DienerzweierHerren3 280 Reinhard Werner Burgtheater u"Der Diener zweier Herren" © Reinhard WernerRecklinghausen, 4. Mai 2016

Die Luft ist heiß

Burgtheater-Glamour beglänzt Recklinghausen zur Eröffnung der diesjährigen Ruhrfestspiele: Christian Stückl hat als Koproduktion mit Wien Der Diener zweier Herren inszeniert und mit seinem hochkarätigen Ensemble einen Theaterabend wie zugeschnitten auf den sanft explodierenden Frühling aus der Goldoni-Komödie gemacht, befindet Martin Krumbholz.

 

Berlin, 3. Mai 2016: Claus Peymanns Handke-Uraufführung Die Unschuldigen...

Claus Peymann übernimmt wieder mal die Uraufführung eines Stücks von Peter Handke. Ein maßloses Textkonvolut namens Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße. Zeigen sie es noch mal allen? Gestern war am Berliner Ensemble Premiere. Die Co-Produktion mit dem Burgtheater sah Leopold Lippert in Wien.

Mainz, 2. Mai 2016: Cult beim Int. Performancefestival in Mainz

Früher konnte man in den Holzpulten westdeutscher Universitäten den schönen Spruch "Kapilismus muss putt, aber nell, nell" lesen. Der Performer Georg Bütow hat sein Stück Cult zu diesem Spruch erarbeitet. Alexander Jürgs hat es sich angeschaut.

Bremen, 1. Mai 2016: Kleists Familie Schroffenstein unversöhnt

Zwei rivalisierende Clans, ein Liebespaar. (Shakespeare gerade 400. Todestag gehabt). Romeo und Julia!? Nein. Die Familie Schroffenstein. Von einem anderen großen Toten: Heinrich von Kleist. In seiner Inszenierung am Theater Bremen hat Alexander Riemenschneider den Kleist-Figuren jede Hoffnung auf ein Ende der Gewalt ausgetrieben, schreibt Jens Fischer.

Greifswald, 1. Mai 2016: Donizettis Don Pasquale multimedialisiert von Klaus Gehre

Geld UND Liebe wollen Ernesto und Norina, die Protagonist*innen von Gaetano Donizettis Opera Buffa Don Pasquale. Sie wollen also quasi sein wie – Kim Kardashian und Kanye West. Oder wie – Barbie und Ken. Letztere tauchen dann auch auf in Klaus Gehres multimedial modernisierender Inszenierung des Stoffs am Theater Vorpommern – von der Hartmut Krug berichtet.

Köln, 30. April 2016: Angela Richter geht über die Silk Road ins Darknet

Darknet, Assange, Snowden. Regisseurin Angela Richter dekliniert in ihrer neuen Arbeit Silk Road am Schauspiel Köln durch, was im Internet fernab von Google und Facebook, sozusagen auf der dunklen Seite, passiert. Was es zu lernen gab, was Edward Snowden sagt, und was Marshall McLuhan zu dem Ganzen gesagt hätte, weiß Martin Krumbholz.

Wien, 30. April 2016: J. Pommerats Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Regisseur Peter Wittenberg blickt in Die Wiedervereinigung der beiden Koreas am Burgtheater epsiodenhaft auf die Liebe zwischen Mensch und Mensch. Was man dabei erfährt und was der Dramatiker Joël Pommerat mit Woody Allen gemeinsam hat, weiß Martin Thomas Pesl.

Bregenz, 30. April 2016: Jeder gegen jeden vom aktionstheater ensemble

Der wohlgeformte Dialog ist längst nicht mehr unabdingbarer Bestand des Dramas. Das legt das Wiener aktionstheater ensemble in Jeder gegen jeden offen, uraufgeführt bei den Bregenzer Festspielen. Hier schimpft der Mensch, und das im giftigsten Wienerisch. Mehr von Thomas Rothschild.

Heidelberg, 30. April 2016: Eröffnung des Stückemarkts mit Der Mann aus Oklahoma

Der Heidelberger Stückemarkt eröffnete gestern mit dem Der Mann aus Oklahoma von Lukas Linder. Zur Nachtkritik auf unserem im Auftrag des Theaters Heidelberg erstellten Festivalportal.

