Gesprach Kurbisse 3 280 Arno Declair u"Gespräche wegen der Kürbisse" © Arno DeclairBerlin, 26. Juni 2016

Planet Freundin

Mit der Langen Nacht der Autoren gingen die Autorentheatertage des Deutschen Theaterts gestern zu Ende. In diesem Rahmen kam es nun zur letzten der ATT-Uraufführungen, starbesetzt mit Maren Eggert und Natali Seelig. Die beiden trafen sich im Hinterbühnen-Café zum eskalierenden Gespräch wegen der Kürbisse von Jakob Nolte, inszeniert von Tom Kühnel und begutachtet von Simone Kaempf.

Essen, 26. Juni 2016. Anna Bergmann inszeniert Maria Stuart in Essen

Als Königinnenschmonzette funktioniert Friedrich Schillers Maria Stuart ja immer gut, aber was, um Himmels willen, fängt man mit den Gedanken darin an? Mit dieser Frage an die Neuinszenierung von Anna Bergmann beschäftigt sich Gerhard Preußer.

Köln, 26. Juni 2016. Festivalübersicht Impulse

 In NRW lief bis Samstag das traditionsreiche Best-of-Freie-Szene-Festival Impulse. Hier die Festivalübersicht.

Berlin, 26. Juni 2016. Festivalübersicht Autorentheatertage am Deutschen Theater

Elf Gastspiele und drei Uraufführungen waren bei den diesjährigen Autorentheatertagen am Deutschen Theater zu sehen. Hier die Festivalübersicht.

Bad Hersfeld, 25. Juni 2016: Dieter Wedels Festspieleröffnung mit Hexenjagd

Wer tolle Fernsehstars wie Richy Müller oder Jasmin Tabatabai am Start hat, der sollte sie auch in voller Leinwandgröße zeigen, sagt sich Dieter Wedel zur Eröffnung der 60. Bad Hersfelder Festspiele. Und also packt der TV- und Theatermacher für Arthur Millers Hexenjagd an der Stiftsruine den Videoscreen aus. Wurd' es Theater wie bei Frank Castorf? Alexander Kohlmann kennt die Antwort.

Berlin, 25. Juni 2016:  Das Gelübde von Dominik Busch bei den Autorentheatertagen

Die Lange Nacht der Autoren hat ein anderes Gesicht, seit die Autorentheatertage am DT Berlin im vergangenen Jahr ihren Modus änderten. In vollwertigen Inszenierungen werden drei von einer Jury ausgewählte neue Stücke präsentiert. Die Premiere von Dominik Buschs Das Gelübde fand gestern Abend statt. Ein Stück über eine Radikalisierung der besonderen Art, mehr vom angetanen André Mumot.

Berlin, 24. Juni 2016: H.-W. Kroesinger goes Staatsoper: Die Luft hier: scharfgeschliffen

Bevor Hans-Werner Kroesinger einer der führenden Dokumentar-Theaterkünstler unserer Tage wurde, schlug er mit ersten Regiearbeiten im Musiktheater auf. Jetzt kehrt er in die heiligen Hallen der hohen Töne zurück und inszeniert die politische Reflexion Die Luft hier: scharfgeschliffen von Matthias Hermann an der Berliner Staatsoper. Georg Kasch war vor Ort.

Berlin, 24. Juni 2016: Die tschechische Erfolgsproduktion Die Anhörung

In Tschechien wurde diese Produktion vom Theater Komorní scéna Aréna in der Regie von Ivan Krejčí mit Preisen überhäuft. Jetzt gastiert Die Anhörung zum Fall Adolf Eichmann am Berliner Theater unterm Dach. Michael Wolf schaute hin.

Berlin, 23. Juni 2016: Der Opernstar-Abend Quartetto am Renaissance-Theater

Wenn große Künstler vom Olymp des Ruhms herabsteigen, sind sie allein. Oder treffen sich in der Altersresidenz. So jedenfalls in Ronald Harwoods veritabler Erfolgskomödie Quartetto, die 2012 von Dustin Hoffman verfilmt wurde. Am Renaissance-Theater hat Torsten Fischer das Stück nun mit echten alternden umtriebigen Opernstars besetzt. Mehr von Wolfgang Behrens.

Berlin, 23. Juni 2016: Herbert Fritschs Apokalypse jetzt an der Volksbühne Berlin 

Der Titel passt unfreiwillig zur Stimmung dieser Tage: In seiner Version der Apokalypse lässt Herbert Fritsch den Schauspieler Wolfram Koch mit Donnerstimme die Offenbarung des Johannes verkünden. Martin Krumbholz berichtete von der Premiere bei den Ruhrfestspielen vor zwei Wochen. Seit gestern läuft der Abend auch an der Berliner Volksbühne.

Wien, 22. Juni 2016: Claudia Bosses Ideal Paradise am Theatercombinat

"Die Verrückten, denen schau ich schon die ganze Woche beim Proben zu", sagt eine Anrainerin über Ideal Paradise von Claudia Bosse und ihrem Theatercombinat. Der Spaziergang durch Wien mit silbern gewandeten Performern stellt Fragen wie: "Wie können wir hier zusammen leben?". Für die beste dieser Fragen musste Martin Pesl allerdings bis zum Schluss warten.

München, 20. Juni 2016: Tage der Dunkelheit am Münchner Volkstheater 

Warum die Menschen das Morden erfanden, ist eine Frage, die einen leider täglich aus den Nachrichten anspringt. Am Münchner Volkstheater sucht Sankar Venkateswaran nach uralten Antworten auf diese Frage: im indischen Epos "Mahabharata". Das szenische Resultat – Tage der Dunkelheit – ist eine eindrückliche Absage an die postmoderne Dauerironie. Sagt Cornelia Fiedler.

Berlin, 19. Juni 2016: Rodrigo García mit der Entführung aus dem Serail

Rodrigo García an der Deutschen Oper! Skandal mit Blut und Burgerbrötchen? Kommt drauf an, was man unter Skandal versteht, schreibt, nachdem er Garcías Entführung aus dem Serail als grellbunten Comic-Bilderbogen mit Mozart-Soundtrack und ohne Lars Eidinger erduldet hat, Georg Kasch.

