zurück zur Übersicht

archiv » tt 09 - Stückemarkt (3)
tt 09 - Stückemarkt

Alles kommt wieder hoch

von Elena Philipp

Berlin, 13. Mai 2009. Sieben Minuten genügen, um ein Ei hart zu kochen oder ein ordentliches Pils zu zapfen. Um sich als Dramatiker mit seinem Wollen und Wirken zu präsentieren, sind sieben Minuten aber recht wenig. John von Düffel, seit 2004 Leiter des Dramatikerworkshop beim Theatertreffen, widmete daher den ersten Teil des diesjährigen Workshops der Vorbereitung auf die Präsentation. Nun stehen die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Moderatorin Marion Hirte in alphabetischer Reihenfolge Rede und Antwort, bevor Samuel Finzi, Ronald Kukulies, Judith Rosmair und Katharina Schüttler siebenminütige Ausschnitte aus ihren Dramen lesen.

 


tt 09 - Stückemarkt

Restsubjekte auf Weltflucht

von Esther Slevogt

Berlin, 10. Mai 2009. Am Anfang denkt man, es ist der Vater, dessen Existenz hier ins Trudeln gerät. Der Vater, der in Nis-Momme Stockmanns Stück "Der Mann der die Welt aß" seinen Sohn anruft und ihm erzählt, dass er sich im Schlaf ein Stück Zunge abgebissen hat. Aber bald ist klar, größer als die Probleme des Vaters, der seine beginnende Demenz durchaus im Blick hat und sie voller Verzweiflung registriert, sind die des Sohns: bei Stockmann ein namenloses Wesen Mitte Dreißig, dessen ganzes Leben eine einzige Fluchtbewegung ist: Flucht vor der Verantwortung, vor der Liebe und den Ansprüchen anderer, vor sich selbst.


tt 09 - Stückemarkt

Feuer und Wasser – die Welt

von Wolfgang Behrens

Berlin, 7. Mai 2009. Auf dem Podium ringen sie mit dem Begriff der Welthaltigkeit. Und um ihn fassbarer zu machen, höhlen sie ihn aus: Irgendwie sei doch im Theater immer Welt drin, solange lebendige Menschen daran beteiligt sind – so in etwa sagt es Moritz Rinke einmal während der Diskussion. Na ja, denkt man sich, so gesehen ist der Begriff Welthaltigkeit aber auch wertlos, denn dann fehlt ihm ja die Kraft zu jeglicher Unterscheidung. Und während die Eröffnungsdiskussion zum diesjährigen Stückemarkt des Berliner Theatertreffens auf ein harmonisches Ende zusteuert, kommt dem Berichterstatter eine These aus der Literaturwissenschaft in den Sinn.


zurück zur Übersicht