Zürich, 29. April 2016: Sandra Hüller spielt Bilder deiner großen Liebe am Neumarkt

In Wolfgang Herrndorfs letztem Roman Bilder deiner großen Liebe steht Isa, das Mädchen aus "Tschick", im Zentrum. Eine, die mit "den Sternen wandert" und den Mond in den Himmel zurückschiebt. In Tom Schneiders Regie oszilliert diese Lebens-Domptage zwischen barockem Rezitativ und Rockkonzert, scheint der Text der grandiosen Sandra Hüller auf den Leib geschrieben. Mehr von Kaa Linder.

Heidelberg, 24. April 2016: Flüchtlingsfragen in Azas'/Tsinikoris' Stadt Land Flucht

Ein Aufblas-Sofa in Schlauchboot-Optik? Kein schlechtes Statement gegen das schlechte Gewissen der Flüchtlingsfragen. In Stadt Land Flucht begegnen Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris dem Gift, das die Debatten durchdringt mit fröhlichem Zynismus. Steffen Becker war vor Ort.

Potsdam, 24. April 2016: Alexander Nerlich zeigt einen fantastischen Peer Gynt

Trolle, Teufelsfiguren, schwarze Luftmatratzen auf dunkler Bohlen-Bühne.  Am Hans Otto Theater zeigt Alexander Nerlich Henrik Ibsens frühes Drama Peer Gynt mit großartigem Protagonisten als schwarz-romantische Fabel. Christian Rakow ließ sich ergreifen.

Zürich, 24. April 2016: Herbert Fritsch fragt: Who is afraid of Hugo Wolf?

Er ist der Inbegriff des deutschen Kunstliedes des 19. Jahrhunderts: der Komponist Hugo Wolf, dessen Werk sich Herbert Fritsch in seinem neuen Abend zur Brust nimmt: Who is afraid of Hugo Wolf? Andreas Tobler bekommt keine Antwort.

Wiesbaden, 24. April 2016: Tilo Nest mit Puppenstube von Lilian Hellman

Die Wiederentdeckung der amerikanischen Dramatikerin Lillian Hellman geht weiter. Nach ihren "Little Foxes" ist jetzt das Südstaaten-Stück Puppenstube auf dem Spielplan. Tilo Nest hat es inszeniert, Shirin Sojitrawalla sah gestern die Premiere.

Düsseldorf, 24. April 2016: subbotnik mit Wenn ich was hören will, muss ich aufs Dach

Es gibt eine Tradition feinen Theaterhumors, die schönste Ergebnisse zaubert, wenn man in Restaurants, Zügen, U-Bahnen oder auf der Straße Töne aufnimmt und daraus Szenen entwickelt. Wie subbotnik es tat für Wenn ich was hören will, muss ich aufs Dach am FFT Düsseldorf. Mehr von Stefan Keim.

Münster, 24. April 2016: Dominique Schnizer mit Enron von Lucy Prebble

Die betrügerische Pleite der Energiefirma Enron 2001 war ein Fanal. Die Finanzkrise folgte. Lucy Prebble hat aus dem Enron-Bankrott ein Stück gemacht, Dominique Schnizer inszenierte eine Satiriade, über die Gerhard Preußer nachdenkt.

Frankfurt, 23. April 2016: Der alte Affe Angst vertheatert von Ersan Mondtag

Ersan Mondtag gehört zu den Shootingstars unter den jungen Regisseuren mit seinen Arbeiten an der Schwelle zur Installation und bildenden Kunst. Jetzt hat er sich in Frankfurt Oscar Roehlers Beziehungsfilmdrama Der alte Affe Angst vorgenommen, in dem ein Paar quälend zerbricht. Alexander Jürgs ist beeindruckt.

Berlin, 23. April 2016: Stephan Kimmig mit Houellebecqs Unterwerfung am DT

Michel Houellebecqs Roman Unterwerfung ist knallhart auf Kassandra-Ruf gepolt von wegen Islamisierung des Abendlandes. Und munter von den Theatern auf die Bühnen geknallt von wegen großer Debattenstoff. Am DT Berlin besorgt den Job Stephan Kimmig – im Krankenhausambiente, wie Sophie Diesselhorst berichtet.

Göttingen, 23. April 2016: Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft

Die Landschaft ist tot, nur die Erinnerung lebt. Swetlana Alexijewitsch hat Menschen zu ihrem Leben nach und mit Tschernobyl befragt. Die Berichte inszeniert Peer Ripberger in Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft mit eindrucksvoller Diskretion. Mehr von Valerie Schaub.