Bremerhaven, 18. Juni 2016: Offshore mit neuen Stücken von Köck, Rittberger, Stockmann

"Das wird man ja wohl noch sagen dürfen", dieser Satz verbindet die Miniaturen von Thomas Köck, Kevin Rittberger und Nis-Momme Stockmann, die zusammen den Abend Offshore – Identitäten am Rande der Gesellschaft bilden. Jens Fischer ist begeistert.

Braunschweig, 18. Juni 2016: Während ich wartete von Mohammad Al Attar

Taim liegt nach einem Unfall im Koma. Was vorher geschah, erzählt der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar in dem Familien- und Freundschafts-Gefüge Während ich wartete. Nach der Uraufführung beim belgischen Kunstenfestival gastierte der Abend nun bei Festival Theaterformen. Mehr von Michael Laages.

Berlin, 18. Juni 2016: Sebastian Sommer inszeniert Eugène Ionescos Die Stühle

Absurdes Theater? Hat es schwer in Zeiten, in denen sinnverdrehte Quatsch-Dialoge auf allen Kanälen zum Programm gehören. Was nicht heißt, dass die Ehrenrettung von etwa Eugène Ionesco nicht möglich wäre. Am Berliner Ensemble versucht es Sebastian Sommer mit dem Lebensfinal-Resümee Die Stühle. Wie, weiß Christian Rakow.

Berlin, 17. Juni 2016: Flüchtlinge fressen – die neue Aktion des ZPS

Die neue Aktion des Zentrum für politische Schönheit mit dem Maxim Gorki Theater könnte blutig enden. Das ZPS will mit Flüchtlinge fressen die Abschaffung des Paragraphen erpressen, der es Fluggesellschaften verbietet, Flüchtlingen zur Einreise zu verhelfen. Andernfalls soll sich ein Geflüchteter freiwillig von Tigern fressen lassen. Mehr von Sophie Diesselhorst.

Braunschweig, 17. Juni 2016: Haus der Hunde von Vladyslav Troitskyi

Asien ist Schwerpunkt beim Festival Theaterformen. Aber es laufen auch so einige andere Arbeiten. Haus der Hunde zum Beispiel des ukrainischen Regisseurs Vladyslav Troitskyi vom Dakh Theater, einem der ältesten unabhängigen Theater des Landes. Fürs Bühnenbild ist ein Stahlkäfig mitgereist, und ziemlich düstere Atmosphäre. Mehr von Jan Fischer.

Mülheim, 17. Juni 2016: Lone Twin mit Big Town

Das englische Regie-Duo Lone Twin lädt uns ins Zirkuszelt. Aber in Big Town gibt es keine Zauberer oder Tiger zu sehen. Dennoch war es ein einzigartiger Abend. Spoiler: Ein Schnitzel kann die Welt bedeuten. Sascha Westphal war im Zirkusfieber.

Bremen, 16. Juni 2016: Alexander Giesches Fußball-Kunst-Projekt Torture the Artist 

 Kunst kommt von Qual. Für die Fußballkunst gilt diese (Binsen)weisheit wohl am dringlichsten, und zur EM hat sich Regisseur Alexander Giesche ins Werder Bremen Stadion begeben, um dort mithilfe Joey Goebels Torture the Artist den Leistungs- und Lebensträumen nachzuhorchen, samt Fangesang, Megafon, Stadionbier. Mehr über dieses Freilufttheater von Stefan Schmidt.

Frankfurt, 15. Juni 2016: Daniel Foersters kunstblutiger Strindberg'scher Totentanz

 Der beinah Dreißigjährige Krieg – so nannte Alfred Kerr die Ehehölle des Silberhochzeitspaares in August Strindbergs Totentanz. Der junge Regisseur Daniel Foerster macht in Frankfurt lieber auf Blitzkrieg und bietet Vampirismus, Splatter, ausgestochene Augäpfel – und die Großaufspieler Constanze Becker und Oliver Kraushaar. Ob mit dem Blut auch Freudentränen spritzten, weiß Alexander Jürgs.

Braunschweig, 14. Juni 2016: Der Asien-Schwerpunkt bei den Theaterformen

Einen Asien-Schwerpunkt hat sich das Festival der internationalen performativen Künste Theaterformen in diesem Jahr in Braunschweig gesetzt. Also geht das Fenster zu exemplarischen Länderansichten aus dem Fernen Osten auf. Ein Panorama eindrücklicher historischer Reflexionen (u.a. von Festival-Hotshot Toshiki Okada) sah Alexander Kohlmann.

Wien, 14. Juni 2016: Der iranische Doku-Abend Die Anpassung bei den Festwochen

Drei Frauen, drei Schicksale aus dem Iran der Gegenwart. Der Doku-Abend Die Anpassung von Mahin Sadri – 2015 von Afsâneh Mâhian in Teheran uraufgeführt – gastiert jetzt bei den Wiener Festwochen, wo Leopold Lippert ihn erlebte.

Recklinghausen, 13. Juni 2016: Der nackte Felsen von Thomas Arzt, Ruhrfestspiele

Vier menschlich defizitäre Extremsport-Fans sind es, die der junge Autor Thomas Arzt in seinem neuen Stück Der nackte Felsen in die Dolomiten schickt. Spoiler: Nicht alle überleben. Harald Demmer hat das Ganze für das Pfalztheater Kaiserslautern und die Ruhrfestspiele als Laborsituation inszeniert. Mehr von Martin Krumbholz.

Stuttgart, 12. Juni 2016. Sebastian Baumgarten inszeniert Gogols Die toten Seelen

 Eine Steilvorlage für einen gepfefferten Kommentar zur Welt im Schleudergang des Turbokapitalismus bietet Nikolai Gogols Roman Die toten Seelen. In Stuttgart lässt Sebastian Baumgarten exzellente Schauspieler auf Gogols scharf gezeichnete Figuren los. Mehr von Verena Großkreutz.

München, 12. Juni 2016. Die Hochzeit des Figaro, inszeniert von David Marton

Opernhaus, die zweite. Diesmal hat Marton sich Mozart vorgenommen und in Kleinst-Teile zerlegt. Was dabei herauskam, beschreibt Sabine Leucht.

Wien, 11. Juni 2016: Andriy Zholdak inszeniert Solaris

Auf der Suche nach Leben im Weltall stößt Forscher Kris auf einen intelligenten Ozean, der aus Erinnerungen Trugbilder im Realen erzeugt. An diesem Motiv aus Stanisław Lems Roman Solaris entzündet sich die Adaptionsfantasie von Andriy Zholdak, der den Stoff bei den Festwochen ins Theater übersetzt hat. Martin Pesl war vor Ort.

