zurück zur Übersicht

archiv » Kunstenfestivaldesarts Brüssel (3)
Kunstenfestivaldesarts Brüssel

Zieh dich aus für die Wahrheit!

von Lena Schneider

Brüssel, 14. Mai 2016. Wer hätte das gedacht: Am Ende dieses Stück ist einem leicht. Da hatte man sich im Vorhinein gewappnet, war fest entschlossen, sich vom Titel nicht in die Irre führen zu lassen und nichts auch nur annähernd Leichtes zu erwarten. Hatte es zynisch, zumindest aber auf nicht gerade raffinierte Weise frotzelnd vom Autorregisseur Milo Rau gefunden, sein erstes Stück mit Kindern, eines über Pädophilie, "Five Easy Pieces" zu nennen. Und dann das. Leichtigkeit.


Kunstenfestivaldesarts Brüssel

Sag's durch den Rüssel!

von Esther Boldt

Brüssel, 3. Mai 2013. Jemand steht am Mikrophon, in schwerer, schwarzer Lederjacke. Strähnig hängt das Haare in die Stirn, ein nackter Bauch quillt über den Hosenbund. Mit ungeheuer klarer, heller Stimme haucht diese Figur schwebende Laute ins Mikrophon: "aiii", könnte man sie transkribieren, oder "h-h-h-h", ein lauthaftes, rhythmisches Atmen. Wir hören und sehen: Antonia Baehr, die im Auftrag des Musikers Frédéric Bigot das Lied des Chinesischen Flussdelfins singt. Mit wenigen Handgriffen hatte sie zuvor die Verwandlung vollzogen: Weste auf, Lederjacke drüber, Bauch aus der Hose und Haare durchgestruwwelt.


Kunstenfestivaldesarts Brüssel

Work in Progress der Bewusstseinswerdung

von Guido Rademachers

Brüssel, 15. Mai 2010. "Die Produktion stand unter einem schlechten Stern." Die Dame im aparten Kostüm, die sich als Theaterbeauftragte des Goethe-Instituts in Brüssel vorstellt und die Schauspielerin Brigitte Cuvelier ist, schildert ein Proben-Horrorszenario. Während Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach, sei Christoph Schlingensief zusammengebrochen, ist auf Deutsch mit stark französischem Akzent zu hören. Hinter dem Sperrholzrednerpult, das auf die Vorbühne der Koninklijke Vlaamse Schouwburg gestellt wurde, geht es Schlag auf Schlag weiter.


zurück zur Übersicht