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archiv » Schlossparktheater Berlin (2)
Schlossparktheater Berlin

Ein Fünkchen Wahnsinn

von Georg Kasch

Berlin, 16. Januar 2016. Irgendwie hat das ja immer noch was Skandalöses, wenn ein 80-jähriger Mann, so gebildet, erfolgreich und charmant auch immer, sich in eine junge Frau von Anfang Mitte Zwanzig verliebt. Und umgekehrt. Was er von ihr will, steht außer Frage. Aber sie von ihm? Sicherheit? Luxus? Oder die geistige Anregung, wie Inken Peters in Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang“, uraufgeführt 1932, behauptet? Die Familie des gelehrten Verlegers Matthias Clausen, der sich in die junge Kindergärtnerin verliebt, jedenfalls findet die Frühlingsgefühle des Patriarchen gar nicht lustig. Vor allem, weil er, um sich ganz dem neuen süßen Leben zu widmen, die Firma verkaufen will – Grundlage des allgemeinen Wohlstands. Am Ende ist der Alte so gut wie entmündigt, da hilft ihm als Marc-Aurel-Fan nur der Griff zum Gift.


Schlossparktheater Berlin

Was ham ma gegluckst

von Wolfgang Behrens

Berlin, 2. September 2009. Die Zeit für markige Sprüche wider das sogenannte Regietheater scheint günstig – Daniel Kehlmann hat es vorgemacht. Und so war denn auch frühzeitig zu vernehmen, was man am wiedereröffneten Schlossparktheater in Berlin-Steglitz zukünftig garantiert nicht erleben werde: dass nämlich Hamlet seine Ophelia in der Sauna trifft. Dieter Hallervorden, der neue künstlerische Leiter des Theaters und zugleich dessen mit privatem Geld haftender Investor, setzt mit solchen Aussagen auf tiefsitzende anti-moderne Reflexe einer bestimmten Publikumsschicht – wobei die Bemerkung ja auch nur meinen könnte, dass am Schlossparktheater halt kein Shakespeare gespielt wird.


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