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archiv » Städtische Bühnen Münster (2)
Städtische Bühnen Münster

Lauerposen in der Sofalandschaft

von Tim Schomacker

Münster, 30. Dezember. Ob General Gabler am Ende doch lieber einen Sohn gehabt hätte? Als Über-Ich in Pop-Art-Manier thront sein Bild im schicken neuen Heim der Tochter. Noch vor den Umzugskartons, den Koffern, den Transportüberzügen der Möbel hat Hedda es ausgepackt. Eben ist sie von der Hochzeitsreise zurück. Und man wüsste zu gern, wie ihre Kindheit wohl ausgesehen hat: Hat sie Frösche aufgeblasen? Papas Pistolen mitgenommen zum schulischen "show and tell"? Dem General von der königlichen Tribüne beim Manöver zugeschaut?


Städtische Bühnen Münster
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Hie Komödie, da Verzweiflung

von Kai Bremer

Münster, 1. Juni 2011. Sehen wir wirklich "Szenen aus dem Landleben", wie es der Untertitel von Anton Tschechows "Onkel Vanja" ankündigt? Als der helle, dünne Vorhang entlang der zwei vorderen Kanten der quadratischen, spitz ins Publikum ragenden Bühne zurückgezogen wird, zeigt sich eine karger, heller Raum mit hohen weißen Rückwänden. Sie geben ihrerseits den Blick durch die bis zum Boden reichenden Öffnungen auf einen dichten Wald frei. Die betonte Schlichtheit der Architektur erinnert eher an einen Bungalow mit hohen Wänden, denn an ein Landhaus. Lediglich ein paar Korbstühle und zwei Tische deuten an, dass hier auch gelebt wird und nicht nur architektonische Schönheit im Kontrast zur Natur Akzente setzt.


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