Freunde oder Feinde

von Dirk Pilz

31. Januar 2017. Heute nur ein paar Fragen. Knapp 14 Tage haben wir ja inzwischen Trump. Er wurde gewählt, seine politischen Entscheidungen gleichen jedoch einer Machtergreifung. Wer jetzt noch zweifelt, was dieser Mann will, wer womöglich hofft, dass er von der sogenannten Realpolitik gebremst würde, macht sich der Naivität schuldig.

Rollenspiel

von Teresa Präauer

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24. Januar 2017. Treffen sich acht Menschen um einen Mord zu begehen, kann das einen herrlichen Abend ergeben. Ihre investigative Kolumnistin von nachtkritik.de, der Wahrheit verpflichtet, dem Verbrechen auf der Spur, befindet sich auf dem Weg zu einem sogenannten Mörder-Dinner namens "How to Host a Murder". Einem Rollenspiel, Unterkategorie Murder Mystery Game, dessen erste Episode "The Watersdown Affair" 1983 vom amerikanischen Spielehersteller Decipher, Inc. auf den Markt gebracht worden ist und seither als Serie fortgesetzt und produziert wird.

Aber sicher

von Georg Kasch

18. Januar 2017. Vor wenigen Tagen las ich auf Facebook den Eintrag eines Freundes aus den USA. Er ging mit seinen Kindern zum Essen aus. Beim Betreten des Restaurants folgte ihnen ein Mann, dem, kaum war er zur Tür hinein, eine halbautomatische Schusswaffe herunter fiel, direkt vor die Füße der kleinen Tochter meines Freundes.

Weil ihr es wert seid

von Esther Slevogt

Berlin, 10. Januar 2017. Dass ich das noch erleben darf, in meinem bürgerlichen Heldenleben! In einer Stadt geht dieser Tage einer der spektakulärsten und schönsten Bauten der letzten Jahre ans öffentliche Netz, und es ist kein Büro- und Luxuswohnungsturm, der sich in schwindelerregende Höhen windet, kein güldener Tower, keine Shoppingmall, mit der zum x-ten Mal den üblichen verdächtigen globalen Marken eine glitzernde Lokalumrandung gegönnt wurde. Vielmehr handelt es sich um einen Ort, der schon fast anachronistisch schien in unseren Zeiten, in denen man lieber Theater schließen oder abreißen will (siehe Düsseldorf, siehe die Berliner Ku'dammbühnen) statt neue Orte des öffentlichen Kunstgenusses zu eröffnen: einen Bau, den man im Wesentlichen nur betritt, um dort friedlich einem Konzert zu lauschen. Oder ist da doch noch mehr?

Warum nicht im Theater?

von Wolfgang Behrens

13. Dezember 2016. Als ich noch ein Zuschauer war, lauschte ich einmal einer Podiumsdiskussion in der Berliner Akademie der Künste, bei der sich verschiedene Musiker über die Lehrbarkeit ihres Metiers austauschten. Der Komponist Frank Michael Beyer erzählte damals, er habe einmal einen Kompositionsschüler gehabt, der mit leuchtenden Augen zu ihm gekommen sei und verkündet habe: "Herr Beyer, ich möchte ein Stück für Schlagzeug komponieren. Ja, für Schlagzeug! Aber es soll ein besonderes Stück sein, denn es soll gar nicht wie Schlagzeug klingen." Beyer will darauf geantwortet haben: "Na, dann schreiben Sie doch erst einmal ein Stück für Schlagzeug, das so klingt wie Schlagzeug!"

Die hässliche Wirklichkeit

von Dirk Pilz

6. Dezember 2016. Heute noch einmal kurz zu Tim Renner. Nein, nicht zu seiner umstrittenen Entscheidung für Chris Dercon als Nachfolger Frank Castorfs an der Berliner Volksbühne. Dazu ist einstweilen alles gesagt, auch wenn die Debatte damit naturgemäß längst nicht zu Ende ist. Sondern zu zwei Sätzen, die Renner aus Anlass seines morgigen Abschieds vom Amt des Berliner Kulturstaatssekretärs in einem Interview mit der B.Z. geäußert hat: "Berlin droht die soziale Spaltung. Unsere Kultur-Institutionen müssen deshalb raus aus ihrer Komfort-Zone und auf die Leute zugehen."

Fliegen

von Teresa Präauer

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29. November 2016. Man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, hieß es bei uns in der Schule im Mathematikunterricht. Dabei gilt für die literarische Arbeit vielleicht gerade das Gegenteil: gerade Äpfel soll man mit Birnen vergleichen, denn übers Vergleichen – Abweichung und Ähnlichkeit – erklären und erfinden wir uns die Welt.