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3raum-Anatomietheater Wien

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Die Langobarden kommen

von Martin Pesl

Wien, 24. April 2012. Hubsi Kramars gottgleiche Stimme beschwört die Witwen des Chaos, dessen Kinder wir alle seien. Damit ist die Parole für "INXYZY – Flammende Liebe" ausgegeben, und für einen Moment sehen wir ein kleines Mädchen im weißen Kleidchen im grünen Gras im Licht aufleuchten. Das ist fast gruselig. Doch schon erscheinen eine Saxofonistin, ein Rapper und ein Pianist und machen ein bisschen Stimmung. Nächstes Bild: Eine Leiche wird mehrmals erschossen. Jemand sagt: "Die Langobarden kommen." Das bekommt man an diesem Abend noch öfter zu hören, genauso wie das Lied Die Liebe ist ein seltsames Spiel, Skelette und einige andere zufällig zusammengewürfelte Motive immer wieder auftauchen.


3raum-Anatomietheater Wien

In den Seziersaal geschoben

von Georg Petermichl

Wien, 26. August 2009. "Und weil der Mensch ein Mensch ist...", prangt auf einer Tafel in der ausnehmend gemütlichen Theaterlounge. Hier werden also sozialistische Ideale gepflegt: Die Zeile stammt aus Bertolt Brechts "Einheitsfrontlied", ein Stück Musikgeschichte, das einst Arbeiter aus ihren Sitzen hob und sich vereinigen, oder zumindest vereinigt singen, ließ. Angeschlossen an die Lounge befinden sich mit einer türkis gekachelten Halle samt Deckenschiene, über die früher das Seziervieh rein geschoben wurde, und dem steil ansteigenden Auditorium zwei weitere Räume des ehemaligen Anatomischen Instituts für Veterinärmedizin.

 


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