Recklinghausen, 10. Juni 2016: Herbert Fritschs höllische Apokalypse des Johannes

Herbert Fritsch inszeniert das Ende aller Tage: In seiner Version der Apokalypse bei den Ruhrfestspielen lässt Fritsch den Schauspieler Wolfram Koch mit Donnerstimme die Offenbarung des Johannes verkünden: "Wer Ohren hat zu hören, der höre!" Martin Krumbholz berichtet von einer höllischen One-Man-Show.

Nürnberg, 10. Juni 2016: Linke Läufer (Erster sein) von Albert Ostermaier uraufgeführt

Albert Ostermaier erinnert mit seinem Stück Linke Läufer (Erster sein) an Jenö Konrád, Trainer-Legende des 1. FC Nürnberg, der von den Nazis vertrieben wurde. Die Uraufführung von Oliver D. Endreß am Staatstheater sah Dieter Stoll.

Wien, 10. Juni 2016: Yana Ross setzt Wunschkonzert von Franz-Xaver Kroetz in Szene

Mit seinem Ein-Frauen-Stück Wunschkonzert schrieb der Dramatiker Franz-Xaver Kroetz das wortlose Drama einer einsamen Frau vor ihrem Suizid. Bei den Festwochen hat die litauische Regisseurin Yana Ross die Geschichte von 1971 inszeniert. Leopold Lippert schaute zu.

Potsdam, 10. Juni 2016: Maxi Obexers Doku-Stück zur Flüchtlingsfrage Illegale Helfer

Die Gesetze sind strikt. Aber was heißt das, wenn Menschen in Not sind? In ihrem Dokumentarstück Illegale Helfer lässt die Dramatikerin Maxi Obexer Menschen zu Wort kommen, die ihre Hilfe für Geflüchtete mit dem Gesetz in Konflikt bringt. Mehr von Sophie Diesselhorst.

Recklinghausen, 9. Juni 2016: Das Blau in der Wand von Tankred Dorst

Die Liebe als erstes und letztes. Tankred Dorst zeigt mit Das Blau in der Wand bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen ein zartbesaitetes Mini-Requiem, inszeniert von David Mouchtar-Samorai. Behandelt werden die ganz großen Fragen nach dem Verhältnis von Mann und Frau. Ob Tankred Dorst diese künstlerisch attraktiv zu beantworten weiß, erzählt Andreas Wilink

Recklinghausen, 8. Juni 2016: Claudia Bauer mit Die Simulanten von Philipp Heule

Wer aus der Distanz liebt, belastet das Klima, muss er zur temporären Vereinigung doch dauernd hin- und herjetten. Derlei Fernbeziehungsprobleme behandelt Philippe Heules samplingfreudiger Erstling Die Simulanten, den Claudia Bauer (für das Schauspiel Dortmund) bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt hat. Gerhard Preußer sah die Einfallskaninchen hüpfen und fühlte sich an René Pollesch erinnert.

Nürnberg, 7. Juni 2016: Stefan Ottenis beeindruckender Abend Töt' erst sein Weib

Ludwig van Beethoven hat ein bisschen probiert, bevor seine einzige Oper – "Fidelio" – die Gestalt annahm, die wir heute kennen: Liebe besiegt Polizeistaat. Drei "Leonore"-Fassungen gibt's, aus denen Stefan Otteni in der NS-Kongresshalle in Nürnberg jetzt den grenzüberschreitenden Abend Töt' erst sein Weib geschneidert hat. Dieter Stoll ist beeindruckt.

Karlsruhe, 6. Juni 2016: Atif Hussein mit Small Town Boy von Falk Richter

Falk Richter erregte mit "Fear", seinem Stück gegen AfD und Pegida, die Gemüter. Für Atif Husseins Karlsruher Inszenierung hat er sein Recherche-Stück Small Town Boy nun aktualisiert. Auch Beatrix von Storch, die gegen ihn klagte, kommt wieder vor. Steffen Becker berichtet.

Recklinghausen, 5. Juni 2016: Rocco und seine Brüder von Lars-Ole Walburg

Nah am Filmskript und zugleich aktuell interpretiert Lars-Ole Walburg den Visconti-Filmklassiker Rocco und seine Brüder bei den Ruhrfestspielen mit psychologischer und biblischer Wucht. Ob der Abend begeistert oder in den zahllosen Blutfontänen ertrinkt, sagt Dorothea Marcus.

Hamburg, 5. Juni 2016: Kafkas Schloss inszeniert von Antú Romero Nunes

Grotesk, verspielt, existenzialistisch – Antú Romero Nunes versucht am Thalia Theater Hamburg interpretationsfreudig, Das Schloss von Franz Kafka einzunehmen. Ob er den Texträtseln auf die Schliche kommt, weiß Katrin Ullmann.

München, 5. Juni 2016: Martin Kušejs Deutung von Tschechows Iwanow

Wenn's aus dem Zuschauerraum tönt "Weiter!", weiß man, dass hier ein Tschechow ganz bei sich angekommen ist: in quälender Langsamkeit. Ob diese Qual in Martin Kušej Umsetzung des Iwanow kathartisch erhebend wirkt, weiß Petra Hallmayer.

Leipzig, 5. Juni 2016: Gordon Kämmerer versorgt Die Räuber mit einem Pferd

Ein Stück für Freunde großer Effekte: Schillers Erstling Die Räuber. In Leipzig haut Gordon Kämmerer mächtig auf die Bass-Drum und hat sogar ein echtes Pferd am Start, berichtet Tobias Prüwer.

Göttingen, 5. Juni 2016: Die schöne Fremde von Klaus Pohl, Regie: Elias Perrig

Klaus Pohls Stück Die schöne Fremde über provinziellen Rassismus wurde 1991 uraufgeführt. Elias Perrig sucht darin am Deutschen Theater Göttingen nach einer Beschreibung der Gegenwart. Ob er sie findet, weiß Andreas Wicke.

