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archiv » Saarländisches Staatstheater Saarbrücken (23)
Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Das große Daten-Katzen-Fressen

von Reingart Sauppe

Saarbrücken, 6. November 2016. Genau genommen dürfte diese Kritik gar nicht erscheinen. Denn das Stück beginnt mit einem kurzen Prolog, in dem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der schwarzen leeren Bühne verlesen werden. AGB 5 der Autorin Zeller lautet: "Mit dem Kauf einer Eintrittskarte verpflichten sich die Zuschauer beim Verlassen des Veranstaltungsortes sämtliche während der Aufführung zur Aufführung gebrachten Inhalte vollständig zu vergessen. Die Wiedergabe des in der Aufführung Gesehenen und Gehörten ist auch in eigenen Worten strafbar."
Ein kalkulierter Gag, weil erwachsene Zuschauer sich in der Sicherheit wiegen, dass eine Theaterbühne zwar ein analoger, also realer Ort, ein Schauspiel aber so fiktional und damit folgenlos für ihr Leben ist wie ein Computerspiel. Doch was, wenn diese Alltags-Gewissheiten, diese Annahmen nicht mehr stimmen?


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Harmlose Gräten auf dem Schachbrett

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 11. März 2016. Sie hatten schon Probleme damals, in Frankreich Mitte des 20. Jahrhunderts: Menschen mussten befürchten, an Masern zu erkranken, an einer Fischgräte zu ersticken oder von faulen Eiern ausgeknockt zu werden. Und dann noch die gesamtgesellschaftliche Gemengelage: Auch wenn Begriffe wie Grexit oder Brexit noch nicht erfunden waren, sorgte die Utopie eines grenzüberschreitenden europäischen Wirtschaftsraums für eine gewisse Grundhysterie, wie sich anhand von Georges Perecs posthum veröffentlichtem Text "Über die Kunst, seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten" nachvollziehen lässt.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

All die toten Stimmen

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 13. November 2015. Jetzt hat sie ihnen auch noch den Baum weggenommen: In ihrer Inszenierung von "Warten auf Godot" am Saarländischen Staatstheater streicht Generalintendantin Dagmar Schlingmann eine der wenigen Verlässlichkeiten in dem Text, mit dem der Ire Samuel Beckett nach dem Zweiten Weltkrieg den Nerv der desillusionierten europäischen Denker getroffen hat.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Wir sind Syrien, wir sind die NPD

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 14. Juni 2015. Auf einmal steht ein Mann auf im Zuschauerraum: Er könne nicht mehr sitzenbleiben, sagt er in aufgeregtem Englisch. Gerade habe er erfahren, dass Assads Truppen mit Hubschraubern sein Haus zerstört und seinen Bruder getötet hätten. Da ist die Realität endgültig eingebrochen ins Theater. Der Mann rennt an der Bühne vorbei, entgegengesetzt zum "Fluchtweg" des Spiels, der mit Klebeband auf dem Boden markiert ist. Staatstheaterintendantin Dagmar Schlingmann folgt ihm sichtlich betroffen. Später wird sich herausstellen, dass es sich um einen Freund und früheren Lehrer eines der Laiendarsteller aus Syrien handelt, die dieses Flüchtlingsprojekt mitgestaltet haben. Der tödliche Angriff, von dem der Mann sprach, muss kurz vor der Premiere passiert sein, per Mobiltelefon auf die Publikumstribüne übermittelt.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Leerstellen statt Harrison Ford

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 27. März 2014. Das Saarland hat eines der strengsten Nichtraucherschutzgesetze Europas. Insofern fällt es schon auf, wenn in einem geschlossenen Raum öffentlich eine Zigarette nach der anderen weggequalmt wird. Das gilt erst recht, wenn dies in einem so engen Schlauch geschieht wie der Saarbrücker "Sparte 4": Bar, Konzertort und Studiospielstätte des Saarländischen Staatstheaters. Das Ensemble raucht dort also Kette an diesem Abend, und Regisseur Klaus Gehre macht den "Blade Runner" multisensual und multimedial erfahrbar, versinnlicht diesen Science Fiction-Cyberpunk-Kultfilm aus den frühen 80ern (und dessen Romanvorlage) dermaßen lustvoll, dass hinterher selbst passionierte Nichtraucher versucht sind, zur Zigarette danach zu greifen.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Diagnose in der Hose

