Harry Potter18 280 Manuel Harlan u"Harry Potter" © Manuel Harlan

London, 30. Juli 2016

Be nice, be kind

Endlich Opening night! Nach etlichen Vorpremieren läuft Harry Potter and the Cursed Child nun am Palace Theatre ganz offiziell. Erste Kritiken, die erschienen, wurden wie MI6 Papiere behandelt. Der Rummel um die Inszenierung, den Inhalt, das ganze Projekt führt einen als Kritiker an Grenzen, wie man mit all dem eigentlich umgeht. Mehr in der nachtkritik von Andrew Haydon.

Wien, 28. Juli 2016. Holzinger / Riebeeks Body + Freedom bei ImpulsTanz 

Sie sind ein eingeschworenes Künstlerpaar, bekannt für drastische Spielereien – beim Impulstanz-Festival haben Florentina Holzinger und Vincent Riebeek nun ihre neue Arbeit mit dem Titel Body + Freedom vorgestellt. Im Fokus: das Publikum als Ansammlung von Projektoren, die es den Performer*innen erst möglich machen, nach reizvollen Bewegungen zu suchen. Wie war's, Veronika Krenn?

Bayreuth, 26. Juli 2016: Uwe Eric Laufenbergs Parsifal für die Richard-Wagner-Festspiele

Parsifal im Bade? Nicht nur das: In einem Kreuzkuppel-Bühnenbild lässt Uwe Eric Laufenberg seine Bayreuther Parsifal-Inszenierung spielen und schafft viele Bilder, die auf aktuelle Bedrohungs- und Bedrängnisszenarien anspielen wollen. Leidensbilder, die selbst das Spiel mit dem toten Flüchtlingskind am Strand vor Bodrum nicht scheuen. Über Höhe- und Tiefpunkte berichtet vom Grünen Hügel Wolfgang Behrens.

Leipzig, 21. Juli 2016: Candide oder Die letzte aller möglichen Welten nach Voltaire

Voltaires "Candide" ist eine beißende Satire auf den Optimismus des Philosophen Leibniz, in der besten aller möglichen Welten zu leben. Rico Dietzmeyer bringt nun Candide oder Die letzte aller möglichen Welten an den Cammerspielen heraus – mit Laien und Profis auf der Bühne. Inwieweit der Abend Grund für Optimismus bietet, weiß Tobias Prüwer.

Berlin, 17, Juli 2016: From The Dark von Forced Entertainment bei "Foreign Affairs"

From The Dark hat die Gruppe Forced Entertainment eine Marathonperformance genannt, die das Festival "Foreign Affairs" im Haus der Berliner Festspiele nun für immer beendete: eine Reise durch die Dunkelheit, die bei Sonnenuntergang begann und mit dem Aufgang der Sonne endete. Das und noch viel mehr erlebte Sascha Ehlert

Worms, 16. Juli 2016: Nuran David Calis eröffnet die Nibelungenfestspiele mit Gold

Kriemhild & Co. sind Figuren in einem "neuen deutschen Nationalfilm" in Albert Ostermaiers Stück Gold. Der Film der Nibelungen. Eigentlich geht es bei der Nibelungenfestspiele-Eröffnung, die Nuran David Calis inszenierte, um das Geschehen hinter den Kameras – dominiert von Uwe Ochsenknecht als Produzent. Noch mehr Stars sah Alexander Jürgs.

Avignon, 12. Juli 2016: Sechs Stunden Karamazov von Jean Bellorini

Sechs Stunden Dostojewski kann nicht nur Frank Castorf. Sondern auch Jean Bellorini. Der leitet erfolgreich das Théâtre Gérard Philippe in der Pariser Banlieue und geht beim Festival d'Avignon Karamazov so an, wie er in Saint Denis die Bude vollkriegt: mit hochemotionalem Theater und brachialer Komik. Zum Gefallen von Lena Schneider.

