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archiv » Festspielhaus Hellerau (7)
Festspielhaus Hellerau

Die Kunst des Nicht-Ausweichens

von Lukas Pohlmann

Dresden, 31. Mai 2016. Als nach einer Stunde das Saallicht aus den Zuschauern wieder mehr macht als Teile einer stehenden Menge, verschwinden die Performer durch eine Seitentür. Aber etwas von ihnen bleibt, an nahezu jedem im Saal: schwarze Farbe. Farbe, die sich von den Körpern der Akteure auf die Kleider und hellen Häute der Zuschauer übertragen hat. Die diese Markierungen nun wie faszinierende Trophäen in den Dresdner Abend tragen, Trophäen einer aufregenden Begegnung. Oder besser Berührung. Denn darauf, ganz körperlich, haben es Marcelo Evelin und seine Compagnie Demolition Inc. abgesehen.


Festspielhaus Hellerau

Das eigene Bild montieren

von Michael Laages

Dresden-Hellerau, 7. November 2014. Fast sieht es so aus, als liefere ausgerechnet ein choreographisches Theater das Stück zur Stunde. Alle Welt fühlt sich im Augenblick ja berufen, die gloriosen Tage vor 25 Jahren nachzubeten: die Ereignisse rund um den 9. November, diesen deutschen Schicksalstag, an dem 1918 erst das Kaiserreich fiel, zwei Jahrzehnte später die Synagogen brannten und dann, wieder 51 Jahre danach, in Berlin die Mauer und quer durch Deutschland die Grenze fiel zwischen Ost und West.


Festspielhaus Hellerau

Flirt mit dem Knochenkostüm

von Lukas Pohlmann

Dresden, 6. Dezember 2013. Wenn man dem Tod doch so begegnen könnte! Mit ihm um Aufschub Schach spielen, wenn man den Kanal noch nicht voll hat. Das Knochenkostüm anlegen, wenn's einem passt, und auf dem Weg zur eigenen Beisetzung die Hitliste der meistgewünschten Beerdigungssongs trällern. Schöne Vorstellung. Harriet Maria und Peter Meining, bekannt als norton.commander.productions, schließen mit "Tanz den Tod!" ihre dreijährige Recherche zu den zehn Geboten ab, deren Zwischenstände als jeweils eigene Inszenierung schon 2011 und 2012 zu sehen waren.


Festspielhaus Hellerau
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Im Menschenstrom

von Ute Grundmann

Dresden-Hellerau, 16. Juni 2011. Tappen, quietschen, schleifen. Das Geräusch von Händen auf dem Boden, von Schuhen beim Rückwärtslauf, von Körpern, die über den Boden gezogen werden. Unverständliche Lautketten, einzelne Worte, dumpfes Dröhnen – mehr Töne gibt es nicht in William Forsythes neuer Arbeit "Sider".


Festspielhaus Hellerau
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Düsteres Mysterienspiel

von Tobias Prüwer

Dresden, 27. Mai 2011. Eros und Thanatos, so sagt man, sind die Grundbausteine aller großen dramatischen Stoffe. "The Dybbuk" zehrt allein von dieser Basis – und diese trägt gut. Der unheimliche Theaterabend im Festspielhaus Dresden-Hellerau gestaltet sich als (ok)-kultischer Reigen um unmögliche Liebe und ihre Erlösung. Das Gastspiel in deutscher Erstaufführung wird vom Itim Theatre aus Tel Aviv gegeben, das für seine experimentelle Zugriffe au Stoffe bekannt ist. Ensemblegründerin Rina Yerushalmi obliegt die Regie dieser, in einer Weise doch erstaunlich klassisch ausgefallenen Inszenierung.


Festspielhaus Hellerau

Einen Walfisch in sich tanzen spüren

von Michael Laages

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© Renato Magolin

Dresden-Hellerau, 4. Juni 2010. Ab nächsten Freitag weiß ja wieder beinahe jeder und jede, was und wie Brasilien wirklich ist: 22 Beine stark vor allem und ballverliebt bis dort hinaus. Bevor die "Selecao", also die National- und Legionärs-Auswahl der brasilianischen Weltfußballgemeinde, in Südafrika der Favoritenrolle gerecht oder nicht gerecht werden wird, ist im Kulturbetrieb gut werben mit dem "anderen" Brasilien.


Festspielhaus Hellerau

Blut ist auch nur was zum Trinken

von Caren Pfeil

Hellerau, 14. Mai 2010. Es ist wahrscheinlich müßig, darüber nachzudenken, ob das nun noch Performance oder schon Theater ist, eine Versuchsanordnung, ein Experimentierfeld oder einfach eine Show aus Musik, Bild, Mensch, Text, Licht und Gedankenfetzen. Oder, wie norton. commander. production es selbst ankündigen: "The Wolf Boys. Eine Horror-Musik-Film-Performance." Es ist.


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