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archiv » Das Theater an der Effingerstraße Bern (2)
Das Theater an der Effingerstraße Bern

Der Schlächter und die Schöne

von Charles Linsmayer

Bern, 2. Mai 2014. "Es sollte in einer Art von Teufelskomödie gezeigt werden, wie der Schrecken sich selbst das Haupt abschlägt", hat Fritz Hochwälder über sein 1948 in Stuttgart uraufgeführtes Stück "Der öffentliche Ankläger" gesagt. Im Theater an der Effingerstraße gelingt das gar nicht schlecht, steht für die Rolle von Antoine Fouquier-Tinville, "acusateur public" des Revolutionstribunals während der Französischen Revolution, mit Gilles Tschudi doch ein Schauspieler zur Verfügung, der den blutrünstigen Schlächter, mit dessen Unterschrift über 2000 Angeklagte, darunter Robbespierre, Danton und Marie-Antoinette, unter die Guillotine geschickt wurden, mit dem eiskalten Zynismus des selbstgerechten, sich als Instrument einer höheren Gerechtigkeit fühlenden Beamten spielt.


Das Theater an der Effingerstraße Bern

Wenn Theater besser ist als Kino

von Charles Linsmayer

Bern, 4. April 2009. "Für Frauen der letzte Ausweg: Mord", liest man als Zwischentitel im Programmheft, und tatsächlich zeichnet die Inszenierung den sadistischen Internatsleiter Michel Bouvier, der nicht nur seine Schüler, sondern auch seine Ehefrau und Mademoiselle Duprais, die Mathematiklehrerin und (längst nicht mehr heimliche) Geliebte prügelt, dermaßen ekelhaft und abstoßend, dass man den beiden Damen diesen letzten Ausweg anstandslos zubilligt.


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