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Luzerner Freilichtspiele

Heitere Apokalypse

von Charles Linsmayer

Luzern, 9. Juni 2015. 1981 schaffte der damals 31jährige Thomas Hürlimann, Regieassistent am Berliner Schiller-Theater, mit der Uraufführung von "Grossvater und Halbbruder" am Zürcher Schauspielhaus und mit dem Erscheinen der Novelle "Die Tessinerin" gleichzeitig als Dramatiker und Erzähler den Durchbruch. Auf Jahre hinaus gehörte der Autor des Zürcher Ammann-Verlags daraufhin zu den interessantesten, erfolgreichsten Schweizer Autoren. Er thematisierte vorwiegend Schweizerisches – 1991 etwa die Kaltstellung des Berliner Gesandten Fröhlicher nach Hitlers Untergang –, machte seinen Vater, einen früheren Bundesrat, zur Romanfigur ("Der grosse Kater") und steckte sogar die Polemik Reich-Ranickis, der seine Novelle "Fräulein Stark" als antisemitisch kritisierte, problemlos weg. Nach den 2002 und 2007 von Volker Hesse inszenierten zwei Fassungen des Einsiedler Welttheaters aber verstummte Hürlimann. Der Ammann-Verlag hörte zu existieren auf, und eine schwere Krebskrankheit brachte ihn an den Rand des Todes.


Luzerner Freilichtspiele

Der Fluch des Sees

von Beat Mazenauer

Luzern, 11. Juni 2013. Auf den Bergkämmen erlischt das letzte Sonnenlicht, die Dämmerung setzt ein und Abendkühle senkt sich über die Szenerie, sanft gleiten die Wellen des Sees ans Ufer. So kitschig schön und zugleich prachtvoll kann nur die Kulisse eines Freilichtspiels sein. Sein neuestes inszeniert Volker Hesse in Luzern an den Ufern des Vierwaldstättersees. Vor dem Hintergrund einer erhabenen Naturkulisse entfaltet sich ein archaisches Schauspiel. Es trägt den Titel "Wetterleuchten" und erzählt, wie drei Fremde in ein ärmliches Dorf am See einfallen. Tags darauf sollte der reiche Schiffmeister und Nauenbesitzer die Tochter eines armen Fischers heiraten. Doch dazwischen breitet sich eine Nacht voller Unrast und Unheil aus.


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