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archiv » Würtembergische Landesbühne Esslingen (4)
Würtembergische Landesbühne Esslingen

Kalte Zeit

von Elisabeth Maier

Esslingen, 20. Oktober 2016. Über der Bühne hängt ein Heiland am Holzkreuz. Die ausgemergelten Rippen sind mit Blut verschmiert. Unter diesem gespenstischen Blickfang gerät die Welt ziemlich aus den Fugen in dieser Dramatisierung von Robert Seethalers "Der Trafikant". 2012 veröffentlichte der österreichische Autor und Schauspieler den Roman, der die fiktive Begegnung des jungen Franz Huchel mit dem Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, beschreibt.


Würtembergische Landesbühne Esslingen

Heidschi Bumbeidschi – nix bum

von Verena Großkreutz

Esslingen, 11. Dezember 2014. 160 000 Engländer, 300 000 Franzosen, 300 000 Deutsche waren bereits von Granaten zerfetzt, von Gewehrfeuern durchsiebt oder beim Bajonettangriff aufgespießt worden. An Heiligabend 1914 aber war an der Westfront plötzlich alles ganz anders. Jetzt verbrüderten sich für wenige Stunden viele der verfeindeten deutschen, britischen und französischen Soldaten, nahmen sich die Freiheit zum Waffenstillstand. Sangen gemeinsam Weihnachtslieder, kickten zwischen den Schützengräben, klappten die Mini-Weihnachtsbäume aus und teilten Schnaps, Zigaretten, Kuchen. Dann ging's zurück in die Schützengräben, und sie schossen wieder aufeinander. Auf obersten Befehl. Bis heute jedoch haben diese kleinen Leuchtfeuer des Friedens Symbolkraft.


Würtembergische Landesbühne Esslingen

Tödliche Machenschaften

von Verena Großkreutz

Esslingen, 11. Oktober 2012. Sein erster Auftritt lässt an afrikanische Diktatoren denken: Othello trägt korrekte weiße Uniform, Sonnenbrille, die Jacke voll mit Orden. Ein Unangreifbarer, selbstbewusst und stark. Ein erfolgreicher Militär. Wortgewandt und cool kontert er jeden Angriff vor Gericht: Magie sei für seine Liaison mit Desdemona verantwortlich? Lächerlich! Was braucht er Zauber, um ihr Herz zu kapern?


Würtembergische Landesbühne Esslingen

altDer Ego-Revoluzzer

von Tomo Mirko Pavlovic

Esslingen, 9. Februar 2012. Politik ist nichts für schwache Nerven. Es kann ja schon einmal vorkommen, dass der Herzog von Genua die Wahl zum Prokurator mit der gezückten Waffe zu seinem Vorteil manipuliert. Ein Putsch von oben. Die Verzweiflung ist groß, grenzenlos die Wut über den Tyrannen Gianettino Doria.

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