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archiv » Theater Junge Generation Dresden (4)
Theater Junge Generation Dresden

Das Hirn im Computer

von Michael Laages

Dresden, 5. Dezember 2014. Beim nächsten Kuss ist alles anders. Denn er ist nicht mehr, was gerade noch war; genauer: in der Nacht zuvor. Da war der junge Mann zwar ein bisschen zu besoffen, um mehr zu erreichen bei der jungen Kollegin aus dem Büro – aber wie die küsste, das weiß er noch gut. Jedenfalls nicht so wie jetzt! So fliegt der Schwindel auf.


Theater Junge Generation Dresden

Am Tag als der Blutregen kam

von Tobias Prüwer

Dresden, 23. März 2013. Rick, die Hauptfigur, ist schon da, als die Saaltür aufschwingt (grundsympathisch auch in all seinen Ängsten: Nahuel Häflinger). Im leeren weißen Raum der offenen Bühne kauert er am Boden und zeichnet. Mit einem Projektor werden seine Bilder im Comic-Stil ins Bühnenkarree transportiert. Rick berichtet von seiner Einsamkeit, zeichnet den Apfelbaum, den ihm rechte Mitschüler zerstörten, erzählt von seiner Tante. Bei der lebt er seit dem Unfalltod seiner Eltern. Sofort ist man drin im trostlosen Leben dieses 18-Jährigen in der brandenburgischen Provinz.


Theater Junge Generation Dresden

altDie Eingebungen des Teufels

von Tobias Prüwer

Dresden, 10. März 2012. "Ich werde in die Tannen gehn, / Dahin wo ich sie zuletzt gesehen", eben noch wehklagten Rammstein laut aus den Boxen. Dann erhebt sich zum Schlussbild eine riesige Wolfspuppe, stimmt über die in weißes Tuch gehüllte Tote ins Geheul und macht das Spektakel perfekt. Regisseur und Autor, Choreograf und Videogestalter Jo Fabian ist bekannt für seine Gesamtkunstwerke, die die Genregrenzen sprengen. Im Dresdner Theater Junge Generation lud er jetzt zur schaurig-schönen Märchenstunde. Die Uraufführung von "Werwolf" ist Fabians erste Inszenierung für Kinder (ab 12 Jahren), in der er neuerlich mit seiner unkonventionellen Herangehensweise punktet.


Theater Junge Generation Dresden

Frei wie die Hasen

von Caren Pfeil

Dresden, 26. März 2010. Was war denn das mit der Katze? Da war doch eine Katze? Einer hat jedenfalls von einer Katze geredet. Nein, es war ein Hase, ein Kaninchen. Ein weißes Kaninchen. Ein fettes weißes Kaninchen lebte anderthalb Stunden lang im Käfig auf der Bühne, richtiger gesagt war die Bühne selbst ein Käfig, ein durch eine bis an die Decke gehende Gitterwand von den Zuschauern getrenntes Gefängnis. Darinnen lebten drei Schauspielerinnen in schönen Kleidern und mit zarten weißen Sonnenschirmen und ein ekliger Typ in Mantel, kaputten Unterhosen und schwarzen Haarsträhnen unterm Hut, wahlweise auch unter einem Helm oder einer Militärmütze.


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