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archiv » Rote Fabrik Zürich (5)
Rote Fabrik Zürich

Das Wahre im digitalen Spiel

von Geneva Moser

Zürich, 13. Dezember 2016. Was soll zeitgenössisches Theater und wo führt es hin? Dass sich das Theater selber diese Frage stellt, ist nun keine Eigenheit der Digitalbühne Zürich (früher: 400asa). Auch, dass die Digitalisierung und Virtualisierung der Welt die darstellenden Künste wesentlich verändert, hat die Digitalbühne nicht als erste und einzige festgestellt. Mit ihrer Inszenierung "Tintagiles Tod", einem interaktiven, teilweise digitalen Forschungslabor, gelingt es ihnen aber dennoch kreativ und experimentierfreudig an die ewige Schlaufe der Selbstreflexion und Selbstlegitimierung heranzutreten – vielleicht mit etwas zu hoch gesteckten Ambitionen.


Rote Fabrik Zürich

Abgefahren

von Julia Stephan

Zürich, 7. Juni 2014. Autos machen mobil? Autos sind doch vor allem Bonzen-Wagen, Aufschneider-Schlitten, Blechbüchsen, sind Mittelstandskarossen und Oldtimer. Wir brauchen ihre Fahrer nicht zu kennen, um über deren charakterliche Schwächen und Selbstbild Bescheid zu wissen. Hinter der massenproduzierten Ware versteckt sich sicher irgend ein biederer Mittelständler, der Aufschneider-Schlitten dient bestimmt als Potenzkrücke eines armen Würstchens, mit dem gepflegten Oldtimer versilbern sich reiche Pensionäre auf sonntäglichen Fahrten ihren Lebensabend. Wir wissen das. Schließlich haben uns die Werbesprüche der Automarken bereits einen bestimmten Lifestyle eingeflüstert: "Nichts ist unmöglich", dröhnt Toyota, BMW gibt uns "Freude am Fahren" und Mercedes will "Das Beste oder nichts". Für uns.


Rote Fabrik Zürich

Lass mich den Alien auch noch spielen

von Julia Stephan

Zürich, 5. Mai 2014. In der Science-Fiction-Komödie "Mars Attacks!" vollführt die US-Regierung vor einer Armada kriegsgeiler Marsmenschen, die die Erde umzingelt hält, ein wahrhaft außerirdisches Diplomatentheater: Noch bevor der erste Alien seinen Fuß auf die Erde gesetzt hat, reichen Politiker den Fremden in Fernsehansprachen staatsmännisch die Hand zum Dialog, sehen Wissenschaftler im grünen Männchen bereits den besseren Menschen und orientierungslose Esoteriker den Überbringer einer Heilsbotschaft. Doch die Männer vom Mars haben eigene Pläne: Sie wollen töten. Nur will das auf der Erde niemand so richtig wahrhaben.


Rote Fabrik Zürich

Geil animiert!

von Julia Stephan

Zürich, 13. Oktober 2013. Schweizer Städte sind beim Theaterkollektiv 400asa derzeit riesige Spielwiesen. Die Gruppe um den findigen Regisseur Samuel Schwarz hat ein Fantasy-Computerspiel kreiert, das im öffentlichen Raum spielt und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verwischt. Es heißt "Der Polder" und hat inzwischen so viele Versionen, dass einem davon schwindlig wird.


Rote Fabrik Zürich

Man will ja nur ihr Innerstes

von Tobi Müller

Zürich, 6. Dezember 2007. "Platz Mangel" im Kulturzentrum der Roten Fabrik ist die vor vier Jahren versprochene Rückkehr Christoph Marthalers nach Zürich. In jene Stadt, die den Direktor letztlich doch nicht im Schauspielhaus haben wollte. Aber auch in jene Szene, die seinen und Stefanie Carps Kampf zahlreich, laut und lange unterstützt hatte.


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