Der Extremist 280 Ralf Feiner uJürg Kienberger als "Extremist"  © Ralf FeinerGenf, 27. Mai 2016

Palmarès vom Schreibtisch?

Zum dritten Mal findet dieser Tage das Schweizer Theatertreffen statt, und zum dritten Mal werden auch die Schweizer Theaterpreise vergeben. Aber was ist das eigentlich für ein Festival, was sind das für Preise, bei denen das strenge föderale Prinzip herrscht: Alle sollen mal drankommen? Andreas Klaeui gibt Auskunft.

Berlin, 7. April 2016: Zum Status Quo des Inklusionstheaters

Starsystem? Gibt es längst auch im Inklusionstheater. Denn viel hat sich getan, seit Jérôme Bel 2013 mit einer Produktion zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, die nur mit behinderten Schauspieler*innen erarbeitet war. Der performative turning point gilt seitdem als vollzogen. Baustellen? Bleiben. Georg Kasch mit einem Update zum Status Quo von Theater und Inklusion.

Berlin, 3. April 2016: Die Rabih-Mroué-Werkschau im Hebbel-am-Ufer

Töten oder getötet werden, verschwinden oder zurück bleiben, Video oder Wirklichkeit? Das Berliner HAU widmet dem libanesischen Regisseur und Dramatiker Rabih Mroué eine Werkschau. Gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Lina Majdalanie fordert er uns auf, alle Sicherheiten aufzugeben. Ein gefährliches Unterfangen, Claudia Wahjudi?

Berlin, 3. März 2016: Video-interview mit Franz Wille über den Mühlheimer Dramatikerpreis

Die Stücke, die um den Mülheimer Dramatikerpreis 2016 konkurrieren, sind nominiert. Über Trends, Debatten und (Nicht-)Nominierte sprach Christian Rakow mit Franz Wille, Theater-heute-Redakteur und Sprecher der Auswahljury – zum Videointerview.

18. Februar 2016: Interview mit Johan Simons, designierter Intendant in Bochum

Seit letzter Woche ist es raus: Johan Simons wird ab 2018 Intendant in Bochum. Gleichzeitig hat er in Gent und Rotterdam zu tun. Wie soll das gehen? Was genau stellt er sich unter seinem "Haus der Kulturen" vor? Und was ist mit den Gerüchten, dass in Bochum nach seinen fünf Intendanten-Jahren das Licht ausgeht? Antworten gibt Simons im nachtkritik.de-Interview mit Sascha Westphal.

Berlin, 8. Februar 2016: Romeo und Julia als Tumblr

Wie könnte sich das Theater jenseits von Livestreaming und Tweetups ins Internet verlängern? Der Regisseur und Videokünstler Manuel Braun macht einen Vorschlag: Er hat Romeo und Julia als Tumblr inszeniert. Was das bedeutet und wie gut das funktioniert, untersucht Sascha Ehlert.

Hamburg, 25. Januar 2016: Bürgergipfel im Thalia Theater

Kürzlich trennte der Regisseur Alvis Hermanis sich vom Thalia Theater; er wolle nicht mit dem Engagement des Hauses für Geflüchtete in Verbindung gebracht werden. Tatsächlich sind die Hamburger Pioniere der #RefugeesWelcome-Bewegung der Theater. Nun haben sie im Rahmen der Lessingtage einen "Bürgergipfel" veranstaltet: Das neue Wir. Esther Slevogt war dabei.

Braunschweig, 23. November 2015: Bericht vom Fast Forward-Regie-Festival

Die diesjährige Ausgabe des Fast Forward – Europäisches Festival für junge Regie am Staatstheater Braunschweig zeigte wenig zukunftsfrohe und wenig zukunftsgewisse Inszenierungen. Kann man daraus auf den Zustand Europas schließen? Unseren Autor Jan Fischer machte das Vorgefundene nachdenklich.

München, 9. November 2015: Abschluss des Spielart-Festivals in München

Gestern ging das alle zwei Jahre stattfindende Spielart Festival für die freien Theaterkünste in München zu Ende. Zuletzt präsentierte es die Abteilung Science Fiction und die New Works. Nicht jede Produktion überzeugte, nicht jede legte einen Finger in eine offene Wunde, aber mindestens ein Auftritt erfüllte ale Erwartungen. Michael Stadler hat das Abschlussprogramm beobachtet.

Wien, 6. November 2015: Der Monologparcours Die Sicherheit der Sicherheit

Seit zehn Jahren gibt es das vom Regisseur Hans Escher und vom Autor und Dramaturgen Bernhard Studlar ins Leben gerufene interkulturelle Autorenprojekt Wiener Wortstätten. Da darf man sich auch einmal selbst feiern: mit dem Monologparcours Die Sicherheit der Sicherheit, 13 Soli für Schauspieler von 13 der Wortstätten-Autoren. Martin Pesl sah zu und blickt zurück.