Köln, 12. Juli 2016: Weltproben – eine Versammlung beim Asphalt Festival

Ha! Endlich wird sie aufgedeckt, die gigantischste Verschwörung überhaupt: unsere Realität! Und zwar von Philine Velhagen von Drama Köln, die beim Asphalt Festival in Weltproben – eine Versammlung das Publikum mit Kopfhörern durch die Stadt schickt. Mit dabei: Tilman Strasser.

Mülheim, 10. Juli 2016: Die 5. Mülheimer Fatzer-Tage

Die Brüche bleiben: 1978 hat Heiner Müller Bertolt Brechts Fatzer-Fragment zu einem Stück zusammengekittet. Aber einen widerspruchsfreien Text ergibt das noch lange nicht. Darauf stürzen sich drei Produktionen, die in diesem Jahr bei der fünften Ausgabe der Mülheimer Fatzer-Tage zu Gast sind. Auf die produktive Suche nach den Brecht'schen Puzzelteilen begab sich Sascha Westphal.

Magdeburg, 10. Juli 2016: Viel Lärm um nichts am Puppentheater Magdeburg 

In William Shakespeares Viel Lärm um nichts steckt ja an sich schon viel Sommergefühl. Jetzt hat Regisseur Moritz Sostmann am Puppentheater Magdeburg die Komödie mit Abgründen als Open-Air-Spektakel inszeniert. Gut gelaunt dabei: Simone Kaempf.

Frankfurt, 9. Juli 2016: Saponifikation am Frankfurter Mousonturm

Der Frankfurter Mousonturm war einmal eine Seifenfabrik und August Friedrich Mouson ein verfolgter Revolutionär, bevor er aus der Firma einen Weltkonzern machte. Das Duo red park nimmt diese Geschichte zum Anlass für ihre Performance Saponifikation – einige Übungen in Aufruhr und Ökonomie. Alexander Jürgs ließ sich aufwiegeln.

Berlin, 8. Juli 2016: Monypolo von Prinzip Gonzo am Ballhaus Ost Berlin

Monopoly sollte Kindern frühzeitig den Spaß an egoistischer Geschäftemacherei rauben, so die Idee der Erfinderin im Jahr 1904. Gehörig schief gegangen angesichts der Beliebtheit des Spiel, oder doch nicht? Eine Kapitalismus-Befragung versucht nun Prinzip Gonzo mit seiner Markthallen-Simulation Monypolo. Mit mehr oder weniger Regennachmittags-Spaß also. Mehr darüber von Christian Huberts.

Berlin, 6. Juli 2016: Eröffnung von Foreign Affairs mit William Kentridge

Zum letzten Mal veranstalten die Berliner Festspiele in diesem Jahr das Festival Foreign Affairs, das sich den zeitgenössischen performativen Künsten verschrieben hat. Und weil deren Spannbreite so weit ist, bot sich als Schwerpunkt-Künstler der südafrikanische Spartengrenzen-Verächter William Kentridge an. Den performativen Auftakt des Festivals und die Ausstellung "No It Is!" besuchte Claudia Wahjudi.

Berlin, 6. Juli 2016: Alain Platels En avant, marché im Programm von Foreign Affairs

Ebenfalls zur Eröffnung von Foreign Affairs lief auch noch einmal Alain Platels Neuerfindung des Theaters aus dem Geiste der Blaskapelle En avant, marche!, die Tobias Prüwer bereits vor ein paar Monaten in Leipzig besprach.

Reichenau, 5. Juli 2016: Hermann Beil inszeniert Doderers Dämonen

Sie treffen sich seit 1988 bei den Festspielen Reichenau, die eingeschworenen Letzten, die noch an das echte Theater glauben. An wirkliche Dramen ohne Post. An wahrhaftige Schauspieler. In diesem Jahr gibt es in der niederösterreichischen Kur- und Festspielstadt unter anderem eine Bühnenadaption eines Mamutgesellschaftspanoramas: Doderers Dämonen. Inszeniert hat Hermann Beil. Gabi Hift war vor Ort.