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 16. Januar 2015. Das Theater kann ein schwerfälliger Brutkasten sein. So kommt es, dass die globalisierte Realität Felicia Zellers neuestes Textflächenprodukt "Wunsch und Wunder" schon überholt hat, bevor es in Saarbrücken in der Regie von Marcus Lobbes zur Uraufführung kommen konnte. Während auf der Bühne noch die Spätfolgen der frühen Phasen deutscher Reproduktionsmedizin verhandelt werden, zahlen US-amerikanische IT-Unternehmen schon längst für das so genannte "Social Freezing": Mitarbeiterinnen lassen ihre Eizellen in Kühlkammern sperren, um erst einmal Karriere zu machen und die Familie für spätere Zeiten zu planen. Die Folge: eine Zuspitzung der gesellschaftlichen Debatte, die dem aktuellen Auftragswerk Zellers für das Saarländische Staatstheater mutmaßlich nicht gelingen wird.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Vampirische Seelenfänger zuhause

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 24. Mai 2014. Und schon wieder ist es gelungen, einen prominenten Plagiator dingfest zu machen. Spätestens nach diesem Saarbrücker Theaterabend ist es nur allzu offensichtlich, dass auch die Hollywood-Größe George Lucas die Kulturtechnik des kunstvollen Kopierens beherrschen muss: Maxim Gorkis "Wassa Shelesnowa" offenbart sich als Blaupause für den schwarzen Jedi Darth Vader. Die Geschlechtsverwandlung muss irgendwo auf dem Umweg über die Nosferatu-Stummfilme passiert sein. Ob aber nun in der Alten Feuerwache des Saarländischen Staatstheaters Gertrud Kohls Wassa "Ich bin Deine Mutter" röhrt oder auf der Kinoleinwand David Prowses Darth "Ich bin Dein Vater" - in beiden Fällen wird die Familie zur düsteren Bedrohung, steht die nächste Verwandtschaft auf der dunklen Seite der Macht.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Sehnsuchtsvarieté im engen Heim

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 14. September 2013. Jimmy Porter ist alt geworden. Im Saarländischen Staatstheater sieht man das auf den ersten Blick: Andreas Anke gibt den ehedem jungen aggressiven Mann aus John Osbornes "Blick zurück im Zorn" und macht sich erst gar keine Mühe zu verbergen, dass er mittlerweile vier Jahrzehnte lang Teil jenes gesellschaftlichen Schneckenrennens ist, gegen das er auf der Bühne zweieinhalb Stunden lang in der Rolle des Nachwuchsrevoluzzers ankämpft.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Trimm dich, Avatar!

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 17. Mai 2013. Nach einer guten Stunde hat ein älteres Ehepaar genug gesehen: Eine "Zumutung" sei das alles, raunt er ihr genervt zu, natürlich in einer der ruhigsten Szenen, die diese Inszenierung von Elfriede Jelineks "Ein Sportstück" in der Alten Feuerwache des Saarländischen Staatstheaters zu bieten hat. Kurze Zeit später sind die beiden verschwunden, ohne Türen zu knallen. Hier will niemand einen Skandal.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Rauch ohne Feuer

von Stefan Schmidt

Saarbrücken, 23. März 2013. Die Umzugskisten sind gepackt im Saarländischen Staatstheater. Ab diesem Frühjahr wird die Bühnentechnik im Großen Haus auf Vordermann gebracht. Ein längst überfälliges Unterfangen. Das Theater reist derweil durch die Region - und erkundet außerdem, was die bisherigen Nebenspielstätten in der Landeshauptstadt noch so alles hergeben. So findet sich das ausufernde Personal rund um Albert Camus' "Die Besessenen" in der so genannten Alten Feuerwache in Saarbrücken wieder, einem fast schon sakralen Profanbau aus dem späten 19. Jahrhundert, der mal Gerätehaus war und lange Turnhalle, bevor er im Jahr 1982 von Staats wegen theatralisiert wurde.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Doris Day und die dysfunktionale Familie

von Reingart Sauppe

Saarbrücken, 1. Dezember 2012. Die Idee, man könnte durch Theaterkooperationen Geld sparen und dadurch die Kosten fürs Stadt- oder Staatstheater senken, hat schon zu manch riskanten kulturpolitischen Manövern geführt, die selten das gewünschte Ergebnis brachten. Denn was auf der einen Seite eingespart werden mag, wird auf der anderen Seite durch erhöhten Aufwand wie etwa Transportkosten wieder ausgegeben. Und da zwischen der saarländischen Landeshauptstadt und der Stadt Luxemburg immerhin gut 100 Autobahnkilometer liegen, sind die Gründe für die Theaterkoproduktion zwischen dem TNL (Theater National Luxembourg) und dem SST (Saarländisches Staatstheater) auch andere als die des Sparens: Im Länderdreieck Deutschland, Luxemburg und Frankreich will man durch eine verstärkte Zusammenarbeit der Vision einer grenzüberschreitenden Großregion näher kommen.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

altAfrika eben – oder nicht?