München, 2. November 2015: Das Art-In-Resistance-Wochenende beim Spielart Festival

Beim Münchner Festival Spielart wurde am Wochenende den Bedingungen und Möglichkeiten eines künstlerisch-politischen Widerstandes nachgeforscht. Naturgemäß Griechenland, naturgemäß der Nahe und Mittlere Osten, naturgemäß die kolonialen Grenzziehungen, naturgemäß Melancholie und Angst spielten dabei eine Hauptrolle. Tobias Krone berichtet aus München.

München, 24. Oktober 2015: Eröffnung des Spielart-Festivals und Festivalübersicht

Außereuropäisches Theater steht am Wochendene im Fokus des Festivals Spielart, das mit Arbeiten von Dieudonné Niangouna aus Brazzaville, der britisch-libanesischen Künstlerin Tania El Khoury und Public Movement aus Tel Aviv eröffnet wurde. Michael Stadler berichtet.

Berlin, 22. Oktober 2015: Georg Seeßlens Laudatio auf Christoph Schlingensief

Posthum wurde Christoph Schlingensief von der Akademie der Künste in Berlin der Konrad-Wolf-Preis 2015 verliehen. Das Preisgeld geht ans Operndorf in Ougadougou. In seiner Laudatio umreißt Georg Seeßlen sein Verhältnis zu Schlingensiefs Kunst: "Nicht nur, was Schlingensief über die Welt sagt, ist skandalös, sondern noch mehr, wie er es sagt, nämlich als reine Körperlichkeit."

München, 20. Oktober 2015: Flüchtlinge und Theater, Teil 2: Der Open Border Kongress

Verändern die Theater die "Flüchtlingskrise" – oder verändert sie die Theater? In Teil 2 ihrer Serie blickt Sophie Diesselhorst nach München, wo die Kammerspiele zu einem Open Border Kongress einluden – mit Diskussionen auf der großen Bühne und Gastspielen. Dabei wurde zwischen Trockenblumen-Thesensträußen auch das ein oder andere Versprechen gegeben

Mannheim, 7. Oktober 2015: Serie Theater und Flüchtlingskrise 1: Beispiel Mannheim

Sind die Aktivitäten, die Theater angesichts der Flüchtlingskrise entfalten, Kunst oder Sozialarbeit? Hat das Thema die Theater möglicherweise auf den Weg gebracht zu einem neuen Verständnis ihres gesellschaftlichen Auftrags? Sophie Diesselhorst geht diesen Fragen nach. Zuerst war sie in Mannheim bei der Premiere von Ein Blick von der Brücke / Mannheim Arrival am Nationaltheater.

Berlin, 8. August 2015. Das Peng! Kollektiv verleiht Verdienstkreuze

Das Peng! Kollektiv hat acht Menschen vor dem Brandenburger Tor Europäische Verdienstkreuze verliehen. So weit, so langweilig. Diese Menschen sind aber Fluchthelfer und haben sich womöglich strafbar gemacht. Und mit der Aktion Ich bin Fluchthelfer fordert das Kollektiv gar noch zu weiterem Ungehorsam auf – gegen herrschendes Recht, für die Gerechtigkeit. Simone Kaempf hat näher hingeschaut.

3. August 2015: Zur Erinnerung an Bert Neumann: Laudatio von René Pollesch

Am 30. Juli starb der Bühnenbildner Bert Neumann. Im April 2015 erhielt er in Gießen den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis. Die (von Sophie Rois gehaltene) Laudatio zur Preisverleihung schrieb René Pollesch, für dessen Theater Neumann be- und gerühmte Bühnenbilder schuf. nachtkritik.de dokumentiert die Rede im Gedenken an den prägenden Raum-Erfinder und Volksbühnen-Miterschaffer.

München, 13. Juli 2015: Die Jürgen-Rose-Ausstellung im Deutschen Theatermuseum

Man kann der Bühne mit einer Ernsthaftigkeit verfallen, die keine Ausflüchte erlaubt. Denn Nichts ist so lebensfüllend wie das Theater. Ist das altmodisch oder Avantgarde? In München ist das jedenfalls der Titel einer Ausstellung am Deutschen Theatermuseum über den Bühnen- und Kostümbildner Jürgen Rose, dessen Arbeiten mit dem Regisseur Dieter Dorn legendär sind. Eine Schau, die vieles zu schauen gibt, wie Sabine Leucht bezeugt.