Düsseldorf, 3. Juli 2016: Blutmänner / Studie einer menschlichen Figur im Raum

Stephan Kaluza ist Dramatiker und Bildender Künstler. In seinem Doppelabend Blutmänner / Studie einer menschlichen Figur im Raum, den er im Forum Freies Theater uraufführte, bringt er die Disziplinen zusammen. Eine Versuchsanordnung, die in Brasiliens Urwald aufbricht und bis zum Maler Francis Bacon reicht. Mehr von Sascha Westphal.

Stuttgart, 2. Juli 2016: Mit René Pollesch und Stadion der Weltjugend im Autokino

Wer hockt denn da in dem Auto herum? Sind das nicht Martin Wuttke und Konsorten? Und da vorne auf der Leinwand? Klar, das sind die auch! Weil René Pollesch nämlich mit seinen Leuten für Stadion der Weltjugend ins Autokino Kornwestheim gegangen ist. Live-Video war gestern, Live-Autokino ist heute! Durch die Frontscheibe blickte Verena Großkreutz.

Oberammergau, 2. Juli 2016: Christian Stückl zeigt Kaiser und Galiläer von Henrik Ibsen

Die Zeit bis zu den nächsten Passionsspielen (wer freut sich nicht auf 2020?) füllt Spielleiter Christian Stückl gerne mit bibelnahen Stoffen, diesmal: Kaiser und Galiläer von Henrik Ibsen, ein als unspielbar geltendes Stück. Zeuge der Veranstaltung: Steffen Becker.

 

Berlin, 2. Juli 2016: Sesperado - Revolution of Color im Ballhaus Naunynstraße

Größtenteils LaiendarstellerInnen sind es, die für die Akademie der Autodidakten im Ballhaus Naunystraße wütendes Agitprop-Theater aufführen. Was ist richtig und was falsch, was rassistisch und was nicht? Sesperado – Revolution of Colour gibt sich wissend. Über seinen Erkenntnisgewinn berichtet Janis El-Bira.

Freiburg, 2. Juli 2016: Doris Uhlichs neuer Abend Boom

In bunte Sportswear gehüllte Körper, die sich auf der Bühne verausgaben, oder auch: "Hyper Hyper!", das ist Boom, Doris Uhlichs neue Inszenierung in Freiburg. Wie ihn das Intensitätserlebnis bewegte, sagt Jürgen Reuß.

Berlin, 2. Juli 2016: Milo Raus Marc-Dutroux-Stück Five Easy Pieces

Heute noch können belgische Kinder die Verbrechen des Marc Dutroux, der in den frühen neunziger Jahren mehrere minderjährige Mädchen entführte und missbrauchte, en détail rekapitulieren. Warum? Five Easy Pieces von Milo Rau lotet die Abgründe des Erzählen-Wollens nun auch in den Berliner Sophiensaelen aus. Premiere hatte der Abend beim Kunstenfestival in Brüssel – dort sah ihn Lena Schneider.

Mainz, 1. Juli 2016: Sleepless von der britischen Theatertruppe Analogue

Wissenschaft, Wirtschaft, Ethik – mit diesem Dreiklang im Gepäck reiste die britische Theatertruppe Analogue nach Mainz, um am Staatstheater die Schrecken der Schlaflosigkeit vom Privaten in die große Welt zu projizieren: Sleepless ist das performative Ergebnis, das Shirin Sojitrawalla niveaweiße Bewunderung abnötigte.

München, 30. Juni 2016: Marius von Mayenburg mit Lehman Brothers am Resi

Im Herbst 2008 sind sie zum Synonym für Absturz und Krise geworden, die Lehman Brothers – den Weg der Familie Lehmann von Ladenbesitzern zu Investmentbankern schildert Stefano Massini in einem epischen Stück, das Marius von Mayenburg am Residenztheater zu einer Geschichte des Kapitalismus ummünzen will. Klappt das, Cornelia Fiedler?

