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archiv » Neuköllner Oper (4)
Neuköllner Oper

Mutter, Tupper, Rebellion

von Eva Biringer

Berlin, 21. August 2014. In "Taksim forever", Nicole Oders erster Regiearbeit an der Neuköllner Oper, werden Gewissenskonflikte und retardierende Momente mit einem bedrohlichen Brummton unterlegt. Kerem Can (Text) und Can Erdogan-Sus (Komposition) verarbeiten in ihrem Stück die Istanbuler Geschehnisse des vergangenen Sommers. Dem auf Theaterbühnen inflationär eingesetzten Kunstnebel kommt zur Abwechslung einmal die Bedeutung von Tränengas zu. Später, als der die Bühne überspannende Gazevorhang gefallen ist, geben Leyla (Pinar Erincin mit überwiegend glaubhaftem Revolutionsfuror), Ben (Johannes Hubert als Soundfrickler mit Glaubwürdigkeitsproblem) und das übrige Ensemble eine Rockstarshow. Dazu wird der Bühnennebel wieder seiner ursprünglichen Funktion zugeführt, auch wenn die sich weder Rockkonzertbesuchern noch Theatergängern jemals vollständig erschließen wird.


Neuköllner Oper

Die lasche Truppe der Demokratie

von Esther Slevogt

Berlin, 22. August 2013. Ein paar Gartenstühle aus Plastik, ein Fernseher und eine Tischtennisplatte, auf der ein paar hässliche Geranientöpfe stehen: fertig ist die Tristesse eines Provinzlokals, das in dieser Form sozusagen paneuropäisch vorstellbar ist. Hier trifft sich die Dorfgemeinschaft zu kleineren und größeren Vergnügen. Zur titelgebenden "Italienischen Nacht" beispielsweise, die der republikanische Club in lauer Sommernacht abzuhalten plant.


Neuköllner Oper
alt

Superman der Satelliten-Schüsseln

von Georg Kasch

Berlin, 17. März 2011. Eine Neuköllner Oper für die Neuköllner Oper? Das hat Kalauer-Qualität. Aber weil sich die Kulturpioniere aus der Karl-Marx-Straße (erst viel später kamen Institutionen wie der Heimathafen hinzu) von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel ein Libretto gewünscht hatten (ihr erstes!), in dem ihr Kiez thematisiert wird, kommt man um die Doppelung nicht herum.


Neuköllner Oper

Der Mann, der Elfriede Jelineks Schulter berührte

von Wolfgang Behrens

Berlin, 8. April 2010. Einer der schönsten Momente ist der Pause vorbehalten. Die reizenden Moderatorinnen der "kleinsten Gala der Welt" mischen sich höchstpersönlich in ihren edlen Abendroben unter das nur etwa 50 Köpfe zählende Publikum. Das Besondere aber ist: Sie haben Elfriede Jelinek dabei. Und sie kündigen an, dass man sich nun mit Elfriede Jelinek gemeinsam fotografieren lassen könne.


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