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archiv » Klosterspiele Wettingen (2)
Klosterspiele Wettingen

Ein Sommerspiel aus Liebe uns Finsternis

von Elisabeth Maier

Wettingen, 8. Juli 2014. Züchtig getrennt sollen Männer und Frauen auf den feuerroten Kirchenbänken im Hof des Klosters Stella Maris in Wettingen sitzen. "Das ist kein Witz", raunt der Schauspieler Martin Vischer mit strengem Blick, "das war Kirchengesetz im Kanton Aargau". Und die Zuschauer, wegen des Regens in Plastikpelerinen gehüllt, gehorchen ihm brav und wechseln die Plätze.


Klosterspiele Wettingen
alt

Es riecht nach Mann im Dorf

von Charles Linsmayer

Wettingen, 5. Juli 2011. Es ist 1798, und die französischen Revolutionsarmeen schicken sich an, die Schweiz zu erobern. Auf dem Dorfplatz versammeln sich die wehrhaften Eidgenossen und beschliessen, "mit Gott fürs Vaterland und gegen das Dezimalsystem" zu kämpfen, indem sie in ihrer Bergfestung auf den Gegner lauern. Die Frauen lassen sie im Dorf zurück. Sie sollen sich mit Dreck und Mist verschmieren, da die Franzosen sich nur für elegante Städterinnen interessieren. Und als dann statt der befürchteten Soldateska ein junger französischer Maler eintrifft, der die Gegend für seine Schlachtengemälde rekognoszieren soll, besinnen sie sich bald  eines Besseren, entdecken nach der Anleitung des charmanten Künstlers, was ihnen von ihren biederen Männern vorenthalten wurde, und leben mit dem gebrochen deutsch parlierenden Franzosen lustvoll ihre Sinnlichkeit aus.


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