Berlin, 29. Juni 2016: Das Finale der ZPS-Aktion Flüchtlinge fressen

Zwei Wochen Tigerkäfig-Schau am Gorki Theater: Flüchtlinge fressen vom Zentrum für politische Schönheit. Als Ende der Aktion war die ganz große Geste angekündigt: Geflüchtete Syrer würden sich zum Protest gegen die EU-Asylpolitik den Tigern zum Fraß vorwerfen. Wie kam das Zentrum aus der Opfer-Nummer raus? Sophie Diesselhorst hat es erlebt.

Berlin, 26. Juni 2016: Gespräch wegen der Kürbisse am DT Berlin

Mit der Langen Nacht der Autoren gingen die Autorentheatertage des Deutschen Theaterts gestern zu Ende. In diesem Rahmen kam es nun zur letzten der ATT-Uraufführungen, starbesetzt mit Maren Eggert und Natali Seelig. Die beiden trafen sich im Hinterbühnen-Café zum eskalierenden Gespräch wegen der Kürbisse von Jakob Nolte, inszeniert von Tom Kühnel und begutachtet von Simone Kaempf.

Essen, 26. Juni 2016. Anna Bergmann inszeniert Maria Stuart in Essen

Als Königinnenschmonzette funktioniert Friedrich Schillers Maria Stuart ja immer gut, aber was, um Himmels willen, fängt man mit den Gedanken darin an? Mit dieser Frage an die Neuinszenierung von Anna Bergmann beschäftigt sich Gerhard Preußer.

Köln, 26. Juni 2016. Festivalübersicht Impulse

 In NRW lief bis Samstag das traditionsreiche Best-of-Freie-Szene-Festival Impulse. Hier die Festivalübersicht.

Berlin, 26. Juni 2016. Festivalübersicht Autorentheatertage am Deutschen Theater

Elf Gastspiele und drei Uraufführungen waren bei den diesjährigen Autorentheatertagen am Deutschen Theater zu sehen. Hier die Festivalübersicht.

Bad Hersfeld, 25. Juni 2016: Dieter Wedels Festspieleröffnung mit Hexenjagd

Wer tolle Fernsehstars wie Richy Müller oder Jasmin Tabatabai am Start hat, der sollte sie auch in voller Leinwandgröße zeigen, sagt sich Dieter Wedel zur Eröffnung der 60. Bad Hersfelder Festspiele. Und also packt der TV- und Theatermacher für Arthur Millers Hexenjagd an der Stiftsruine den Videoscreen aus. Wurd' es Theater wie bei Frank Castorf? Alexander Kohlmann kennt die Antwort.

Berlin, 25. Juni 2016:  Das Gelübde von Dominik Busch bei den Autorentheatertagen

Die Lange Nacht der Autoren hat ein anderes Gesicht, seit die Autorentheatertage am DT Berlin im vergangenen Jahr ihren Modus änderten. In vollwertigen Inszenierungen werden drei von einer Jury ausgewählte neue Stücke präsentiert. Die Premiere von Dominik Buschs Das Gelübde fand gestern Abend statt. Ein Stück über eine Radikalisierung der besonderen Art, mehr vom angetanen André Mumot.

Berlin, 24. Juni 2016: H.-W. Kroesinger goes Staatsoper: Die Luft hier: scharfgeschliffen

Bevor Hans-Werner Kroesinger einer der führenden Dokumentar-Theaterkünstler unserer Tage wurde, schlug er mit ersten Regiearbeiten im Musiktheater auf. Jetzt kehrt er in die heiligen Hallen der hohen Töne zurück und inszeniert die politische Reflexion Die Luft hier: scharfgeschliffen von Matthias Hermann an der Berliner Staatsoper. Georg Kasch war vor Ort.

Berlin, 24. Juni 2016: Die tschechische Erfolgsproduktion Die Anhörung

In Tschechien wurde diese Produktion vom Theater Komorní scéna Aréna in der Regie von Ivan Krejčí mit Preisen überhäuft. Jetzt gastiert Die Anhörung zum Fall Adolf Eichmann am Berliner Theater unterm Dach. Michael Wolf schaute hin.

