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i-camp / Neues Theater München

Das Schweigen der Sheriffs

von Cornelia Fiedler

München, 23. Juli 2015. Zwei Jahren läuft der NSU-Prozess in München. Wenn nicht Beate Zschäpe und ihr Anwälte-Trio (mit dem bühnenreifen Namen Sturm, Stahl und Heer) gerade wieder im Klinsch liegen, schafft es die rassistische Mordserie nur noch sporadisch in die Schlagzeilen. Die Theater bleiben erstaunlich hartnäckig am Thema – mit unterschiedlichem Ausgang: Lothar Kittstein hat jüngst für das Schauspiel Frankfurt ein fahrlässiges Einzeltäter-Gothic-Märchen, Der weiße Wolf, verfasst, Christine Umpfenbach dagegen konzentrierte sich in ihrem intensiven dokumentarischen Stück Urteile am Residenztheater vor allem auf die Perspektive der Angehörigen der Opfer. Ähnlich Nuran David Calis, der in Die Lücke Kölner Bewohnerinnen der Keupstraße auf die Bühne holte, während Johan Simons an den Kammerspielen Elfriede Jelineks Text Das schweigendem Mädchen jede politische Schärfe austreibt – und das ist nur eine kleine Auswahl.


i-camp / Neues Theater München

Ich bin stolz, eine kreative Ressource zu sein

von Sabine Leucht

München, 12. Dezember 2013. "Kritik ist sinnlos geworden, deshalb fabrizieren wir sie nicht mehr". Und: "Wir können dem ökonomischen System nicht entkommen." Dies sind zwei Sätze aus dem immer wieder variierten Mantra des Abends, an dem die freie Schauspielerin und Regisseurin Gesche Piening ihren Frust über die längst selbstverständlich gewordene Selbstausbeutung von Künstlern einmal anders formuliert. Nämlich aus der Position des schrankenlosen Marktkonformismus heraus, von wo aus das Verkaufbarkeitsargument jeglichen Gedanken an Inhalte überwuchert: Was wäre, ruft der Abend, wenn Kunst auf Teufel komm raus gefallen müsste? Oh je, weiß man (spätestens) am Ende, sie wäre nichts als eine marktschreierische Hülle um einen nicht mehr vorhandenen Kern.


i-camp / Neues Theater München

Übervater im Performance-Museum

von Matthias Weigel

München, 28. Juli 2010. Die Biographie des Regisseurs George Froscher liest sich wie ein Abriss der jüngerem Theatergeschichte. Geboren 1927, tanzte er in den Fünfziger Jahren im Folkwang Tanztheater unter Kurt Joos, Stationen in Paris und der Schweiz folgten. Anfang der Sechziger begegnete er in New York Martha Graham, entwickelte ein eigenes Trainingsprogramm. Vor genau 40 Jahren gründete er schließlich mit Kurt Bildstein das Freie Theater München.


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