichen Sommerwindes, an wie die Ruhe vor dem Sturm. Spätestens ab Mitte August, zur Hochzeit des Edinburgh Festivals, werden Schotten und Schottisches hier zur Rarität werden, dann schwappt die Welt in diese sonst eher betuliche, granitene Stadt und ihre Einwohner (knapp eine halbe Million) werden zur ebenso bestaunten Attraktion wie ihre Royal Mile oder die Princes Street.


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