Berlin, 23. Juni 2016: Der Opernstar-Abend Quartetto am Renaissance-Theater

Wenn große Künstler vom Olymp des Ruhms herabsteigen, sind sie allein. Oder treffen sich in der Altersresidenz. So jedenfalls in Ronald Harwoods veritabler Erfolgskomödie Quartetto, die 2012 von Dustin Hoffman verfilmt wurde. Am Renaissance-Theater hat Torsten Fischer das Stück nun mit echten alternden umtriebigen Opernstars besetzt. Mehr von Wolfgang Behrens.

Berlin, 23. Juni 2016: Herbert Fritschs Apokalypse jetzt an der Volksbühne Berlin 

Der Titel passt unfreiwillig zur Stimmung dieser Tage: In seiner Version der Apokalypse lässt Herbert Fritsch den Schauspieler Wolfram Koch mit Donnerstimme die Offenbarung des Johannes verkünden. Martin Krumbholz berichtete von der Premiere bei den Ruhrfestspielen vor zwei Wochen. Seit gestern läuft der Abend auch an der Berliner Volksbühne.

Wien, 22. Juni 2016: Claudia Bosses Ideal Paradise am Theatercombinat

"Die Verrückten, denen schau ich schon die ganze Woche beim Proben zu", sagt eine Anrainerin über Ideal Paradise von Claudia Bosse und ihrem Theatercombinat. Der Spaziergang durch Wien mit silbern gewandeten Performern stellt Fragen wie: "Wie können wir hier zusammen leben?". Für die beste dieser Fragen musste Martin Pesl allerdings bis zum Schluss warten.

München, 20. Juni 2016: Tage der Dunkelheit am Münchner Volkstheater 

Warum die Menschen das Morden erfanden, ist eine Frage, die einen leider täglich aus den Nachrichten anspringt. Am Münchner Volkstheater sucht Sankar Venkateswaran nach uralten Antworten auf diese Frage: im indischen Epos "Mahabharata". Das szenische Resultat – Tage der Dunkelheit – ist eine eindrückliche Absage an die postmoderne Dauerironie. Sagt Cornelia Fiedler.

Berlin, 19. Juni 2016: Rodrigo García mit der Entführung aus dem Serail

Rodrigo García an der Deutschen Oper! Skandal mit Blut und Burgerbrötchen? Kommt drauf an, was man unter Skandal versteht, schreibt, nachdem er Garcías Entführung aus dem Serail als grellbunten Comic-Bilderbogen mit Mozart-Soundtrack und ohne Lars Eidinger erduldet hat, Georg Kasch.

Bremerhaven, 18. Juni 2016: Offshore mit neuen Stücken von Köck, Rittberger, Stockmann

"Das wird man ja wohl noch sagen dürfen", dieser Satz verbindet die Miniaturen von Thomas Köck, Kevin Rittberger und Nis-Momme Stockmann, die zusammen den Abend Offshore – Identitäten am Rande der Gesellschaft bilden. Jens Fischer ist begeistert.

Braunschweig, 18. Juni 2016: Während ich wartete von Mohammad Al Attar

Taim liegt nach einem Unfall im Koma. Was vorher geschah, erzählt der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar in dem Familien- und Freundschafts-Gefüge Während ich wartete. Nach der Uraufführung beim belgischen Kunstenfestival gastierte der Abend nun bei Festival Theaterformen. Mehr von Michael Laages.

Berlin, 18. Juni 2016: Sebastian Sommer inszeniert Eugène Ionescos Die Stühle

Absurdes Theater? Hat es schwer in Zeiten, in denen sinnverdrehte Quatsch-Dialoge auf allen Kanälen zum Programm gehören. Was nicht heißt, dass die Ehrenrettung von etwa Eugène Ionesco nicht möglich wäre. Am Berliner Ensemble versucht es Sebastian Sommer mit dem Lebensfinal-Resümee Die Stühle. Wie, weiß Christian Rakow.

