DasgrosseFeuer1 280 Christian Kleiner h"Das große Feuer" © Christian KleinerMannheim, 23. Januar 2017

Flugsand im Wind der Zeit

Ein bewährtes Team: Roland Schimmelpfennig verfasst einen Text, der zeitgenössische Problemlagen in märchenhaft träumerisches Erzählen übersetzt: Das große Feuer, eine Fluchtparabel. Und Regisseur Burkhard C. Kosminski übersetzt diesen Text in ein musikalisches Papierweltspiel. Einem klangvollen Abend lauschte Harald Raab.

Berlin, 22. Januar 2017: Jette Steckel inszeniert das Großprojekt 10 Gebote am DT

"Benehmt Euch!" gab Gott einst am Berg Sinai seinem Volk auf den Weg und als Leitfaden auf zwei Steintafeln gemeißelt die 10 Gebote. Mit deren Einhaltung jedoch hapert es bekanntlich seitdem. Zeit für die moralische Anstalt Theater, sich der Sache anzunehmen. Im Deutschen Theater machte sich also Jette Steckel im Verbund mit 15 Autor*innen ans Werk. Dirk Pilz berichtet.

Bochum, 22. Januar 2017: Hasko Weber inszeniert Biedermann und die Brandstifter 

Am Anfang fragt ein Schauspieler das Publikum arglos nach Streichhölzern. Am Ende lodern die Flammen in Hasko Webers Inszenierung von Biedermann und die Brandstifter in Bochum. Was zwischendurch geschieht, weiß Sascha Westphal.

Düsseldorf, 22. Januar 2017: Robert Lehningers multimedialer Faust (to go)

Robert Lehninger arbeitet vornean, wenn es um Interaktivität, Videoeinsatz, Theater geht. Für seine neue Arbeit Faust (to go) hat er Goethes Vorlage in Düsseldorf medial aufgemischt, und zwar reise-fähig für verschiedene Spielstätten. Gerhard Preußer sah zu. 

München, 21. Januar 2017: Situation mit Zuschauern in den Kammerspielen

Geht das, im Theater ein IS-Enthauptungsvideo zeigen? Im Kontext des Kongresses Sensible Daten – Die Kunst der Überwachung an den Kammerspielen macht das Kollektiv Hauptaktion um Oliver Zahn eine Situation mit Zuschauern auf. Mit dabei: Martin Jost.

Berlin, 21. Januar 2017: Anne Lenk feiert Das Fest von Thomas Vinterberg am DT

Noch perlt der Sekt in den Gläsern bei der Familienfeier. Aber dann sprengt die Anklage des Sohnes Das Fest in Thomas Vinterbergs berühmtem Film. Am Deutschen Theater hat Anne Lenk die Sache neu aufgerollt. Michael Wolf war dabei.

Dresden, 21. Januar 2017: Jan Gehlers Thomas-Freyer-Uraufführung kein Land. August

Oben auf dem unüberquerbaren Kamm lauern die Soldaten. Was vollzieht sich da in kein Land. August von Thomas Freyer? Ein Fiebertraum? Ein Schreckensmärchen? Lukas Pohlmann gibt Aufschluss.

Bremen, 21. Januar 2017: Stefan Otteni zeigt King Charles III. von Mike Bartlett

Endlich ist Prince Charles King Charles III., und betreibt Bürgerrechtspolitik mit harter monarchischer Hand. Im Drama von Mike Bartlett, das Stefan Otteni an der Bremer Shakespeare Company zeigt, wo es Jens Fischer sah.

St. Pölten, 21. Januar 2017: Julia Jost stemmt Josef Winklers Romanstoff Roppongi

Eigentlich ... eigentlich sind die Romane von Josef Winkler, Büchnerpreisträger, für's Theater nicht geeignet. Kein Drama nirgends. aber wenn eine Kärntnerisch kann, dann geht auch Roppongi in Tokio, Japan. Martin Pesl hat es erlebt.

Oberhausen, 21. Januar 2017: Pedro Martins Beja mit Goethes Faust

Mit starkem Schülerchor und einem unbedingten Willen, kräftig zuzupacken, geht Pedro Martins Beja Goethes Faust in Oberhausen an. Martin Krumbholz sah Burschikoses und Bizarres.

München 20. Januar 2017: Cold bloody Hamlet von Christopher Rüping

Cornelia Fiedler und Michael Stadler denken über die Premiere des "Hamlet" von Christopher Rüping in den Münchner Kammerspielen nach und schreiben es im Kritiker-Chat auf.

Basel, 20. Januar 2017: Thom Luz führt durch Dantes Inferno

Bei Dante geht's im Höllenschlund Inferno mehr als handfest zu. Wie sich ein in seiner Kunst eher sanfter Musenjüngling wie Thom Luz zu solchen Abgründen verhält, berichtet Claude Bühler.