Hamburg, 22. April 2016: Romeo Castelluccis Bildermusiktheater La Passione

Der italienische Großmeister Romeo Castellucci ist berühmt für seine Überwältigungsästhetik, für Bilder, die wehtun. In den Hamburger Deichtorhallen inszeniert er für die Staatsoper jetzt Bachs "Matthäus-Passion" als La Passione in einem White Cube – und entwickelt still mehrdeutige Bilder um Krankheit, Zerstörung, Tod, die fast unerträglich mit Bedeutung aufgeladen sind. Falk Schreiber war beeindruckt.

München, 21. April 2016: Nora Abdel-Maksouds Sie nannten ihn Tico am Volkstheater

Nora Abdel-Maksoud ist nicht nur als Akteurin am Berliner Gorki Theater ein Humorhurrikan. Sie fegt auch als Regisseurin und Autorin mächtig durch. Bei "Radikal jung" 2015 in München sorgte sie mit der Mediensatire "Kings" für Furore. Jetzt bringt sie ihr country-inspiriertes Roadmovie Sie nannten ihn Tico am Münchner Volkstheater heraus  ein Hirntotenschein für Deutschland. Petra Hallmayer nahm ihn in Empfang.

Hannover, 17. April 2016: Martin Laberenz inszeniert die Brüder Karamasow

Olle Dostojewskij hat in deutschen Theatern schwer Konjunktur. Ist Castorf schuld und die allgemeine Ratlosigkeit. Jetzt hat sich Martin Laberenz in Hannover auf die Brüder Karamasow geworfen. Oder sie sich auf ihn? Alexander Kohlmann hat nachgeschaut – und ist am Ende trotz fünfeinhalbstündiger Strapaze ziemlich überzeugt von der Angelegenheit.

München, 17. April 2016: Elfriede Jelinek und Nicolas Stemann packt die Wut

Elfriede Jelinek hat ihr neues Stück Wut kurz nach den Pariser Anschlägen auf "Charlie Hebdo" und den jüdischen Supermarkt geschrieben. Den Chor bevölkern diesmal Terroristen, Flüchtlinge, AfDler. Bei Nicolas Stemann dürfen aktuelle Anspielungen wie auf die Causa Böhmermann natürlich nicht fehlen. Wie war's, Sabine Leucht?

Hamburg, 17. April 2016: Lars Ole-Walburg nimmt die Tram zur Endstation Sehnsucht

"Stimmig, spannend, manchmal krass." So urteilt eine fiktive Schulklasse über Endstation Sehnsucht am Thalia Theater. Wie viel inhaltliche Relevanz Lars-Ole Walburgs Inszenierung tatsächlich besitzt, weiß Falk Schreiber.

Leipzig, 17. April 2016: Matthias Matschke befindet mit Milgram: Germans are different

Einer der Großwesire aus dem Reich des Lächelns ist nach Leipzig gegangen, um mit dem Publikum ein wenig Humor und Strenge einzuüben: Matthias Matschke – einst Marthaler-Komödiant an der Volksbühne, heute TV-Comedian – is back on stage. Was bei Germans are different herausgekommen ist, wiegt Christian Rakow.

Oldenburg, 17. April 2016: Rocko Schamoni öffnet exklusiv Fünf Löcher im Himmel

Eine Kneipe, ein Sportwagen, ein Leben im Rückspiegel. Rocko Schamoni inszeniert sein Fünf Löcher im Himmel in Oldenburg, der eigentliche Star des Abends ist aber ein Punkrocker im Federkleid. Ob er die Chose zum Fliegen brachte, sagt Tim Schomacker.

Dortmund, 16. April 2016: Kay Voges führt Die Borderline Prozession an

Die Medienmoderne. Und die Himmel und Höllen zwischen Dante und Gilles Deleuze. Und die Gegenwart der Völkerwanderungen und die Verlorenheit des amerikanischen Traums. Und Video und Live-Spiel, sakral und profan. Kurzum: Theater, das das Große und Ganze anpacken will, hat sich Kay Voges in Dortmund mit Die Borderline Prozession vorgenommen. Und ja, er liefert, berichtet Dorothea Marcus fasziniert.

Luzern, 16. April 2016: Schweizer Erstaufführung von Lehman Bothers

  Ja, das ist ein Lieblingssport von Theaterleuten: den Menschen da draußen die Wirtschaft erklären. Deshalb wird Stefano Massinis Stück Lehman Brothers gerade rauf und runter gespielt. Nun auch in der Schweiz, wo Matthias Kaschig die Erstaufführung besorgte. Christoph Fellmann sah zu.