Erlangen, 5. Juni 2016: Thomas Krupa inszeniert Bierbichlers Mittelreich

 In Josef Bierbichlers Roman Mittelreich verlieren drei Generationen einer bayrischen Familie im Kampf gegen das Unglück. Im fränkischen Erlangen hat sich Thomas Krupa an einer werktreuen Inszenierung versucht. Dieter Stoll berichtet.

Graz, 4. Juni 2016: C. Bechtels Jeder ... Niemand beim Dramatiker*innen-Festival

Am Schauspielhaus schließt Intendantin Iris Laufenberg ihre erste Spielzeit mit dem Dramatiker*innen-Festival ab: viel Zeitgenössisches, Literarisches und Dokumentarisches. Darunter auch Clemens Bechtels Rechercheprojekt Jeder ... Niemand. Graz und die Menschenrechte. Auf den Weg durch dessen Stationen im Oberlandes- und Landesgericht Graz hat sich Reinhard Kriechbaum gemacht.

Münster, 4. Juni 2016: Tuğsal Moğuls Recherche Deutsche Konvertiten

Mit "Auch Deutsche unter den Opfern" hat sich Tuğsal Moğul als genauer Recherche-Theatermacher profiliert. Der Titel seines neuen Projekts klingt nach Terror und Tagesschau: Deutsche Konvertiten. Sascha Westphal wagte dennoch die Reise ans Pumpenhaus Münster und fand Seligkeit statt Hass.

Heilbronn, 4. Juni 2016: Prinzip Gonzo zeigen Tim Staffels Internet-Reflexion Im Netz

Werden wir überwacht, während wir Katzenvideos schauen? Tim Staffels Jugendstück Im Netz beschäftigt sich mit den Gefahren des Internets. Prinzip Gonzo hat es in Heilbronn uraufgeführt. Elisabeth Maier war vor Ort.

Bochum, 4. Juni 2016: Frank Goosens Heimatstoff Sommerfest am Prinzregenttheater

Heimspiel de luxe: Lokalmatador Frank Goosen fängt mit seinem Roman Sommerfest liebenswerte Ruhrpott-Typen ein. Und Romy Schmidt, neue Leiterin des Prinzregenttheaters, schickt sie auf die Bühne. Mehr von Sarah Heppekausen.

Pforzheim, 4. Juni 2016: Der Paris-in-Migrationszeiten-Abend Die bleichen Füchse

In seinem Roman Die bleichen Füchse läßt Yannick Haenel einen Pariser Bürger in den Sog der sozialen Abgründe seiner Stadt geraten, die als apokalyptische Metropole der Festung Europa geschildert wird. Tom Gerber hat am Theater Pforzheim nun eine Theaterfassung uraufgeführt. Thomas Rothschild hat sie gesehen.

Wien, 3. Juni 2016: Simon McBurneys Flüster-Reise The Encounter

Ein Menschenflüsterer ist Simon McBurney, der einem mit geheimnisvollen Sounds und Geschichten in die Gehörgänge kriecht, sobald man den Kopfhörer aufgesetzt hat. Bei den Wiener Festwochen ist jetzt seine in Großbritannien gefeierte Amazonas-Erkundung The Encounter zu erleben. Gabi Hift lauscht hinein.

München, 3. Juni 2016: Ariane Mnouchkines Die letzte Karawanserei neu aufgelegt

Flüchtlings-Geschichte erzählt Ariane Mnouchkines Projekt Die letzte Karawanserei, das ab 2003 auf Basis von rund 4000 Interviews entstand. In München hat jetzt Jochen Schölch das Werk nachgespielt. Mehr von Sabine Leucht.

Recklinghausen, 3. Juni 2016: Thomas Köcks paradies fluten (verirrte sinfonie)

Thomas Köcks Text hält, was er im Titel paradies fluten (verirrte sinfonie) verspricht. Wortaufbrausend ist er, eine Sturmflut quer durch die Zeiten. Über Sara Ostertags Ruhrfestspiel-Uraufführung des Werkes berichtet Sascha Westphal.

Berlin, 3. Juni 2016: Forced Entertainments Game-Show Real Magic am HAU Berlin

Eine Game-Show als ausweglose Hölle: Forced Entertainments radikales Real Magic gastiert am HAU Berlin. Sascha Westphal sah die Premiere in Essen.

Dresden, 1. Juni 2016: Suddenly Everywhere is Black with People bei Projeto Brasil

Es geht diesem Theaterabend eine Warnung vor der Dunkelheit voraus – und sie ist ansteckend in Suddenly Everywhere is Black with People von Demolition Inc., das im Rahmen des Wander-Festivals "Projeto Brasil" in Dresden gezeigt wurde. Lukas Pohlmann hat sich färben lassen.

Wien, 1. Juni 2016: Gianina Cărbunarius Gewöhnliche Menschen bei den Festwochen

Edward Snowden hat das Wort "Whistleblower" allgemein bekannt gemacht. Aber was ist eigentlich mit seinen Geistes-Geschwistern, denen ob ihrer Enthüllungen kein Ruhm zuteil wird? Die rumänische Regisseurin Gianina Cărbunariu porträtiert ein paar von ihnen in ihrem neuen Stück Gewöhnliche Menschen, dessen Premiere bei den Wiener Festwochen Leopold Lippert gesehen hat.

Wien, 30. Mai 2016: Unsere Gewalt und eure Gewalt von Oliver Frljić

Um den Titel des größten Krawallmachers des europäischen Theaters bewirbt sich derzeit Oliver Frljić. Für die Wiener Festwochen hatte er sich  vorgenommen, mit einer Adaption von Peter Weiss' "Ästhetik des Widerstands" die westlichen Wohlstandsbürger zu Tode zu erschrecken. Ob ihm das mit Naše nasilje i vaše nasilje. Unsere Gewalt und eure Gewalt gelungen ist, sagt Theresa Luise Gindlstrasser.

Bochum, 30. Mai 2016: Das Duo Hübner/Nemitz läßt das Publikum toben: Wunschkinder

Klatschmarsch nach dem letzten Vorhang. Wer bringt das Publikum so zum Toben? Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Ihr neues Drama Wunschkinder hat Bochums Intendant Anselm Weber uraufgeführt. Stefan Keim applaudiert mit.