Mülheim an der Ruhr, 20. Januar 2017: Roberto Ciulli spielt und inszeniert Peer Gynt

82 Jahre ist Roberto Ciulli, der Meister aus Italien, der im Ruhrgebiet sein Theater aufgeschlagen hat, inzwischen alt. Er allein und seine Kollegin Maria Neumann spielen sich durch das ganze Ibsen-Nordland-Welt-Märchen Peer Gynt. Wie sich das ausnahm, weiß Friederike Felbeck.

Hannover 20. Januar 2017: Amerika nach Franz Kafka und Claudia Bauer

Ein Amerika nach Kafka, in dem nur mit Lippenspreizern gelächelt wird, Menschen riesenhafte Masken tragen und überhaupt alle ständig viel zu laut, mit viel zu großen Gesten agieren. Kommt uns das bekannt vor, Jan Fischer?

Berlin, 19. Januar 2017: Der eingebildete Kranke, inszeniert von Michael Thalheimer

Eine Komödie von Moliére? Angerichtet vom Tragiker Thalheimer? Kann das gut gehen? Schon einmal stellte sich die Frage, die Antwort der meisten Zuschauer in der Schaubühne lautete: Ja, geht. Sehr gut. Das war bei "Tartuffe". Und dieses Mal beim Eingebildeten Kranken? War's eine Komödie, Michael Wolf?

Wiesbaden, 17. Januar: Der Spieler von Dostojewski am Originalschauplatz

Dostojewskis Roulettenburg ist Wiesbaden, die Spielbank, wo sich der Schriftsteller um Kopf und Kragen zockte, liegt direkt neben dem Staatstheater, wo Christian Franke jetzt Der Spieler auf die Bühne bringt. Shirin Sojitrawalla berichtet.

Mannheim, 16. Januar 2017: Clemens J. Setz' Dramendebüt Vereinte Nationen

Als Prosaautor hoch gehandelt, debütiert Clemens Setzt jetzt mit Vereinte Nationen am Theater. Alexander Jürgs war bei der Uraufführung von Tim Egloff.

Düsseldorf, 15. Januar 2017: Die Elfriede Jelinek-Uraufführung  Das Licht im Kasten ...

Elfriede Jelineks Das Licht im Kasten (Straße? Stadt? Nicht mit mir!) erinnert an ihr früheres Stück "Die Straße. Die Stadt. Der Überfall". Allerdings geht's jetzt nicht mehr um München, sondern um die Düsseldorfer Nobelmeile Königsallee. In Düsseldorf hat Jan-Philipp Gloger das Werk uraufgeführt, das Andreas Wilink beeindruckt.

Hamburg, 15. Januar 2017: The Who and the What von Ayad Akhtar

Pulitzerpreistärger Ayad Akhtar ("Geächtet") hat mit The Who and the What ein Stück über die Schwierigkeiten der Liebe im traditionellen Islam geschrieben. Karin Beier besorgt die deutsche Erstaufführung am Hamburger Schauspielhaus. Stefan Schmidt berichtet.

Zürich, 15. Januar 2017: Onkel Wanja am Schauspielhaus

Einen stringent farblosen Abend hat Karin Henkel aus Onkel Wanja gemacht: Grautöne untermalen den melancholischen Lebensüberdruss von Tschechows Figuren. Ob das aufgeht? Valeria Heintges weiß mehr.

Berlin, 15. Januar 2017: Der Mann, der Liberty Valance erschoss im Gorki Theater

Hakan Savaş Mican nutzt Der Mann, der Liberty Valance erschoss, einen Stoff von Dorothy M. Johnson, um in einer Westernstadt von der Demokratie zu erzählen. Ob sie dabei etwas Neues erfahren hat, erzählt Esther Slevogt.

Bielefeld, 15. Januar 2017: Mizgin Bilmens erste Opern-Regie bei Charlotte Salomon

Charlotte Salomon kennen eher Insider: als jene Künstlerin, die mit 26 Jahren in Auschwitz starb und mit der Bilderbuch-Novel "Leben? Oder Theater?" ein faszinierendes Werk hinterließ. Marc-André Dalbavies gleichnamige Schauspieloper hat jetzt Mizgin Bilmen inszeniert, mit Jana Schulz – und zur Begeisterung von Stefan Keim.

Graz, 15. Januar 2017: Der gute Gott von Manhattan von Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann wäre dieses Jahr neunzig geworden. Ein Stück hat sie nie geschrieben, aber das Hörspiel Der gute Gott von Manhattan. Claudia Bossard hat es in Graz inszeniert. Reinhard Kriechbaum war dabei.

Frankfurt, 14. Januar 2017: Eine Familie am Schauspiel Frankfurt

Gegen gute Familienlügen ist ein US-Wahlkampf schon mal ein Klacks. Jedenfalls kann man Tracy Letts' Eine Familie so betrachten, das Oliver Reese für seine letzte Inszenierung in Frankfurt gewählt hat. Im Sommer wechselt er nach Berlin. Ein Fest für Schauspieler ist der Abend und eine Demonstration ästhetischer Geländegängigkeit. Mehr von Shirin Sojitrawalla.