von Rainer Petto

Saarbrücken, 30. März 2012. Nach dem Berliner Hallervorden-Skandal und der dadurch entfachten Debatte, ob es rassistisch ist, die Rolle eines Schwarzen mit einem schwarz bemalten Weißen zu besetzen, war man gespannt: Wie würde das Saarländische Staatstheater mit dieser Problematik umgehen? Im Vorfeld war sogar die Frage gestellt worden, warum man überhaupt ein Stück mit dem Wort "Neger" im Titel aufführen wolle. Aber "Kampf des Negers und der Hunde" stammt aus dem Jahr 1982, als man das Wort noch unhinterfragt benutzte. Auch war sein Autor Bernard-Marie Koltès alles andere als ein Rassist.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken
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Lob des Nudelsalats

von Rainer Petto

Saarbrücken, 26. Mai 2011. Für dieses Stück verlangt Wolfram Lotz schwer bis gar nicht Realisierbares vom Theater. Den Auftritt prominenter Zeitgenossen etwa wie Josef Ackermann oder Arbeitgeberpräsident Hundt, oder einer historischen Person wie Bakunin. Ziemlich aufwändig ist das bis in die Details des Nudelsalats vorgeschriebene kalte Büffet angelegt; dass ein Schauspieler von einer echten Schlange verschlungen wird, wäre allein schon ethisch bedenklich, während die Installation von ins Unendliche führenden Rolltreppen – wie der Autor selber einräumt – "physikalisch unmöglich" wäre.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken
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Die sanfte Wortgewalt von Willensmenschen

von Rainer Petto

Saarbrücken, 26. März 2011. Das Saarländische Staatstheater hat - wegen seiner Grenzlage dem französischen  Theater besonders verpflichtet - ein Stück herausgebracht, das andere deutsche Bühnen meiden und von dem auf dem Buchmarkt zur Zeit keine deutsche Übersetzung zu haben ist: Pierre Corneilles "Horace". Und wem schon als Pennäler der "Cid" nicht nahe kommen wollte und wer dann mit Lessing und den deutschen Klassikern über die trockene Regelhaftigkeit der französischen Dramatiker des 17. Jahrhunderts die Nase rümpfte – der wird der Aufführung mit großer Sorge entgegen sehen. Zumal dieses Stück, 1640 uraufgeführt, noch strenger die Einheit von Ort, Zeit und Handlung beachtet und es Richelieu gewidmet ist, dem Wächter sowohl über die Einhaltung der Theaterregeln wie auch der Staatsräson.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Menschen sind Chweine

von Rainer Petto

Saarbrücken, 6. Novemberr 2010. Ein Sofa. Ein Trauma von einem Möbelstück. Ein altes Ledersofa, geschmacklos im Stil, von unglaublich hässlicher gelb-brauner Farbe, abgewetzt. Wer es da stehen sieht, weiß: Was rund um dieses Sofa geschehen wird, kann nichts Gutes sein (Bühne und Kostüme: Gregor Wickert). Alles spielt sich an diesem Abend auf, vor, hinter diesem Sofa ab. Ansonsten liegt auf dem engen Bühnenpodest nur Kleinkram herum. Zum Beispiel Perücken. Fünf Schauspieler in Alltagskluft unserer Zeit wechseln Perücken und Kleidungsstücke auf offener Bühne. Jeder spielt eine Vielzahl von Rollen. Während die einen vorm Sofa agieren, verstecken sich die andern dahinter. Aber das Sofa kann sich drehen, dann sehen wir die Kehrseite. Es gibt keine Geheimnisse, der Blick auf das Leben der hier dargestellten Sorte Mensch ist unverstellt. Es sind Chonchons.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Spiel mir das Lied vom Südpol-Tod

von Rainer Petto

Saarbrücken, 12. September 2010. Was war das? Die Aufführung eines Stücks von Vladimir Nabokov oder ein Country-Song-Konzert mit Zwischentexten von Nabokov und anderen?

Nach unvorstellbaren Strapazen erreicht der Engländer Robert F. Scott mit seiner Expedition am 18. Januar 1912 den Südpol – um festzustellen, dass er der Verlierer ist im Wettlauf mit dem Norweger Roald Amundsen, der hier vier Wochen zuvor die Fahne seines Landes aufgesteckt hat. Die geschlagene Mannschaft macht sich auf den Rückweg, wird aber nie mehr nach Hause kommen. Die Männer verhungern und erfrieren in der antarktischen Schneewüste. Von ihren letzten Momenten handelt das Stück "Der Pol", das Nabokov 1923 in Berlin geschrieben hat.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Einen Jux will sie sich machen

