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Theater für Niedersachsen Hildesheim

Schlimm bleibt schlimm

von Leonie Krutzinna

Hildesheim, 27. September 2014. Als wäre der Anfang das Ende. Wie zum Schlussapplaus tritt das Ensemble aus der Bühnenflucht dem Publikum entgegen, ein Trupp Hooligans, kostümiert irgendwo zwischen Rambo und Braveheart. Doch statt erlösendem Beifall ertönt in Endlosschleife die seherische Formel der Hexen: "Schön ist schlimm und schlimm ist schön". Prophetisch umklammert die Dichotomie von Gut und Böse, das "fair is foul and foul is fair", Shakespeares "Macbeth" und begleitet die Figur Macbeth auf seinem Weg vom treuen Vasallen zum blutrünstigen Mörder.


Theater für Niedersachsen Hildesheim

Glaube mit und ohne Gott

von Stephanie Drees

Hildesheim, 19. Januar 2013. Paula ist schwer krank. Erledigt vom Überangebotstotschlag. Auch ein fieser Vielseitigkeitsterror hat sie eiskalt erwischt, der sitzt im Nacken und lässt sie taumeln, straucheln und durch eine Szenerie irren, die sich Leben nennt. In Hildesheim steht sie in Form einer überdimensionalen, weit in den Bühnenraum reichenden Treppe. Mausgrau wie der Schleier über Paulas Selbstbewusstsein und voller schiefer Stufen-Podeste, auf und zwischen denen die Schauspieler in Thomas Jonigks Stück "Diesseits" die Episoden aus Paulas Murksleben spielen. Ganz hinten ein Fenster mit Projektionen, die Paulas Innenleben mithilfe von Computertomographiebildern und Himmelsfarben illustrieren. Die Regisseurin Bettina Rehm hat die existentialistische Reise am Theater für Niedersachsen ganz als Komödie aufgezogen – textgetreu und mit festem Glauben daran, dass Situationskomik in fröhlicher Aufgang-Abgang-Manier das oft rutschige Parkett der Boulevardkomödie schon sichern wird.


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