Berlin, 29. Mai 2016: Frank Castorf mit Bulgakows Die Kabale der Scheinheiligen

Da sind sie noch mal: Sophie Rois, Alexander Scheer, Georg Friedrich, Lars Rudolph oder Patrick Güldenberg – zur finalen Tour de Frank Castorf kommen die Größen aus dem weiten Volksbühnenkosmos zurück. Gespielt wird Die Kabale der Scheinheiligen nach Michail Bulgakow. Fünfstündigen Exerzitien hat sich Christian Rakow unterzogen.

Halle, 29. Mai 2016: Ronny Jakubasch inszeniert Djihad Paradise

Zwei deutsche Jugendliche ziehen in den Djihad. So gesehen am Thalia Theater Halle, wo Ronny Jakubaschk das erfolgreiche Jugendbuch Djihad Paradise inszenierte. Ein Abend, der Fragen aufwirft: Wie können aus Kindern Terroristen werden? Und wie lässt sich diese Geschichte auf der Bühne erzählen? Matthias Schmidt hat Antworten.

Aalen, 29. Mai 2016: Aalener Frauen spielen Hilde & Hilde aus den Nibelungen

Die Nibelungensaga handelt vom Morden und sieht wie eine echte Männergeschichte aus. Doch den Katastrophen der Geschichte liegt ein befragbares Frauenbild zugrunde. Dort jedenfalls hat die junge Regisseurin Jasmin Schädler am Theater Aalen mit Hilde & Hilde angesetzt. Ein Partizipationsprojekt, das es in sich hat, findet Thomas Morawitzki.

Regensburg, 29. Mai 2016: Mélanie Huber inszeniert Kafkas Der Prozess

Josef K., das ist Mann, der sich am Morgen eines nicht näher definierten Tags einer nicht näher definierten Anklage gegenüber sieht. Und zwar in Franz Kafkas Roman Der Prozess. Die tolle junge Regisseurin Mélanie Huber hat das Jahrhundertwerk im Theater Regensburg inszeniert. Christian Muggenthaler weiß mehr.

Krefeld, 29. Mai 2016: Kein schöner Land von Lothar Kittstein und Hüseyin Michael Cirpici

Der Gemeindechor singt gemütlich seine Volkslieder, da liegt plötzlich ein Flüchtling auf dem Klavier. Matthias Gehrt bringt am Theater Krefeld-Mönchengladbach Kein schöner Land von Lothar Kittstein und Hüseyin Michael Cirpici zur Uraufführung – eine dokumenatrische Spurensuche nach der Verfasstheit Deutschlands. Sascha Westphal war dabei.

Berlin, 28. Mai 2016: Leander Haußmanns großer Schiller-Wurf Die Räuber

Ovationen schon zwischen den Szenen, fast wie in der Oper. Große Bilder, große Emotionen. Und Schauspielglanz. Fürwahr, Film- und Theatermacher Leander Haußmann hat mit Friedrich Schillers Sturm-Drangklassiker Die Räuber am Berliner Ensemble zum mächtigen Wurf ausgeholt und kam weit hinauf. Wie weit, sagt Gabi Hift.

Osnabrück 28. Mai 2016: Oshi-Deutsch von Gernot Grünewald und Sandy Rudd

In Oshi-Deutsch bringen Gernot Grünewald und Sandy Rudd das Leben isoliert in der DDR aufwachsender Kinder aus Namibia auf die Bühne und suchen nach der Antwort auf die Frage: "Heimat, was ist das?" Mehr von Kai Bremer.

Mannheim, 27. Mai 2016: Anne Leppers famoser Neuling Mädchen in Not

Wie nur wenige Autor*innen der Gegenwart vermag Anne Lepper in die traurigsten Einsamkeitsecken der Spaßgesellschaft hineinzuleuchten, und das gelingt ihr immer wieder mit einem so grotesken wie hintergründigem Humor. Ihre neuste Expedition, am Nationaltheater uraufgeführt von Dominic Friedel, gilt Mädchen in Not, die sich lieber Sexpuppen als Boys ins Bett holen. Harald Raab ließ sich faszinieren.

Wien, 26. Mai 2016: Árpád Schillings Eiswind / Hideg szelek am Akademietheater

Was passiert, wenn westeuropäische Linksintellektuelle auf ungarische Nationalisten prallen? In einer engen Gebirgshütte? Árpád Schilling spielt das in seinem Stück Eiswind / Hideg szelek am Wiener Akademietheater durch. Veronika Krenn hat einen apokalyptischer Thriller erlebt, der einen nicht kalt lässt.

Würzburg, 26. Mai 2016: Terrorkind, Karsten Laskes Leonhard-Frank-Preisträger-Stück

Mit seinem Stück Terrorkind über eine Mutter, der der eigene Sohn fremd und eine unerträgliche Belastung ist, gewann Karsten Laske 2015 den Leonhard-Frank-Preis. Tim Stefaniak hat jetzt die Uraufführung im Mainfrankentheater mit zwei starken Frauen inszeniert. Mit dabei: Andreas Thamm.

Frankfurt, 26. Mai 2016: Die europäische Wildnis von Sascha Hargesheimer

Gestern hatte am Schauspiel Frankfurt Sascha Hargesheimers vielschichtiges Stück Die europäische Wildnis, eine Odyssee Premiere, in dem es u.a. um ertrunkene Flüchtlinge geht. Die Uraufführung durch Regisseurin Katrin Plötner in Recklinghausen vor zwei Wochen sah Gerhard Preußer.

Mülheim, 7. bis 26. Mai 2016: Stücke. Mülheimer Theatertage

– zur Festivalübersicht.

Recklinghausen, 25. Mai 2016: Christain Lollikes Die lebenden Toten

Europa, das Splatter-Movie. In den Hauptrollen: Zombies von jenseits des Meeres und Konsum-Kids, medial Verseuchte, empathielose "Vampir-Aristokraten" diesseits der See. Den Schocker Die lebenden Toten hat Dänemarks Dramatikerhoffnung Christian Lollike ersonnen und Tilmann Köhler bringt ihn auf die Leinwand und die Bühne der Ruhrfestspiele. Zum Gruseln, sagt Andreas Wilink.

 

23. Mai 2016: Christian Stückl mit Goldonis Der Diener zweier Herren jetzt in Wien

Anfang Mai eröffnete er die Ruhrfestspiele, nun hat er in Wien am koproduzierenden Burgtheater Premiere gehabt: Christian Stückls Goldoni-Abend Der Diener zweier Herren – ein "liebevoll veranstaltetes Schauspielerfest" u.a. mit Markus Meyer, Andrea Wenzl, Peter Simonischek, befand in seiner Nachtkritik von der Premiere Martin Krumbholz.

