zurück zur Übersicht

archiv » Komische Oper Berlin (4)
Komische Oper Berlin

Myon tanzt heute nicht

von Christian Rakow

Berlin, 21. Juni 2015. Darf man das über einen Schauspieler schreiben, zumal über einen Debütanten? Er stand schier unbeirrt und stocksteif auf den Brettern, verpasste praktisch jeden Einsatz, starrte, ja glotzte stets dorthin, wo die Musik gerade nicht spielte, und döste alles in allem grenzdebil und deplatziert durch die gut drei Stunden dieser Aufführung. Falls unser Newcomer Myon auch nur mit einem Funken Talent gesegnet sein sollte, so wusste er das an diesem Premierenabend trefflich zu kaschieren.


Komische Oper Berlin

Mit Charme und Charge durch's Dixieländl

von Wolfgang Behrens

Berlin, 28. November 2010. Als man hörte, dass der Operndekonstruktionsmeister Sebastian Baumgarten an der Komischen Oper Ralph Benatzkys Wohlfühl-Operette "Im Weißen Rößl" inszenieren würde, da sah man im Geiste bereits die Fassade des so überaus fidelen Hotels am Wolfgangsee bröckeln. Diskursbomben würden einschlagen und tiefe Krater im schönen Rößl-Putz hinterlassen, und der Kaiser mit seiner restaurativen Weisheit "Schweige und begnüge dich, lächle und füge dich!" würde nackt stehen.


Komische Oper Berlin

In der Spaßfalle

von Wolfgang Behrens

Berlin, 6. Juni 2010. Vor zwei Wochen noch hatten ihn die Berliner beim Theatertreffen-Gastspiel der Kontrakte des Kaufmanns gefeiert. Nun nahm Nicolas Stemann jungenhaft lächelnd und sogar ein wenig verlegen den satten, fast einhelligen Buh-Sturm entgegen. Das alles durchdringende giftige Serum des Jelinekators, das dieser der Operette und dem Operettenvolk zu injizieren angetreten war, hatte gewirkt. Alles richtig gemacht also. Hatte er?


Komische Oper Berlin

Opera Romantica Misera

von Wolfgang Behrens

Berlin, 28. September 2008. Müssen wir uns Sebastian Baumgarten als einen romantischen Künstler vorstellen? Die Frage mag seltsam erscheinen angesichts eines Regisseurs, der zu den Postdramatikern und Dekonstrukteuren gezählt wird. Zu denen, die die ihnen anvertrauten Stücke erst einmal gewaltsam durch den Fleischwolf kurbeln. Wie aber sollen wir uns sonst einen Weg durch Baumgartens Assoziationsgestrüpp zu Mozarts "Requiem" bahnen, wenn nicht im romantischen Geiste?


zurück zur Übersicht