Berlin, 17. Juni 2016: Flüchtlinge fressen – die neue Aktion des ZPS

Die neue Aktion des Zentrum für politische Schönheit mit dem Maxim Gorki Theater könnte blutig enden. Das ZPS will mit Flüchtlinge fressen die Abschaffung des Paragraphen erpressen, der es Fluggesellschaften verbietet, Flüchtlingen zur Einreise zu verhelfen. Andernfalls soll sich ein Geflüchteter freiwillig von Tigern fressen lassen. Mehr von Sophie Diesselhorst.

Braunschweig, 17. Juni 2016: Haus der Hunde von Vladyslav Troitskyi

Asien ist Schwerpunkt beim Festival Theaterformen. Aber es laufen auch so einige andere Arbeiten. Haus der Hunde zum Beispiel des ukrainischen Regisseurs Vladyslav Troitskyi vom Dakh Theater, einem der ältesten unabhängigen Theater des Landes. Fürs Bühnenbild ist ein Stahlkäfig mitgereist, und ziemlich düstere Atmosphäre. Mehr von Jan Fischer.

Mülheim, 17. Juni 2016: Lone Twin mit Big Town

Das englische Regie-Duo Lone Twin lädt uns ins Zirkuszelt. Aber in Big Town gibt es keine Zauberer oder Tiger zu sehen. Dennoch war es ein einzigartiger Abend. Spoiler: Ein Schnitzel kann die Welt bedeuten. Sascha Westphal war im Zirkusfieber.

Bremen, 16. Juni 2016: Alexander Giesches Fußball-Kunst-Projekt Torture the Artist 

 Kunst kommt von Qual. Für die Fußballkunst gilt diese (Binsen)weisheit wohl am dringlichsten, und zur EM hat sich Regisseur Alexander Giesche ins Werder Bremen Stadion begeben, um dort mithilfe Joey Goebels Torture the Artist den Leistungs- und Lebensträumen nachzuhorchen, samt Fangesang, Megafon, Stadionbier. Mehr über dieses Freilufttheater von Stefan Schmidt.

Frankfurt, 15. Juni 2016: Daniel Foersters kunstblutiger Strindberg'scher Totentanz

 Der beinah Dreißigjährige Krieg – so nannte Alfred Kerr die Ehehölle des Silberhochzeitspaares in August Strindbergs Totentanz. Der junge Regisseur Daniel Foerster macht in Frankfurt lieber auf Blitzkrieg und bietet Vampirismus, Splatter, ausgestochene Augäpfel – und die Großaufspieler Constanze Becker und Oliver Kraushaar. Ob mit dem Blut auch Freudentränen spritzten, weiß Alexander Jürgs.

Braunschweig, 14. Juni 2016: Der Asien-Schwerpunkt bei den Theaterformen

Einen Asien-Schwerpunkt hat sich das Festival der internationalen performativen Künste Theaterformen in diesem Jahr in Braunschweig gesetzt. Also geht das Fenster zu exemplarischen Länderansichten aus dem Fernen Osten auf. Ein Panorama eindrücklicher historischer Reflexionen (u.a. von Festival-Hotshot Toshiki Okada) sah Alexander Kohlmann.

Wien, 14. Juni 2016: Der iranische Doku-Abend Die Anpassung bei den Festwochen

Drei Frauen, drei Schicksale aus dem Iran der Gegenwart. Der Doku-Abend Die Anpassung von Mahin Sadri – 2015 von Afsâneh Mâhian in Teheran uraufgeführt – gastiert jetzt bei den Wiener Festwochen, wo Leopold Lippert ihn erlebte.

Recklinghausen, 13. Juni 2016: Der nackte Felsen von Thomas Arzt, Ruhrfestspiele

Vier menschlich defizitäre Extremsport-Fans sind es, die der junge Autor Thomas Arzt in seinem neuen Stück Der nackte Felsen in die Dolomiten schickt. Spoiler: Nicht alle überleben. Harald Demmer hat das Ganze für das Pfalztheater Kaiserslautern und die Ruhrfestspiele als Laborsituation inszeniert. Mehr von Martin Krumbholz.