Reichenau, 8. Juli 2015: Sommerfrische der Burgschauspieler – die Festspiele Reichenau

Der Sommer ist da. Und die Festspiele öffnen Tür und Tor. Nobel geht es zu in Reichenau an der Rax, einer alten Sommerfrische der guten Wiener Gesellschaft. Dort gibt es seit 1988 die Festspiele Reichenau, gegründet in dezidierter Oppoition zum damaligen schlimmen Burg-Revoluzzer Claus Peymann. Ein Vierteljahrhundert später, haben sich die einstigen Revoluzzer selber in den Falten der verschlissenen Pracht eingerichtet. Thomas Rothschild hat diese Hochburg der Konservativen besucht.

Berlin, 7. Juli 2015:Tino Sehgal-Werkschau im Gropius-Bau und bei Foreign Affairs

Fast wie in der sokratischen "Hebammenkunst" geht es bei Tino Sehgal zu: Gespräch, Vertiefung von Vorverständnis, Durchdringung der eigenen Lebensbegriffe. Und weil das alles aus dem lebendigen Gespräch heraus gedacht ist, ist Bildmaterial von der Performance In Progress oder von der Werkschau im Martin Gropius Bau Berlin auch untersagt. So sei es! Dann also Bilder durch Worte! Von Sophie Diesselhorst.

21. Juni 2015: Das Impulse Festival der freien Szene

Totgesagte leben länger. Zwischendurch stand das Impulse Festival, das herausragende Arbeiten der deutschsprachigen Freien Theaterszene zeigt, vor dem Aus. Nun lebt es wieder, von Florian Malzacher geleitet, und präsentierte sich unter dem Motto "Gesellschaftsspiele" als labyrinthisches Studium Universale mit breit aufgestelltem Programm. Gestern Abend ging es zu Ende. Mehr von Friederike Felbeck

Berlin, 17. Juni 2015: Über die erste Die Toten kommen-Aktion des ZPS in Berlin-Gatow

Jeden Tag sterben Menschen auf der Flucht im Mittelmeer. Die Toten bekommen wir im Norden Europas nie zu Gesicht. Das will das Zentrum für politische Schönheit wenigstens symbolisch ändern. "Ihre letzte Ruhestätte soll unsere Unruhe werden". Von der Aktion Die Toten kommen und dem ersten Begräbnis auf dem Muslimischen Friedhof in Berlin-Gatow berichtet André Mumot.

Hamburg, 15. Juni 2015: Das Körber Studio Junge Regie 2015

Alle Jahre wieder trifft sich der hoffnungsvolle Regie-Nachwuchs der deutschen Regie-Pflanzschulen in Hamburg zum Körber Studio Junge Regie, seit einigen Jahren ergänzt um einen Gast von außerhalb der Landesgrenzen. Die Körber Stiftung zahlt, das Thalia stellt Raum und technischen Stab. Falk Schreiber hat dem bunten Treiben zugeschaut.

Hamburg, 8. Juni 2015: Erstes Wochenende des Live Art Festival auf Kampnagel

Wie funktioniert Agitation? Das erforscht das Live Art Festival auf Kampnagel und bombardiert seine Besucher mit Politikerreden, bis sie nicht mehr können. In der Sauna können die Ideologien wieder ausgeschwitzt werden. Nicht, dass Omer Kriegers nach weltweiten Demo-Beobachtungen choreografierte Clashes zwischen Polizisten und Protestierenden in Realität umschlagen. Von den ersten Tagen des Festivals mit seinen diversen Interaktions-Angeboten berichtet Alexander Kohlmann.

Karlsruhe, 8. Juni 2015: Das 10. Premierès Festival, dieses Jahr in Karlsruhe

Können sie die Welt retten, die jungen europäischen Regisseure, oder wenigstens das Theater? Beim zehnten Festival Premières wurde zumindest klar, dass sie keine Angst vor großen Themen und Begriffen haben. Auch nicht vor großen Namen: von Shakespeare-, Camus- und Euripides-Inszenierungen und guter Stimmung berichtet Elisabeth Maier.

Birsfelden, 5. Juni 2015: Bericht von der Eröffnung des Festivals Wildwuchs

Früher hatte das Basler Festival Wildwuchs Menschen mit psychischen oder körperlichen Behinderungen im Fokus, neuerdings hat es sich jedoch thematisch geöffnet: Sämtliche Menschen am Rand der Gesellschaft sollen in die Mitte geholt werden. Zum diesjährigen Auftakt sind dies etwa papierlose Asylsuchende oder Stripperinnen aus Drittstaaten. Von der Eröffnung berichtet Susanna Petrin.