Frankfurt, 16. April 2016: Andreas Kriegenburgs japanisierender Shakespeare-Sturm

Andreas Kriegenburg verlegt Shakespeares Der Sturm am Schauspiel Frankfurt in eine japanische Zauberwelt. Zwischen Bonsais und Origami-Blättern werden Schenkel geklopft. いかがでしたか, Grete Götze?

Berlin, 16. April 2016: Marianna Salzmanns Meteoriten im Gorki

Fünf Menschen: Vier wollen ein Kind, einer ein anderes Geschlecht, die meisten ein neues Deutschland. Und alle brauchen dringend Liebe. Hakan Savaş Mican inszeniert am Gorki-Theater die Uraufführung der soaphafte Polittragödie Meteoriten von Sasha Marianna Salzmann. Und, Sascha Ehlert?

Kiel, 16. April 2016: Doppeluraufführung von Zehn Gebote

Der Mensch und die Moral, das Thema füllt Gotteshäuser und Theater. Als Doppeluraufführung haben Annette Pullen und Dedi Baron zwei Stücke von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel sowie Shlomo Moskovitz auf die Bühne gebracht. Zehn Gebote heißen sie beide. Mehr von Michael Laages.

Wien, 15. April 2016: Thomas Bo Nilsson öffnet die Cellar Door zur Signa-S/M-Welt

Er schuf als Bühnenbildner die Welt der "Martha Rubin" und war Kernmitglied der stets skandalverdächtigen Performancetruppe Signa. Mit "Meat" sorgte Thomas Bo Nilsson auch als Regisseur für Aufsehen. Jetzt lockt er das Publikum am Schauspielhaus Wien bei Cellar Door in eine düstere Sado-Maso-Welt. Wer Wodka will, muss aus dem Bauchnabel trinken. Den virtuellen Fight Club besuchte Theresa Luise Gindlstrasser.

Basel, 15. April 2016: Claudia Bauers Molière-Spektakel Der Menschen Feind

Himmelschreiend komisch und doch so wahr ist PeterLichts Neuschöpfung Der Menschen Feind von Molières "Misanthrope". In Basel hat Claudia Bauer die Uraufführung mit Spektakel-Perücken inszeniert. Mit dabei: Claude Bühler.

Bonn, 15. April 2016: Mina Salehpour mit Draußen rollt die Welt vorbei von Lukas Linder

In Lukas Linders neuem Stück Draußen rollt die Welt vorbei dürfen die Toten nicht tot sein, dafür die lebensunfähigen Lebenden in lustigen Sentenzen sprechen. Ein ideales Uraufführungsspielfeld für Regisseurin Mina Salehpour. Oder, Gerhard Preußer?

Berlin, 15. April 2016: SPAM von Rafael Spregelburg im Theaterdiscounter

SPAM von Rafael Spregelburg feierte gestern seine Berlin-Premiere am Theaterdiscounter. Wir sahen die Inszenierung von Marie Bues schon in Stuttgart. Mit dem Text versucht Autor Rafael Spregelburg das Internet auf die Bühne zu bringen. ROFL! Das kann ja nicht gut gehen. Oder etwa doch, Verena Großkreutz?

Wien, 14. April 2016: Retzhofer-Dramatikerpreis-Stück die hockenden im Burgtheater

Sie sitzen, nein sie hocken, nein sie stützen sich in der Einöde auf ihre Rollstuhl- und Rollator-Lehnen und erleben gemeinsam das Nichts. Im Burgtheater-Vestibül hat Alia Luque die Uraufführung des Retzhofer-Dramatikerpreis-Gewinnerstücks von Miroslava Svolikova inszeniert – dort werden die hockenden zu allem Überfluss beschirmt von Österreichs peinlichen Held*innen, schreibt Leopold Lippert.

Berlin, 10. April 2016: Armin Petras inszeniert Frank Witzels Die Erfindung der RAF...

Auch sie ist untergegangen, die alte Bundesrepublik, durch die der Protagonist von Frank Witzels Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969 irrt und sich phantasiert. Lohnt es sich, sie wiederauferstehen zu lassen? Ist das überhaupt möglich? Von Armin Petras’ Uraufführung des Witzel-Romans in der Schaubühne berichtet Esther Slevogt.