Stuttgart, 12. Juni 2016. Sebastian Baumgarten inszeniert Gogols Die toten Seelen

 Eine Steilvorlage für einen gepfefferten Kommentar zur Welt im Schleudergang des Turbokapitalismus bietet Nikolai Gogols Roman Die toten Seelen. In Stuttgart lässt Sebastian Baumgarten exzellente Schauspieler auf Gogols scharf gezeichnete Figuren los. Mehr von Verena Großkreutz.

München, 12. Juni 2016. Die Hochzeit des Figaro, inszeniert von David Marton

Opernhaus, die zweite. Diesmal hat Marton sich Mozart vorgenommen und in Kleinst-Teile zerlegt. Was dabei herauskam, beschreibt Sabine Leucht.

Wien, 11. Juni 2016: Andriy Zholdak inszeniert Solaris

Auf der Suche nach Leben im Weltall stößt Forscher Kris auf einen intelligenten Ozean, der aus Erinnerungen Trugbilder im Realen erzeugt. An diesem Motiv aus Stanisław Lems Roman Solaris entzündet sich die Adaptionsfantasie von Andriy Zholdak, der den Stoff bei den Festwochen ins Theater übersetzt hat. Martin Pesl war vor Ort.

Recklinghausen, 10. Juni 2016: Herbert Fritschs höllische Apokalypse des Johannes

Herbert Fritsch inszeniert das Ende aller Tage: In seiner Version der Apokalypse bei den Ruhrfestspielen lässt Fritsch den Schauspieler Wolfram Koch mit Donnerstimme die Offenbarung des Johannes verkünden: "Wer Ohren hat zu hören, der höre!" Martin Krumbholz berichtet von einer höllischen One-Man-Show.

Nürnberg, 10. Juni 2016: Linke Läufer (Erster sein) von Albert Ostermaier uraufgeführt

Albert Ostermaier erinnert mit seinem Stück Linke Läufer (Erster sein) an Jenö Konrád, Trainer-Legende des 1. FC Nürnberg, der von den Nazis vertrieben wurde. Die Uraufführung von Oliver D. Endreß am Staatstheater sah Dieter Stoll.

Wien, 10. Juni 2016: Yana Ross setzt Wunschkonzert von Franz-Xaver Kroetz in Szene

Mit seinem Ein-Frauen-Stück Wunschkonzert schrieb der Dramatiker Franz-Xaver Kroetz das wortlose Drama einer einsamen Frau vor ihrem Suizid. Bei den Festwochen hat die litauische Regisseurin Yana Ross die Geschichte von 1971 inszeniert. Leopold Lippert schaute zu.

Potsdam, 10. Juni 2016: Maxi Obexers Doku-Stück zur Flüchtlingsfrage Illegale Helfer

Die Gesetze sind strikt. Aber was heißt das, wenn Menschen in Not sind? In ihrem Dokumentarstück Illegale Helfer lässt die Dramatikerin Maxi Obexer Menschen zu Wort kommen, die ihre Hilfe für Geflüchtete mit dem Gesetz in Konflikt bringt. Mehr von Sophie Diesselhorst.

Recklinghausen, 9. Juni 2016: Das Blau in der Wand von Tankred Dorst

Die Liebe als erstes und letztes. Tankred Dorst zeigt mit Das Blau in der Wand bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen ein zartbesaitetes Mini-Requiem, inszeniert von David Mouchtar-Samorai. Behandelt werden die ganz großen Fragen nach dem Verhältnis von Mann und Frau. Ob Tankred Dorst diese künstlerisch attraktiv zu beantworten weiß, erzählt Andreas Wilink

Recklinghausen, 8. Juni 2016: Claudia Bauer mit Die Simulanten von Philipp Heule

Wer aus der Distanz liebt, belastet das Klima, muss er zur temporären Vereinigung doch dauernd hin- und herjetten. Derlei Fernbeziehungsprobleme behandelt Philippe Heules samplingfreudiger Erstling Die Simulanten, den Claudia Bauer (für das Schauspiel Dortmund) bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt hat. Gerhard Preußer sah die Einfallskaninchen hüpfen und fühlte sich an René Pollesch erinnert.


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