HinterderFassade2 280 Oliver Fantitsch u"Hinter der Fassade" © Oliver FantitschHamburg, 6. Dezember 2016

Lob der Gewohnheit

In seinen Komödien, Hits in Boulevard- wie Stadttheatern, feiert der französische Dramatiker Florian Zeller die Lüge als Kit, der Beziehungen und Gesellschaften zusammenhält. Auch in Hinter der Fassade (Die Kehrseite der Medaille), die Ulrich Waller am Hamburger St. Pauli Theater als deutschsprachige Erstauffühung inszenierte – mit Herbert Knaup und Cristin König. Mit dabei: Jens Fischer.

Stuttgart, 5. Dezember 2016: Armin Petras inszeniert Orpheus in der Unterwelt

Gerade erst hat Armin Petras angekündigt, Stuttgart vor der Zeit den Rücken zu kehren, da ist der Noch-Intendant des Staatsschauspiels als Regisseur zu Gast in der Staatsoper und inszeniert Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach. In welcher Laune sind Petras und die Operettengötter anzutreffen, Verena Großkreutz?

Coburg, 4. Dezember 2016: Axel Sichrovsky inszeniert Wut von Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek schrieb Wut nach dem Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo. Axel Sichrovsky und sein Ensemble haben am Landestheater in Coburg ihrer Fantasie Zucker gegeben und große Bilder im kleinen Raum gefunden. Antworten gab es keine, weil, wie Jelinek sagt, niemand Antworten liebt. Andreas Thamm berichtet.

Berlin, 4. Dezember 2016: Endspiel von Robert Wilson

Der Herr des Lichts ist zum letzten Mal am Berliner Ensemble beim scheidenden Intendanten Claus Peymann: Theatermagier Robert Wilson mit Samuel Becketts Menschheitsabgesang Endspiel. Wie hell oder dunkel es wurde, weiß Sascha Ehlert.

Bochum, 4. Dezember 2016: Neues Stück von Ayad Akhtar – Die unsichtbare Hand

Sein erstes Stück "Geächtet" wird rauf und runter gespielt, nun bringt Anselm Weber an seinem Schauspielhaus Bochum Ayad Akthars nächsten Streich heraus und verbindet die deutschsprachige Erstaufführung von Die unsichtbare Hand mit Am Boden von George Brant – mehr von Sascha Westphal.

Ingolstadt, 4. Dezember 2016: Hansgünther Heyme inszeniert Maria Stuart

Bunt sind nur die Fahnen der Länder, deren Herrscherinnen aufeinandertreffen in Hansgünther Heymes textkonzentrierter Schiller-Inszenierung Maria Stuart am Theater Ingolstadt. Ansonsten changieren die Farben im Graubereich, was Christian Muggenthaler aber alles andere als antiquiert findet.

Mainz, 4. Dezember 2016: Begehren – eine Feldforschung von Gesine Schmidt

Begehren nannte Gesine Schmidt ihre "doku-fiktionale Feldforschung", für die sie mit Menschen allen Alters über Sex und Begehren gesprochen hat. Den Theaterabend, der draus entstand, sah Shirin Sojitrawalla.

Hamburg, 3. Dezember 2016: Christoph Marthalers Die Wehleider am Schauspielhaus

Schauspielermassiv Josef Ostendorf trägt ein vogelnestförmiges Trump-Toupet in schrillem Blond. Auch darüber hinaus streut Christoph Marthaler in seinen neuen Abend Die Wehleider Great-again-Momente ein. Mehr über diese abendländische Höllenfantasie mit Angstpatienten am Deutschen Schauspielhaus von Falk Schreiber.

Zürich, 3. Dezember 2016: Gísli Örn Garðarssons Die Verwandlung nach Kafka

Eine spektakuläre Bühnenfassung des isländischen Film- und Theatermachers Gísli Örn Garðarsson von Franz Kafkas Die Verwandlung tourt seit Jahren um die Welt. Nun hat Garðarsson die Sache fürs Schauspielhaus am Pfauen neu angerichtet. Valeria Heintges schaute zu.

Wien, 3. Dezember 2016: Die Stunde zwischen Frau und Gitarre im Werk X

Tanzeinlagen, Zeitlupen-Abläufe, spießige Garderoben: wir befinden uns in der Pflegeinrichtung, in der Clemens J. Setz seinen Roman Die Stunde zwischen Frau und Gitarre angesiedelt hat. Beziehungsweise im Werk X, wo Thirza Bruncken den Stoff nun auf die Bühne brachte. Und, Theresa Luise Gindlstrasser?

Aachen, 3. Dezember 2016: Ludger Engels inszeniert Die Ereignisse von David Greig

In jeder Stadt, in der das Stück Die Ereignisse inszeniert wird, wünscht sich Autor David Greig einen lokalen Chor als Teil seiner Reflexion über einen Amoklauf wie ihn Anders Breivik auf der Insel Utøya ausübte. Ludger Engels befolgte die Vorgabe, setzt das Kollektiv gegen das ruhelose Individuum – und weicht sie trotzdem auf. Genaueres von Gerhard Preußer.

Wien, 2. Dezember 2016: Thomas Bo Nilssons Horor-Installation JINXXX

Der alte SIGNA-Compañero Thomas Bo Nilsson ist bekannt für bizarre Horror-S/M-Finsterlust-Installationen. Mit JINXXX lädt er zum zweiten Mal in diesem Jahr ins Schauspielhaus Wien ein, auf eine Krabbeltour durch Geheimgänge bis zur "Waldhütte", wo Mutti wohnt. Martin Pesl hat sie überlebt, aber knapp.

Graz, 2. Dezember 2016: Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus

Postkommunismus revisited. Den O-Ton-Roman Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus von Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch inszeniert Alia Luque in Graz, wo Reinhard Kriechbaum zuschaute.

Frankfurt, 2. Dezember 2016: Dieudonné Niangouna / Les Bruits de la Rue mit Nkenguégi

Der kongolesische Theatermacher Dieudonné Niangouna verlieh seiner Companie einen Namen, der dafür steht, dass er sich mit der Gewalt in seiner Heimat auseinandersetzt: Les Bruits de la Rue. Ihr Abend Nkenguégi erzählt von Lärm, Verwerfungen, Taumel zwischen den Welten. Esther Boldt ist im Schwebezustand.


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