Berlin, 3. Juni 2015: Der Russische Theaterfrühling in Berlin

In Russland geht das Gerücht um, dass bald jede Theaterinszenierung im Vorhinein angemeldet und genehmigt werden muss. So oder so – um die Kunstfreiheit ist es nicht gut bestellt in Russland. Dass trotzdem interessantes Theater ensteht, ist beim kleinen Festival Russischer Theaterfrühling in Berlin zu erleben. Simone Kaempf sah das Gastspiel Zwei in deinem Haus vom Teatr.doc aus Moskau.

Erlangen, 19. Mai 2015: Das Internationale Figurentheaterfestival in Franken

Das Internationale Figurentheaterfestival findet alle zwei Jahre im Fränkischen statt. 67 Kompagnien aus 19 Ländern trafen sich für zehn Tage und weder tanzten dort die Puppen, noch gab es irgendeine Muppet-Klappmaul-Witzischkeit für angegriffene  Zuschauerseelen. Krieg und Verfolgung, Krankheit und Tod drängten auch bei den Figuren nach vorne. Dieter Stoll berichtet.      

Berlin, 11. Mai 2015: Patrick Wengenroth schaut auf die Ausstellung Fassbinder JETZT

Das Theatertreffen hat einen "Focus Fassbinder" ausgerufen, dazu gibt es im Berliner Martin-Gropius-Bau die Schau Fassbinder JETZT. Der "Planet-Porno"-Erfinder und bekennende Fassbinder-Fan Patrick Wengenroth ist durch die Ausstellung gegangen.

München, 8. Mai 2015: Matthias Lilienthals Pläne für die Kammerspiele

Theatertreffen, egal. Nach München blickte heute alles, wo Matthias Lilienthal seine Pläne für die Kammerspiele vorstellte. Auch wir folgten dem Ruf in die "Kammern 1,2,3" und trafen dort vertraute Namen und Formate. Eröffnet wird mit Shakespeares "Kaufmann von Venedig" in der Regie von Nicolas Stemann, über alles Weitere gibt Sabine Leucht Auskunft.

20. April 2015: Monika Grütters' Theater-Reise

Eine Reise durch Deutschlands immaterielles Weltkulturerbe, also durch die Theaterlande, hat die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters unternommen. Mit im Bus hohe Kulturfunktionäre und Journalist*innen. Anders als auf einer Tour vor zehn Jahren ging es nicht in die ostdeutsche Provinz (wo es vielleicht nötiger gewesen wäre), sondern nach Mannheim, Bonn und Mülheim. Was die Ministerin erfuhr, berichtet Hartmut Krug.

1. April 2015: Gespräch mit Sewan Latchinian zu seinem Rauswurf in Rostock

War es das wirklich mit Sewan Latchinian? Wie geht es weiter in Rostock? Werden rechtliche Schritte folgen? Was wird aus dem Spielplan? Fragen, die Christian Rakow dem fristlos entlassenen Intendanten des Rostocker Volkstheaters Sewan Latchinian gestellt hat. Zum Interview.

14. März 2015: Thomas Ostermeier im Interview über seine Berliner Schaubühne

"Ich bin absolut allein mit meiner Art", sagt Thomas Ostermeier, Intendant der Berliner Schaubühne. Im Interview erzählt er von seiner ostdeutschen Theatersozialisation, grassierendem Epigonentum und dem deutschen Theater: "ein komischer Elfenbeinturm für ein paar Verrückte", mit einer Ausnahme: die Schaubühne. Nachzulesen im Gespräch mit der polnischen Theaterexpertin Iwona Uberman.

26. Februar 2015: Thomas Oberender entdeckt Narrative Spaces

Wenn wir unbehaglich menschenleere Räume durchstreifen, wenn wir wie Detektive nach kleinsten Indizien greifen, um die Geschichte dieses Ortes zu verstehen, wenn es scheinen will, als ob nicht wir mit den Dingen, sondern die Dinge mit uns reden – dann sind wir angekommen: in den Narrative Spaces. Diese erzählerischen Räume erobern als neue Form der Installationskunst nicht nur Museen, sondern auch das Theater. Welche Erfahrungen sie hier ermöglichen, erkundet der Dramatiker und Leiter der Berliner Festspiele Thomas Oberender.

9. Januar 2015: Der Verein für gerechte Künstler-Arbeitsbedingungen art but fair

Es reicht! Das durchschnittliche Jahreseinkommen freiberuflicher Künstler beträgt rund 12.000 Euro, ihre Stundenlöhne liegen meist weit unter dem 8,50-Euro-Mindestlohn, die Anforderungen dagegen schießen in die Höhe. Vor knapp zwei Jahren wurde eine Facebook-Seite ins Leben gerufen, die gegen Lohndumping und Co. mobil macht. Sie trägt den Titel "Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse". Hervorgegangen ist daraus der Verein art but fair. Wie und wofür er kämpft, beschreibt Birgit Walter.