Vom Pop zur Staatsoper 4.0

Wien, 21. Dezember 2016. Der Musikmanager Bogdan Roščić, aktuell Leiter der Klassik-Sparte von Sony Music, wird ab 1. September 2020 Direktor der Wiener Staatsoper. Das meldet die österreichische Tageszeitung Die Presse. Der bisherige Direktor Dominique Meyer scheidet damit nach zwei Amtszeiten und dann insgesamt 10 Jahren im Direktorium aus.

Roščić, geboren 1964 in Belgrad, ist promovierter Philosoph und arbeitete ab 1989 als Pop-Kritiker der Tageszeitung Die Presse, ab 1991 als Ressortleiter für Medien, Medienpolitik und Pop beim Wiener Kurier. 1993 wurde er Musikchef beim ORF-Sender Ö3. 2003 zog er nach London um und führte als Managing Director das Klassik-Label Decca. Seit 2009 ist er bei Sony Music Classical in New York.

Kampf gegen jegliche Routine

Die Wiener Staatsoper stehe auf "sehr soliden Beinen", zitiert Die Presse Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) und Holding-Chef Christian Kircher zur Berufung, aber "wir müssen in die Zukunft blicken", so Drozda. Für Roščić, der unter 18 Bewerber*innen ausgewählt worden sei, habe "seine Vernetzung mit den wichtigsten Stars des internationalen Musiklebens" gesprochen. Drozda, so Die Presse weiter, "betonte, dass er mehr Premieren, eine Änderung mit dem Umgang mit dem Repertoire und einen stärkeren Fokus auf jüngeres Publikum wünsche". Laut Drozda gehe es "auch darum, eine Staatsoper 4.0 zu kreieren".

Roščić stelle seine Zukunftsvisionen unter das Motto "Vorwärts zu Mahler", in Anspielung auf die Ägide von Gustav Mahler, der das Haus 1897 bis 1907 geleitet hat, wobei "Kompromisslosigkeit, höchster Ehrgeiz und Kampf gegen jegliche Routine" die Grundsätze gewesen seien. Roščić plane eine Bündelung der Uraufführungsaktivitäten und die Kooperation auch mit kleineren Opernhäusern.

(Die Presse / de.wikipedia.org / chr)

 

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