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archiv » Theater Aalen (5)
Theater Aalen

Im Hintergrund das Gebirge der Gendertheorie

von Thomas Morawitzky

Aalen, 28. Mai 2016. Sie alle sind Brunhild, sind Kriemhild. Die Kriegerin und das Heimchen sind zwei Gesichter jeder Frau – oder können es sein. Regisseurin Jasmin Schädler behauptet das und stellt sie einander gegenüber, spielt mit der Nibelungensaga, den Frauenbildern in Mythos und Alltag. "Hilde & Hilde" heißt ihr Stück, ihre Abschlussarbeit für die Akademie für Darstellende Kunst in Baden-Württemberg, nun zu sehen im Theater Aalen: Ein Experiment, das Darstellerinnen und Zuschauer fordert.


Theater Aalen

Der Traum vom gelobten, unerreichbaren Land

von Herbert Kullmann

Aalen, 30. März 2012. Drei Stühle, ein Glastisch, kahle Wände. Ein Hotelzimmer in Kinshasa/Kongo. Das kleine Plastik-Krokodil am Bühnenrand verweist darauf. Im Verlauf des Stückes muss es nochmals als Grund für die Behinderung eines Schwarzen stehen. Er, der Verstümmelte, der Arme, der Verlierer, sieht sich einem erfolgreichen Weißen gegenüber. Sie verhandeln über ein Geschäft, über den Traum des Afrikaners vom süßen Leben im reichen Europa: Der im Sterben liegende Vater möchte seinen Sohn mit dem weißen Geschäftsmann nach Europa schicken, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen.


Theater Aalen

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Die blutigen Details des Politikgeschäfts

von Elisabeth Maier

Aalen, 19. Februar 2011. Erregt berichtet ein Reporter vom Selbstmord eines amerikanischen Politikers. Im dunklen Bühnenraum ist dabei nur eine glimmende Zigarette zu sehen. Von zitternder Hand gehalten. In ihrer Inszenierung von Carlos Murillos "Vermischte Meldungen oder die ganzen blutigen Details" hinterfragt die Regisseurin Katharina Kreuzhage am Theater der Stadt Aalen die nachrichtlichen Fakten. Sie lenkt den Blick auf Emotionen, die auch ein Berichterstatter nicht verdrängen kann.


Theater Aalen

Lockvögel im Web-All

von Otto Paul Burkhardt

Aalen, 24. Oktober 2009. Es geht um Chatrooms, doch die Bühne kommt ohne Computer und digitales Optik-Gedöns aus. Das ist schon mal ein gutes Zeichen: Denn Internet-Dramen drehen sich um alles Mögliche, nur nicht um Rechner, Flatscreens und Tastaturen.


Theater Aalen

Medea am Wäscheständer

von Otto Paul Burkhardt

Aalen, 3. Mai 2008. Er ist der Nicht-Zyniker unter den jungen Autoren. Seine Texte ermöglichen noch (oder wieder?) so etwas wie Berührbarkeit durch Theater. Jan Neumann (Jahrgang 1975) schreibt über Sterbehilfe und verdrängte Schwangerschaft, über frühes Scheitern und Sexualität im Alter. Er erdet seine Stücke, die in Hamburg, Essen und Frankfurt uraufgeführt werden, gerne durch Realien aus dem Alltag, entwickelt die Texte häufig mit den Ensembles und inszeniert am liebsten selbst.


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