Zürich, 22. Mai 2016: Großes Stadtprojekt mit Elfriede Jelineks Die Schutzbefohlenen

Spät wird Elfriede Jelineks Die Schutzbefohlenen in Zürich inszeniert, dafür aber mit voller Wucht: Fünf Häuser haben sich unter Federführung des Schauspielhaus Zürich zusammengetan und schicken die Zuschauer in ein, ja was eigentlich: Megaprojekt, Stadt-Bewanderung, Refugees-Lotto-Schicksalsgott-Befragung? Mehr von Valeria Heintges.

Mannheim, 22. Mai 2016: Volker Lösch inszeniert Aischylos' Die Schutzflehenden

Die Rücknahme der Willkommenskultur und die neuerliche Verschärfung des Asyl-Rechts müssen einen aktivistischen Regisseur wie Volker Lösch natürlich herausfordern. In Mannheim hat er mit gemischtem Chor Aischylos' Die Schutzflehenden inszeniert, Ralf-Carl Langhals sah die Premiere.   

Mainz, 22. Mai 2016: Traurige Zauberer von Thom Luz

Raum zu Klang machen, Klang wieder in Raum versetzen - in solchen Farbbereichen arbeitet Thom Luz. In Traurige Zauberer am Staatstheater Mainz wirft er einen melancholischen Blick in die Welt der Magie. Mehr von Alexander Jürgs.

Recklinghausen 22. Mai 2016: Der letzte Cowboy (Solitary Man) aus Gütersloh

Komm hol das Lasso raus! Christian Schäfer erzählt in Der letzte Cowboy (Solitary Man), einer Koproduktion des Theater Gütersloh mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, die komische Geschichte eines traurigen Verlierers. Sascha Westphal hat mitgelitten. 

Cottbus, 22. Mai 2016: Mario Holetzeck inszeniert Hamlet

Hamlet-Inszenierungen sind Anzeiger für die künstlerische Leistungsfähigkeit eines Theaters. Dabei gehen sie meistens schief. In Cottbus hat Schauspieldirektor Mario Holetzeck den klassischen Stoff angenommen, Christian Rakow ist nach Osten gefahren.

Wien, 21. Mai 2016: Falk Richters Novität Cittá del Vaticano bei den Festwochen

  Einen Abend mit Wutmonologen, die den Zustand Europas so rasant zusammenfassen, dass man sie schon nach der morgigen Präsidentenwahl in Österreich wird überarbeiten müssen: Für seinen neuen Abend Cittá del Vaticano, der am Schauspielhaus Wien im Rahmen der Festwochen herauskam, hat Falk Richter wieder mit Nir de Volff zusammengearbeitet. Mehr von Martin Pesl.

Köln, 21. Mai 2016: Roger Vontobel setzt sich mit Ein Volksfeind auseinander

Henrik Ibsen hat das Dilemma schon 1882 in Ein Volksfeind durchschaut: dass es sich beim Repräsentationsmodell der Demokratie um eine kaum praxistaugliche Utopie handelt. Am Kölner Schauspiel ging Roger Vontobel zu Werke. Ulrike Gondorf sah zu.

Berlin, 21. Mai 2016: Sorry von Monster Truck

Ein dicker weißer Mann, ein kleiner afrikanischer Junge und viel Schokolade: Sorry, die neue Unternehmung der Performancegruppe Monster Truck. In den Sophiensälen dabei: Michael Wolf.

Magdeburg, 20. Mai 2016: Das Festival Wilder Osten. Ereignis Ukraine

Vor 30 Jahren war Tschernobyl, vor 2 Jahren Euromaidan, gerade eben ESC. Endlich wieder ein bisschen Aufmerksamkeit für die Ukraine. Zu wenig natürlich. Für das, was in dem Land los ist, los war. Das Theater Magdeburg zeigt mit Wilder Osten. Ereignis Ukraine jetzt ein ganzes Festivals mit Gastspielen und Neuproduktionen ukrainischer Regisseure. Am Eröffnungstag hörte Matthias Schmidt MG-Salven durchs Theaterfoyer dröhnen.

Recklinghausen, 16. Mai 2016: Migranten Amara terra mia bei den Ruhrfestspielen

Die Deutschen lernten von ihnen, wie man Spaghetti isst. Sie selbst blieben fremd, standen in der Freizeit oft in Bahnhofshallen herum: Migranten aus Italien, in der alten BRD lange "Gastarbeiter" genannt. Dieses Teils der deutschen Nachkriegsgeschichte hat sich Amara terra mia / Mein bitteres Land bei den Ruhrfestspielen angenommen. Mehr von Martin Krumbholz.{/sliders

Brüssel, 15. Mai 2016: Five Easy Pieces von Milo Rau beim Kunstenfestival

Heute noch können belgische Kinder die Verbrechen des Marc Dutroux, der in den frühen neunziger Jahren mehrere minderjährige Mädchen entführte und missbrauchte, en Detail rekapitulieren. Warum? Five Easy Pieces von Milo Rau lotet die Abgründe des Erzählen-Wollens aus und hatte Premiere beim Kunstenfestival – von dort berichtet Lena Schneider.

Wien, 15. Mai 2016: Signa mit Wir Hunde / Us Dogs bei den Festwochen

Wenn Signa in einen verfallenen Altbau einladen, dann weiß man als erfahrene*r Zuschauer*in: Es wird dauern, man wird vor unangenehme Entscheidungen gestellt werden. Keine Überraschungen in diesen Hinsichten bei Wir Hunde / Us Dogs bei den Festwochen; welche Form die immersive Zivilisations-Perversions-Erkundung diesmal annahm, schreibt Eva Biringer.

München, 14. Mai 2016: Nuran David Calis mit Die 40 Tage des Musa Dagh

Einen äußerst spannenden Roman hat Franz Werfel aus der wahren Geschichte der Armenier gemacht, die sich 1915 vor dem Genozid an ihrem Volk durch die Türken auf einem Berg verschanzten. Nuran David Calis hat Die 40 Tage des Musa Dagh am Residenztheater zurückübersetzt in die Realität, eine Collage aus Gesuchtem und Gefundenem aus dem (zur Zeit viel gespielten) Stoff gemacht, schreibt Petra Hallmayer.