Dresden, 14. Januar 2017: Der Phantast. Leben und Sterben des Dr. Karl May

 Gerad gibt es neue Winnetou-Verfilmungen im TV. Die hat Philipp Stölzl gedreht. Jetzt wollte er mehr Karl May. Also brachte er Jan Dvoraks Stück auf die Bühne. Wolfgang Behrens besuchte die Villa Shatterhand in Radebeul und war danach im Theater.

München, 14. Januar 2017: Macbeth im Residenztheater

 Es könnte gut sein, dass Macbeth den Rekord im Kunstblut-Verbrauch hält. Auch Andreas Kriegenburg kommt im Residenztheater nicht ohne aus. Und sonst, Tim Slagman?

Wien, 14. Januar 2017: Diese Mauer fasst sich selbst zusammen... am Schauspielhaus 

Von der Ausschreibung zur Ausschreitung - diesen Weg soll das Künstlerprekariat beschreiten in Miroslava Svolikovas Stück, das mit vollem Titel Diese Mauer fasst sich selbst zusammen und der Stern hat gesprochen, der Stern hat auch was gesagt heißt. Franz-Xaver Mayrs Inszenierung am Schauspielhaus bereitet Eva Biringer hoffnungsfroh beste Laune.

Jena, 14. Januar 2017: Hannes Weilers Mein süßes Unbehagen! am Theaterhaus

Willkommen in der neuen Welt der Post-Wahrheits-Produktion! Am Theaterhaus Jena geht es in  um ein scheiterndes Filmprojekt und alles andere. Matthias Schmidt vermisst einen Zusammenhang.

Bremen, 14. August 2017: Golden Heart überschreitet Spartengrenzen

"Man muss mehr über das Gute in der Gesellschaft sprechen", findet Alize Zandwijk und hat einen "spartenübergreifenden" Abend über Nächstenliebe, Hingabe und Selbstlosigkeit komponiert. Tim Schomacker sah die Premiere.

Berlin, 13. Januar 2017: Auftakt von Utopische Realitäten im HAU

Wie lebendig ist die Russische Revolution, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wird? Das Berliner Hebbel am Ufer untersucht zum Jubiläum Utopische Realitäten. Zum Auftakt zeigte das Festival Mariano Pensottis Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht und Marina Davydovas Eternal Russia-Parcours. Was bleibt vom großen Aufbruch, Sophie Diesselhorst?

Basel, 13. Januar 2017: Guillermo Calderón erzählt aus Blaise Cendrars Gold

In seinem Roman "Gold" von 1925 erzählt Blaise Cendrars von einem Schweizer, der auszog, in Kalifornien "Neu-Helvetien" zu gründen – und alles an den Goldrausch verlor. In Basel hat sich jetzt Guillermo Calderón ein Kapitel des Romans vorgenommen. Mit dabei: Christoph Fellmann.

Zürich, 8. Januar 2017: René Pollesch ist High (Du weißt wovon)

"Man geht ja fälschlicherweise davon aus, wenn man zwei Personen auf einer Bühne sieht, dass die miteinander sprechen; und wenn man eine Person sieht, dass sie denkt. Aber denken kann man nur zu zweit, und sprechen kann man nur alleine." Alles klar? Wir sind bei René Pollesch, und der ist diesmal High (Du weißt wovon). Aus dem Zürcher Schiffbau berichtet Christoph Fellmann.

Düsseldorf, 8. Januar 2017: Robert Gerloff mit Bov Bjergs Romanstoff Auerhaus

"Wir sollten alle im Auerhaus wohnen", hat der Schriftsteller David Wagner einmal das Lob seines Kollegen Bov Bjerg gesungen. Und nun wollen auch alle Theater den Roman Auerhaus spielen. Robert Gerloff macht in Düsseldorf den Anfang. Gerhard Preußer war dabei.

Schwerin, 7. Januar 2017: Steffi Kühnerts Regiedebüt mit Gerhart Hauptmanns Ratten

Früher war sie Theaterschauspielerin, u.a. bei Leander Haußmann. Mittlerweile trifft man sie eher in Kino oder Fernsehen. Aber jetzt ist Steffi Kühnert zum Theater zurückgekehrt, und zwar als Regisseurin. Mit Gerhart Hauptmanns Die Ratten gibt sie ihr Debüt am Mecklenburgischen Staatstheater – Michael Laages findet es vielversprechend.

Hamburg, 2. Januar 2017: Figure Humaine, Sasha Waltz' Elbphilharmonie-Eröffnung

Ihre Eröffnung war ursprünglich für 2010 geplant; nun ist sieben Jahre und einige Skandale später sehr viel Geld zu sehr viel Glas geworden, und in der Elbphilharmonie Hamburg zieht in den nächsten Wochen tatsächlich die Musik ein. Doch vorher wurde die Raumerkundungsexpertin Sasha Waltz gebeten, das Gebäude am Neujahrstag als Kunstort zu eröffnen. Falk Schreiber ist den Tänzer*innen ihres Stücks Figure Humaine durch die Flure und Räume der "Elphi" gefolgt.