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archiv » Zürcher Festspiele (4)
Zürcher Festspiele

Die DNA des Schweizer Wohlstands

von Kaa Linder

Zürich, 18. Juni 2015. Eine koloniale Schweiz hat es nie gegeben, jedenfalls nicht in den Geschichtsbüchern. Nun tritt das Theaterkollektiv MASS & FIEBER, angelehnt an Shakespeares "Sturm" den Nachweis an, dass eidgenössische Unternehmerclans einen beachtlichen Anteil an kolonialen Geschäften hatten. Das geschieht an einem singulären Ort, der nicht bloß tolle Kulisse, sondern Hauptakteur in der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit schlechthin ist.


Zürcher Festspiele

Liebesmythos in Quassel-Tonlage

von Ewa Hess

Zürich, 20. Juni 2013. Nicht nur Wagner, sondern auch Marthaler – zwei ganz unterschiedliche Theatergötter hat sich die Basler Compagnie Capri Connection als Ziel ihrer Demontage in "Tristan oder Isolde" auserkoren. Die Truppe um die Regisseurin Anna-Sophie Mahler hat sich seit ihrer Gründung 2006 mit einer Gratwanderung zwischen Parodie und Ernst ein lachbereites Stammpublikum erspielt. In früheren Inszenierungen hat sie mal den französischen Philosophen Jean Baudrillard durch den Kakao gezogen (in Ars moriendi), mal die Teilchenphysik (in Der Urknall). Die Methode bleibt sich gleich: worthülsenreiches dokumentarisches Ausgangsmaterial wird in allen Quassel-Tonlagen variiert, Klischee und Erkenntnis purzeln durcheinander.


Zürcher Festspiele

Weltwerdung eines eingebildeten Gnoms

von Andreas Klaeui

Zürich, 14. Juni 2013. "Warum sind wir in Zürich, Richard?", fragt eingangs Cosima Wagner (Elisabeth Trissenaar). Eine gute Frage. Sie wird unbeantwortet bleiben. Gewiss, Richard Wagner verbrachte, als Flüchtling nach dem Dresdener Maiaufstand 1848, die Jahre von 1850 bis 1858 in Zürich, und es wurden wichtige Jahre in seinem Leben: in denen er die "Zürcher Kunstschriften" verfasste ("Das Kunstwerk der Zukunft"), nebenbei auch den Beruf des interpretierenden Dirigenten erfand, den "Ring des Nibelungen" anlegte, "Tristan und Isolde" schrieb und die Wesendonck-Lieder, aber auch die antisemitische Schrift über "Das Judentum in der Musik".


Zürcher Festspiele

Kein Schutz, nirgends

von Anja Lachmann

Zürich, 20. Juni 2010. Es sind Stücke, die dem Raum lauschen. Tanz als Dialog mit Gebäuden, ihrem Material, dem Lichteinfall, ihrer Akustik. Sasha Waltz inspirieren Räume seit jeher. Zwei bedeutende architektonische Statements haben sie und ihre Company im letzten Jahr tänzerisch in Besitz genommen: Das von David Chipperfield wiederaufgebaute Neue Museum in Berlin und das römische Kunstmuseum Maxxi von Zaha Hadid.


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