Bochum, 14. Mai 2016: Daniela Löffner inszeniert Klaus Manns Mephisto

Wer Klaus Manns Mephisto auf die Bühne (oder auch auf die Leinwand) bringen will, steht vor der Herausforderung, einen großen Schauspieler zeigen und ihn zugleich als Mitläufer denunzieren zu müssen. Wie gut gelingt das in Daniela Löffners neuer Inszenierung, Andreas Wilink?

Ingolstadt, 14. Mai 2016: In meinem Alter rauche ich ... von Rayhana

Auf dem Weg zur Pariser Premiere ihres Stücks In meinem Alter rauche ich immer noch heimlich ist die algerische Autorin Rayhana nur knapp einem Brandanschlag entgangen. Was zeigt, wie schwierig die Selbstthematisierung der Frauen im Islam nach wie vor ist. Wie das Stück in Ingolstadt wirkte, weiß Christian Muggenthaler.

Linz, 14. Mai 2016: Das Wasser im Meer von Christoph Nußbaumeder uraufgeführt

Zu seinem Abschied vom Landestheater Linz hat Intendant Gerhard Willert sich ein Stück von Christoph Nußbaumeder gewünscht – und Das Wasser im Meer bekommen, eine Versuchsanordnung über die Vererbbarkeit von Vergangenheit. Von der Uraufführung berichtet Veronika Krenn.

Berlin, 13. Mai 2016: Sebastian Hartmann inszeniert am DT Berlin Alexanderplatz

Da ist er wieder, der Großbildbauer und Langabendinszenierer Sebastian Hartmann: Am Deutschen Theater in Berlin erzählt er über viereinhalb Stunden Alfred Döblins Roman Berlin Alexanderplatz als totentänzerische Passionsgeschichte, assoziationsweit, voller biblischer Ikonographie, aber auch ziemlich komisch. Und mit tollem Ensemble. Mehr von Hartmut Krug.

Basel, 13. Mai 2016: Melancholia von Sebastian Nübling/Ives Thuwis

Werde ich jemals so schön und gut wie mein Instagram-Profil? Das bewährte Duo Regie-Choreographen-Duo Sebastian Nübling und Ives Thuwis stellen mit Melancholia am Jungen Theater Basel die großen, traurigen Fragen des Lebens. Christoph Fellmann ließ sich anrühren.

München, 13. Mai 2016: Stefan Pucher inszeniert América von T.C. Boyle

Gerade erst gastierte sein Multimedia-Modellstadt-"Volksfeind" beim Theatertreffen in Berlin, jetzt bringt Stefan Pucher an den Münchner Kammerspielen seine Adaption von T. C. Boyles Roman América um mexikanische Illegale und eine Gated Community heraus. Donald Trump ist auch mit von der Partie. Und wie war's, Tobias Krone?

Linz, 13. Mai 2016: Uraufführung – Werther lieben von Thomas Arzt

Liebe ist schön, aber schwer zu finden. Und weh tut sie. Und meistens geht eh was schief – also alles. Am Theater Phönix in Linz wurde Werther lieben von Thomas Arzt unter der Regie von Johannes Maile uraufgeführt: Ein Abend über die Liebe und ihr Scheitern. Theresa Luise Gindlstrasser hat mitgelitten.

Recklinghausen, 12. Mai 2016: Ruhrfestspiele – Die europäische Wildnis, eine Odyssee

Ein Politiker reist ans Mittelmeer, um drei tote deutsche Segelverunfallte nach Hause zu holen, beweint nach Leichensackvertauschung aber versehentlich drei ertrunkene Geflüchtete. So geht einer der Erzählstränge in Sascha Hargesheimers vielschichtigem Stück Die europäische Wildnis, eine Odyssee. Wie Regisseurin Katrin Plötner das bei den Ruhrfestspielen mit heiter unernstem Spiel kontrastierte, beschreibt Gerhard Preußer.

Stuttgart, 8. Mai 2016: Robert Borgmanns / Peter Kurths Tod eines Handlungsreisenden

In Tod eines Handlungsreisenden schildert Arthur Miller einen amerikanischen Alptraum, demonstriert an einer absteigenden Mittelschichtsfamilie. Robert Borgmann verortet ihn in Stuttgart auf einer leeren Bühne, auf dem nur der Vorhang schwankt. Ihr Zentrum: Peter Kurths Willy Loman. Zur Freude von Verena Großkreutz.

Mainz, 8. Mai 2016: Jan-Christoph Gockels Macbeth-Neulektüre 

Ölfässer, Müllsäcke, ein schmelzender Eisblock – Untergangsstimmung in der Macbeth-Inszenierung von Jan-Christoph Gockel. Der egoistische Machtkampf des Titelhelden wird zum Final Countdown der Menschheit. Geht das auf, Marcus Hladek?

Bremerhaven, 8. Mai 2016: Yassin Musharbashs Thriller Radikal 

Bombenattentat auf Fernseh-Magazin. Muslim-freundlicher Politiker tot. Radikal heißt der Thriller von Yassin Musharbash. Die Bühnenversion inszenierte Paul-Georg Ditttrich. Tim Schomacker sah die Premiere.

Recklinghausen, 8. Mai 2016: Zawaya. Zeugnisse der Revolution, Ruhrfestspiele

In Shadi Atefs Zawaya. Zeugnisse der Revolution erzählt die ägyptische Gruppe Compagnie El Warsha vom Ägypten während des Arabischen Frühlings. Die Deutschlandpremiere während der Ruhrfestspiele sah Stefan Keim.

Mülheim, 8. Mai 2016: Übersicht zum Mülheimer Dramatikerpreis

An der Ruhr begann die 41. Ausgabe des Festivals Stücke mit The Situation vom Gorki Theater Berlin. Es geht um den Mülheimer Dramatikerpreis. Hier die Übersicht für die ganze Stücke-Sause.

Detmold, 7. Mai 2016: Dantons Tod am Landestheater Detmold

Martin Pfaff beweist, dass uns Büchners Stück noch etwas zu sagen hat. Mehr noch: Sein Danton am Landestheater Detmold schafft es nicht nur zum Publikum zu sprechen, sondern sogar mit ihm zusammen. Zur Freude von Sascha Westphal.