Bochum, 10. April 2016: Hermann Schmidt-Rahmers Update von Die Schutzbefohlenen

Elfriede Jelinek hat ihren rauf und runter gespielten Schutzbefohlenen immer mal wieder neue Texte hinzugefügt, so dass Hermann Schmidt-Rahmer jetzt in Bochum sogar eine veritable Tetralogie (mit dem neuen Epilog auf dem Boden) uraufführen konnte. Die aber sendete Schockwellen ins Gehirn von Dorothea Marcus.

Wuppertal, 10. April 2016: Maik Priebe großer Aufschlag mit Molières Tartuffe

Wie ein einziges Provisorium wirkte zuletzt das Schauspiel Wuppertal. Nun kehrt man mit Molières Tartuffe wieder auf die Bühne des Opernhauses zurück. Und ja, es ward ein großer Auftritt! Mehr von Sascha Westphal.

Karlsruhe, 10. April 2016: Jan Philipp Gloger mit Die Troerinnen von Euripides

Mann im Krieg gefallen, Heimat verloren, zur Sklavin degradiert – Euripides' Die Troerinnen sind ein einziger Klagegesang. Aber wie jede*r in Jan Philipp Glogers Inszenierung dieses Lied singt, ist schon besonders, findet Elske Brault.

Konstanz, 10. April 2016: Mumien. Ein Heimspiel von Mehdi Moradpour uraufgeführt

Mit Mumien. Ein Heimspiel hat der aus dem Iran geflohene Autor Mehdi Moradpour den 3. Autorenwettbewerb der Theater Konstanz und St. Gallen gewonnen – mit großen, poetischen und auch brutalen Bildern. Von Andreas Bauers knochenknackender Uraufführung berichtet Elisabeth Maier.

Eisenach, 10. April 2016: Christoph Todt mit Die lächerliche Finsternis

Die lächerliche Finsternis von Wolfram Lotz dürfte das meistgespielte neuere Stück der letzten zwei Spielzeiten sein – nun ist es auch in Eisenach angekommen, wo Christoph Todt es auf Linie gebracht hat. Mehr von Henryk Goldberg.

München, 9. April 2016: Frank Castorfs Die Abenteuer des guten Soldaten ?vejk

Achtung: Die Volksbühne steht jetzt in München, ein altes Mütterchen im Nutten-Look fragt wo, all die Blumen sind und ein Penis gibt den Takt vor. Frank Castorf inszeniert nach seinem Skandal-"Baal" wieder am Residenztheater. Zu sehen gibt es Die Abenteuer des guten Soldaten ?vejk im Weltkrieg nach Jaroslav Hasek. Sabine Leucht war dabei.

Erlangen, 9. April 2016: Neuland, ein Märchen-Projekt mit Geflüchteten

"Sprichst du nicht deutsch?", fragt ein Prinz mit Pappkrone kopfschüttelnd seine Braut. Wir sind mitten in einer Szene aus dem Fundus von Grimms Märchen, die Jakob Fedler in seinem Projekt Neuland am Theater Erlangen mit Schauspielern und Geflüchteten zur Leitkulturgeisterbahn montierte. Dieter Stoll sah Theater der wunderbarsten Art.

Wien, 9. April 2016: Strotter von Thomas Köck und Tomas Schweigen

Ist unsere Welt nur eine Illusion? Verhalten sich die Leute nicht irgendwie seltsam? Leben wir doch in der Matrix? Thomas Köck und Tomas Schweigen laden am Wiener Schauspielhaus mit Strotter zu einem "postapokalyptischen Spaziergang". Ein Abend, der Fragen aufwirft. Kai Krösche hat die Antworten.

Berlin, 6. April 2016: Locus Solus von Raymond Roussel an der Berliner Volksbühne

Was ist Locus Solus? Klar, ein surrealistscher Roman von Raymond Roussel. Und eine Inszenierung von Krzysztof Garbaczewski. Aber dann ist es vorbei mit der Sicherheit. Dann funktioniert der Körperscanner nicht, dann springt dafür der Schamane ein. Alles klar, Michael Wolf?

Wien, 4. April 2016: Yasmina Rezas Bella Figura mit Burg-Stars

Schon das Premierenpublikum sieht ziemlich anders aus als das der Uraufführung an der Berliner Schaubühne – Röckchen statt Röhre, Seide statt Jeans. Auch den Bühnen-Figuren auf die Kleider zu gucken, ist aufschlussreich in Dieter Giesings Inszenierung von Yasmina Rezas Bella Figura mit Stars des Burgtheaters (u.a. Caroline Peters, Joachim Meyerhoff) – mehr von Eva Biringer.

