Multiples Organversagen

25. Mai 2016. Der österreichische Rechnungshof hat gestern seinen Abschlussbericht zur Causa Burgtheater Wien präsentiert (hier lässt er sich herunterladen). Heute reagieren die Zeitungen. Viele Erkenntnisse hatten sich bereits abgezeichnet, etwa in der nachtkritik.de-Chronik über die Vorgänge am Burgtheater, werden jetzt aber bestätigt: Die Vorbilanztricks der 2013 fristlos gekündigten kaufmännischen Direktorin Silvia Stanejsky, eklatante Produktionsbudget-Überschreitungen 2009/10 dank des Premierenfeuerwerks, das der 2014 entlassene Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann in seiner ersten Saison zündete, so fasst es der Standard zusammen.

Misstrauen gegen Strukturen

24. Mai 2016. "Diese angeblich altertümlichen Strukturen der Repertoire- und Ensembletheater sind ungeheuer beweglich - ästhetisch, ökonomisch und in den Produktionsweisen, und das mit Beschäftigungsverhältnissen, die oft deutlich geschützter sind als in der Freien Szene", sagt Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters, im Interview mit Christine Dössel und Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung. "Die Häuser sind weit weniger dem Marktdruck ausgesetzt als das Plattform- und Diskurs-Theater. Und sie sind sehr viel stabiler, als ihre Verächter glauben."

Er ist ja nicht der Alleinherrscher

23. Mai 2016. Im Interview mit Daniel di Falco und Brigitta Niederhäuser von der Berner Zeitung Der Bund stellt sich Stephan Märki den Nachfragen zur Causa der suspendierten Schauspieldirektorin Stephanie Gräve.

Haushaltsdefizit, Zuschauerschwund, Tretroller & Hosenmode

21. Mai 2016. Das Theater Trier und sein Intendant Karl Sibelius, gerade zehn Monate im Amt, sind unter Druck:  das berichtet der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) auf seiner Internetseite. Auch der Trierische Volksfreund schreibt von Haushaltsdefizit und Zuschauerschwund. Heute käme der Kulturausschuss zu einer Krisensitzung zusammen.

Der Bock zum Gärtner

20. Mai 2016. Ach, es wäre so schön gewesen, wenn der neue österreichische Bundeskanzler tatsächlich einen Neuanfang zustande brächte. Aber wie der Fisch vom Kopfe stinkt die neue österreichische Regierung vom Kulturministerium her. Dort nämlich hat der Bundeskanzler Bundesbahn den Herrn Thomas Drozda installiert, seines Zeichens Ex-Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wiens, also der sozusagen Stadttheater von Wien (mehr dazu hier), und noch früher kaufmännischer Burgtheater-Direktor, also der Vorgänger von Silvia Stantejsky. Im Wiener Standard schreibt Andrea Schurian in einem Kommentar auf, was es zu dieser pikanten Personalie zu sagen gibt.

... weil sie keine Kunst machen wollen

20. Mai 2016. Peter Laudenbach, scheidender Juror des Berliner Theatertreffens, hat bei diesem einen Vortrag zum Thema "But is this Art? Theater zwischen Kunst und Sozialarbeit" gehalten, den die tageszeitung (18.5.2016) in gekürzter Form dokumentiert.

Theater ist kein Flugblatt

von Wolfgang Behrens

20. Mai 2016. "Es gab Abende, da kam einem das Theater nicht nur rat- und machtlos, es kam einem nurmehr lächerlich und nebensächlich vor." Es ist nicht selbstverständlich, einen solchen Satz von einem Theatertreffen-Juror zu lesen. Im Festival-Monat Mai ist den Theatermagazinen jedenfalls durchaus nicht nach einer fröhlichen Affirmationsfeier des Theaters zumute.

Abseits der Spielwiesen

9. Mai 2016. Die Konferenz "Theater und Netz" fand am 8. Mai 2016 zum vierten Mal in Berlin statt, gemeinsam kuratiert und veranstaltet von nachtkritik.de und der Heinrich Böll Stiftung.

Theater ist das neue Wellness

6. Mai 2016 Anlässlich des Theatertreffens hinterfragt Jan Küveler (aufgerufen am 6.5.2016) in der Welt die Bedeutung des zeitgenössischen Theaters: "Was kann ich denn bitte hier kaufen, was ich woanders nicht kriege?" Eine Katharsis, die ohnehin nur ein anderes Wort für "Thrill" sei, erlebe man im Kino viel zuverlässiger.