Berlin, 6. Mai 2016: Michael Thalheimers Wallenstein an der Berliner Schaubühne

Mit stählerner Faust wuchtet Michael Thalheimer Friedrich Schillers dreiteiliges Militärdrama auf die Bretter der Schaubühne am Lehniner Platz. Wie hoch die Späne flogen, weiß Dirk Pilz.

Jena, 6. Mai 2016: Ivar van Urks Macbeth in Jena

In einer Zeit, in der Plakatwände das Soldatenleben wieder als Pfadfinderidylle verkaufen wollen, kommt Shakespeares blutiger Macbeth gerade recht. Besonders, wenn man ihn wie Ivar van Urk in Jena angeht, meint Tobias Krone.

Essen, 5. Mai 2016: Forced Entertainment mit der Game-Show Real Magic

Forced Entertainment sind wieder da! Forced Entertainment sind wieder da! Forced Entertainment... Real Magic, uraufgeführt im Pact Zollverein, ist eine telepathische Game-Show mit Sprung in der Platte. Und mit traurigem Ausgang; es gibt nämlich nur Verlierer*innen. Trotzdem ist Sascha Westphal tief beeindruckt.

Berlin, 5. Mai 2016: René Polleschs I love you, but... mit echtem Dope

Den Titel hat er von Twitter: I love you, but I've chosen Entdramatisierung heißt das neue Stück von René Pollesch für die Volksbühne Berlin, in dem viel gekifft wird. Das Gras hat er vielleicht aus dem Görlitzer Park. Oder aus der Hasenheide. Das ist aber auch egal, denn es geht ja um den Effekt. Mehr von Anne Peter.

Zürich, 5. Mai 2016: Video-Bastler Bastian Kraft denkt Max Frischs Andorra weiter

In Max Frischs Andorra bleibt der Außenseiter der Außenseiter, der jüdische Ziehsohn der jüdische Ziehsohn. Von diesen Zuschreibungen lässt niemand ab, auch wenn andere Wahrheiten ans Licht kommen. Bastian Kraft hat Frischs Drama am Schauspielhaus Zürich inszeniert, mehr von Geneva Moser.

Berlin, 3. Mai 2016: Claus Peymanns Handke-Uraufführung Die Unschuldigen...

Claus Peymann übernimmt wieder mal die Uraufführung eines Stücks von Peter Handke. Ein maßloses Textkonvolut namens Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße. Zeigen sie es noch mal allen? Gestern war am Berliner Ensemble Premiere. Die Co-Produktion mit dem Burgtheater sah Leopold Lippert in Wien.

Mainz, 2. Mai 2016: Cult beim Int. Performancefestival in Mainz

Früher konnte man in den Holzpulten westdeutscher Universitäten den schönen Spruch "Kapilismus muss putt, aber nell, nell" lesen. Der Performer Georg Bütow hat sein Stück Cult zu diesem Spruch erarbeitet. Alexander Jürgs hat es sich angeschaut.

Bremen, 1. Mai 2016: Kleists Familie Schroffenstein unversöhnt

Zwei rivalisierende Clans, ein Liebespaar. (Shakespeare gerade 400. Todestag gehabt). Romeo und Julia!? Nein. Die Familie Schroffenstein. Von einem anderen großen Toten: Heinrich von Kleist. In seiner Inszenierung am Theater Bremen hat Alexander Riemenschneider den Kleist-Figuren jede Hoffnung auf ein Ende der Gewalt ausgetrieben, schreibt Jens Fischer.

Greifswald, 1. Mai 2016: Donizettis Don Pasquale multimedialisiert von Klaus Gehre

Geld UND Liebe wollen Ernesto und Norina, die Protagonist*innen von Gaetano Donizettis Opera Buffa Don Pasquale. Sie wollen also quasi sein wie – Kim Kardashian und Kanye West. Oder wie – Barbie und Ken. Letztere tauchen dann auch auf in Klaus Gehres multimedial modernisierender Inszenierung des Stoffs am Theater Vorpommern – von der Hartmut Krug berichtet.

Köln, 30. April 2016: Angela Richter geht über die Silk Road ins Darknet

Darknet, Assange, Snowden. Regisseurin Angela Richter dekliniert in ihrer neuen Arbeit Silk Road am Schauspiel Köln durch, was im Internet fernab von Google und Facebook, sozusagen auf der dunklen Seite, passiert. Was es zu lernen gab, was Edward Snowden sagt, und was Marshall McLuhan zu dem Ganzen gesagt hätte, weiß Martin Krumbholz.

Wien, 30. April 2016: J. Pommerats Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Regisseur Peter Wittenberg blickt in Die Wiedervereinigung der beiden Koreas am Burgtheater epsiodenhaft auf die Liebe zwischen Mensch und Mensch. Was man dabei erfährt und was der Dramatiker Joël Pommerat mit Woody Allen gemeinsam hat, weiß Martin Thomas Pesl.

Bregenz, 30. April 2016: Jeder gegen jeden vom aktionstheater ensemble

Der wohlgeformte Dialog ist längst nicht mehr unabdingbarer Bestand des Dramas. Das legt das Wiener aktionstheater ensemble in Jeder gegen jeden offen, uraufgeführt bei den Bregenzer Festspielen. Hier schimpft der Mensch, und das im giftigsten Wienerisch. Mehr von Thomas Rothschild.

Heidelberg, 30. April 2016: Eröffnung des Stückemarkts mit Der Mann aus Oklahoma

Der Heidelberger Stückemarkt eröffnete gestern mit dem Der Mann aus Oklahoma von Lukas Linder. Zur Nachtkritik auf unserem im Auftrag des Theaters Heidelberg erstellten Festivalportal.

Zürich, 29. April 2016: Sandra Hüller spielt Bilder deiner großen Liebe am Neumarkt

In Wolfgang Herrndorfs letztem Roman Bilder deiner großen Liebe steht Isa, das Mädchen aus "Tschick", im Zentrum. Eine, die mit "den Sternen wandert" und den Mond in den Himmel zurückschiebt. In Tom Schneiders Regie oszilliert diese Lebens-Domptage zwischen barockem Rezitativ und Rockkonzert, scheint der Text der grandiosen Sandra Hüller auf den Leib geschrieben. Mehr von Kaa Linder.


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