Lolita und Maude

von Georg Kasch

21. Februar 2017. Es kann ein Fluch sein, gut auszusehen und im Rampenlicht zu stehen. Klar, man hat auch jede Menge Vorteile: Erfolg im Beruf, beim Flirten, eigentlich überall, und zuweilen liegt im Aussehen ja auch der Grund, warum man berühmt ist. Aber je erfolgreicher und gutaussehender man ist, desto mehr interessieren sich die Menschen dafür, mit wem man das Schlafzimmer teilt (und wenn mit niemandem: warum nicht).

Aber sicher

von Georg Kasch

18. Januar 2017. Vor wenigen Tagen las ich auf Facebook den Eintrag eines Freundes aus den USA. Er ging mit seinen Kindern zum Essen aus. Beim Betreten des Restaurants folgte ihnen ein Mann, dem, kaum war er zur Tür hinein, eine halbautomatische Schusswaffe herunter fiel, direkt vor die Füße der kleinen Tochter meines Freundes.

Schutzraum Theater

von Georg Kasch

Berlin, 17. November 2016. Neulich war ich bei der Premiere der NSU-Monologe im Heimathafen Neukölln. Überall zwischen den vielen Menschen stand auffällig Sicherheitspersonal herum, breitbeinige Typen in Schwarz. Zuerst mutmaßte ich, dass parallel ein Konzert stattfindet mit irgendeinem Sternchen, das sich zu wichtig nimmt. Dann stellte ich fest, dass die "NSU-Monologe" im Großen Saal stattfinden, die Sicherheitsleute also die Premiere beschützten. War dieser Sicherheitsaufwand nicht ein bisschen überdimensioniert?

Tut mir leid!

von Georg Kasch

Berlin, 11. Oktober 2016. Das mit dem Herbst tut mir leid. Der ist dieses Jahr so kalt, so windig geraten und er kommt viel zu früh. Im September hatte es angenehme Temperaturen, man konnte Baden bis weit in den Monat hinein, die Sonne strahlte. Und nun? Alles dahin. Da stimmt doch was nicht. Da muss einer schuld sein. Warum nicht ich?

Caitlyn Jenner auf Usedom

von Georg Kasch

6. September 2016. Am Tag nach der Mecklenburg-Wahl fragte ein Bekannter: Gut 20 Prozent für die AfD, und in meinem Freundeskreis gibt’s kaum Kommentare dazu? Ich finde das nicht erstaunlich, denn das Resultat ist nicht so dramatisch ausgefallen, wie ich befürchtet hatte – ich habe es für möglich gehalten, dass die AfD stärkste Kraft wird. Ich komme aus Mecklenburg-Vorpommern, da muss ich mir nichts vormachen. Schauen Sie sich mal die Zahlen von Usedom an, dann wissen Sie, was ich meine.

Das Lachen des Teiresias

von Georg Kasch

31. Mai 2016. Teiresias war ein blinder Seher mit Bühnenkarriere bis heute. Seine Sehergabe, so sagt die Legende, hatte er dem größten Stresstest seines Lebens zu verdanken: Als er sich auf die Frage von Hera und Zeus, Chefgötter im Dauereheclinch, welches Geschlecht die meiste Lust beim Sex empfinden würde, zu einer Antwort hinreißen ließ, kostete ihn das das Augenlicht. Zum Ausgleich gab’s die Prophetie.

Die Freiheit des Draußen

von Georg Kasch

26. April 2016. Jetzt also auch noch Prince. Nach David Bowie, dem Identitätsjongleur, hat der nächste androgyne Großkünstler die Bühne verlassen. "Wenn man irgendwo lernen kann, dass Grenzen Blödsinn sind, sexuell, ästhetisch, ethnisch, dann bei Prince", schrieb der geschätzte Kollege @zahnwart auf Facebook. Peaches, selbst eine queere Ikone, fasste ihn so: "Er ist weder eine Drag Queen, noch ist er eine Frau, die ihre maskuline Seite betont. Nein, er ist trotz allem dieser absolute Machotyp, der sich aber wie selbstverständlich aufrüscht und in High Heels und Reizwäsche herumstolziert."