Annaberg-Buchholz, 4. April 2016:Angst essen Seele auf mit Pegida-Verweisen inszeniert

Angst essen Seele auf, diese titelgebende Erkenntnis aus dem Film von R. W. Fassbinder wäre eigentlich auch ein guter Slogan für ein Pegida-Gegendemo-Schild. Karl Georg Kayser hat den Stoff im Erzgebirgischen auf die Bühne gebracht und nicht mit Pegida-Verweisen gespart – Matthias Schmidt wurde es irgendwann zuviel.

Bochum, 3. April 2016: Eric de Vroedt verdoppelt Stiller

Stiller will nicht Stiller sein – und bekommt am Schauspielhaus Bochum endlich, was er fordert. Regisseur Eric de Vroedt besetzt in seiner Bühnenadaption des Romans Max Frischs großen Lügner mit zwei Schauspielern, die einander beim Schwindeln zusehen. Ob das aufgeht, weiß Andreas Wilink.

Dessau, 3. April 2016: Familiengeschichten. Belgrad von Biljana Srbljanovi?

Es sind kleine, sehr böse Spiele. von denen Biljana Srbljanovi? in Familiengeschichten. Belgrad erzählt. Kinder ahmen darin die Grausamkeit der Erwachsenenwelt nach. David Ortmann hat das Stück in Dessau wiederentdeckt. Wolfgang Behrens hat's gesehen.

Reutlingen, 3. April 2016: Einmal jemand ganz anderes sein... von Marc von Henning

Einmal jemand ganz anderes sein der ganz woanders etwas ganz anderes macht. Der (vermutlich) längste Stücktitel der Saison an einem der kleinsten Häuser der Bundesrepublik. Marc von Henning zaubert als Autor und Regisseur des Abends poetische Vexierspiele ins Theater "Die Tonne", berichtet Thomas Morawitzky.

Zürich, 2. April 2016: René Pollesch diskutiert Brecht in Bühne frei für Mick Lev?ik

Bertolt Brecht, ja, der hat nach 1945 in der Schweiz wieder angefangen. So hat René Pollesch im Schauspielhaus nun einen theaterwissenschaftlichen Diskurs auf die Bühne gebracht. Über Sophokles, Brecht und das Theater, wie René Pollesch es sieht. Brecht heißt hier nicht Brecht, sondern Bühne frei für Mick Lev?ik wird gerufen. Und, Christoph Fellmann, wie war's?

Magdeburg, 2. April 2016: Straighte Umsetzung von Annett Gröschners Moskauer Eis

Eine Art Vanille: das ist Moskauer Eis in der DDR und in Annett Gröschners gleichnamigem Roman. Lydia Bunk hat diese Wende-Betrachtung ganz ohne Theater-Saltos inszeniert, was ihr zugute kommt, findet Matthias Schmidt.

Köln, 2. April 2016: Moritz Sostmann verspielt Victor oder Die Kinder an der Macht

In Zeiten, in denen "besorgte Bürger" für die "christlich-abendländischen Werte" auf die Straße gehen, kann einem Roger Vitracs böse Komödie Victor oder Die Kinder an der Macht von 1921 erschreckend aktuell vorkommen. Moritz Sostmann inszenierte, Sascha Westphal schaute zu.

Berlin, 1. April 2016: Anne Lenk mit einer Bühnenadaption von Joseph Roths Hiob

Und wenn die Welt voll Teufel wär': Hiob wird's erdulden und das Theater wird weiterhin Romane bearbeiten. Nachdem Johan Simons und Koen Tachelet vor Jahren mit einer Bühnenadaption von Joseph Roths Hiob in München reüssierten, haben Regisseurin Anne Lenk und Dramaturgin Sonja Anders am Deutschen Theater nun eine neue Fassung vorgelegt. War's dramatisch, Christian Rakow?

Wiesbaden, 1. April 2016: Uwe Eric Laufenbergs Sex'n-Crime-Version von Hedda Gabler

 Ist das eine Drohung oder ein Versprechen? Das Hessische Staatstheater rät Jugendlichen unter 14 Jahren vom Besuch des Sex-and-Crime-Dramas Hedda Gabler, geschrieben von Henrik Ibsen und inszeniert von Intendant Uwe Eric Laufenberg, ab. Wie porno war's denn, Shirin Sojitrawalla?


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