von Rainer Petto

Saarbrücken, 16. Mai 2010. Eine Uraufführung war angekündigt, ein Stück von Felicia Zeller, die mit "Kaspar Häuser Meer" so etwas wie einen Durchbruch an deutschen Bühnen erzielt hat. Und nicht nur eine Uraufführung, sondern zugleich eine literaturhistorische Entdeckung. Über eine familiäre Verbindung, so verbreitete es das Saarländische Staatstheater, war Felicia Zeller in den Besitz einer noch unveröffentlichten Handschrift von Carl Zuckmayer gelangt, eine nicht vollendete Hochstaplergeschichte mit dem Titel „Der große Blöff". Die Autorin habe diesen theaterhistorischen Fund "in all seiner Widersprüchlichkeit" rekonstruiert und daraus ein eigenes Stück gemacht, das in seinem Titel auf die verwandtschaftliche Beziehung anspielt: "Der große Blöff/Entfernte Kusinen".


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Die Familie als Katastrophe

 von Rainer Petto

Saarbrücken, 22. November 2009. Programmgemäß um 20 Uhr 4 ging es am Donnerstagabend los. Während sich auf dem nahe gelegenen St. Johanner Markt Trauben um die Stände mit dem frisch eingetroffenen jungen Beaujolais bildeten, startete in der Saarbrücker Alten Feuerwache das andere Primeurs-Festival, ganz ohne Alkohol. Der Radiosprecher hatte gerade die Wetteraussichten für die Region Saarland-Lothringen-Luxemburg verkündet, da begann die Bühnenperformance eines Hörspiels, das live auf SR 2 KulturRadio übertragen wurde.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Eine Bank ist eine Bank ist eine Bank

von Rainer Petto

Saarbrücken, 15. November 2009. Auf der Bühne steht eine Bank, auf der steht: "Bank". Das ist zwar ein Kalauer, aber einer, der sich selber auf die Schippe nimmt. Eine Bank ist eine Bank ist eine Bank. Gegen Ende soll die "Bank" mit einer Axt zertrümmert werden, aber die Axt ist keine Axt, sondern ein Kleiderbügel. Eine Axt ist ein Kleiderbügel ist ein …?


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Fausts Taumel durch die Welt

von Rainer Petto

Saarbrücken, 12. September 2009. "Faust", zumal der ganze, ist Chefsache. So war es soeben bei der Saisoneröffnung am Wiener Burgtheater, so ist es jetzt beim Saarländischen Staatstheater, und Generalintendantin Dagmar Schlingmann hat sich viel vorgenommen für diese Saarbrücker Fassung von "Faust I" und "Faust II". Schlank wird ihr "Faust" sein, hat sie vorab versprochen, und trotzdem soll "alles drin" sein, und "klar und verständlich" sein, und dennoch "eine gewisse Üppigkeit" besitzen. Und vor allem soll gerade der zweite Teil als ein Stoff erlebbar werden, der "uns näher kommt" als der erste. Man durfte gespannt sein.


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Jugendsozialarbeiterinnensprachgewitter

von Anke Schaefer

Saarbrücken, 8. März 2009. "Oh, wie soll man hier in Ruhe?", sagen die drei Sozialarbeiterinnen verzweifelt im Chor, aber es gibt keine Ruhe in diesem Stück. Wenn man hier nach eineinviertel Stunden rauskommt, aus diesem theatralen Jugendamt, dann muss man erstmal tief durchatmen. Da arbeiten nämlich drei Frauen und die drehen absolut am Rad. Warum?


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Bestechender Flow der Geschichte

von Anke Schaefer

Saarbrücken, 6. Februar 2009. "Die Geschichte darf nicht zu einem Mühlstein werden, der uns niemals aus der Vergangenheit entlässt", mahnt Willy Brandt vor dem Deutschen Bundestag am 10. Mai 1972. An diesem Tag hält er die Rede zur Ratifizierung der Ostverträge. Er wirbt dafür, mit den Staaten im Osten, mit Polen und der Sowjetunion, eine Partnerschaft aufzubauen, die diejenige mit den Staaten im Westen ergänzt. Es ist eine eindringliche Rede für den Frieden und daher eine Rede ganznach dem Geschmack der Performancegruppe "Die Redner".


Saarländisches Staatstheater Saarbrücken

Neues aus der frankophonen Welt

von Anke Schaefer

Saarbrücken, 25. Oktober 2008. Drei Frauen vor einem Haus im Maisfeld: Die eiskalte Mutter, die verschüchterte Ehefrau und die von Schuldgefühlen gezeichnete Ex-Ehefrau des Mannes, der niemals auftritt und um den sich doch alles dreht. Er ist da drin, dieser Mann, im Haus, mit den Kindern, und weigert sich herauszukommen, um seine Mutter zu sehen.


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