Diagnose Identitätssucht

6. Dezember 2016. "Ich weiß nicht, ob ich Berlin noch helfen kann. Willkommenskultur jedenfalls ist etwas anderes", hat der designierte Intendant der Volksbühne Berlin Chris Dercon bei einem Abend in der belgischen Botschaft in Berlin gesagt, berichtet Swantje Karich in der Welt.

Der hat N**** gesagt!

5. Dezember 2016. Die Leitung der Berliner Sophiensaele hat die Inszenierung "Leopardenmorde" der freien Gruppe K.U.R.S.K. nach der ersten Vorstellung aus dem Programm des an ihrem Haus gastierenden Festivals "Freischwimmer" gestrichen. Der Grund: An dem Abend fiel mehrmals der rassistische Ausdruck "Neger".

"Kulturelle Grundversorgung"

5. Dezember 2016. Jan Brachmann kritisiert in der FAZ (5.12.2016) die große Strukturreform in Mecklenburg-Vorpommern. Diese sieht u.a. die Fusion des Theater Vorpommern mit seinen Standorten in Stralsund, Greifswald, Putbus auf Rügen mit der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz zum "Staatstheater Nordost" vor.

Was Schauspieler verdienen

3. Dezember 2016. Peter Wenig schreibt im Hamburger Abendblatt (3.12.2016) einen lesenswerten und ausführlichen Artikel über die Einkommenssituation der Schauspieler*innen in Deutschland. Er begleitet den Schauspieler Oliver Warsitz, der im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater zwei Diener-Rollen in "Bunbury" spielt.

Mehr Mut zum Leisesein

2. Dezember 2016. Für die Berliner Zeitung haben Ulrich Seidler und Dirk Pilz mit dem Intendanten des Deutschen Theaters Ulrich Khuon gesprochen. Über Chris Dercon und die Volksbühne, über die Aufgabe des Theaters in konfrontativen Zeiten, über die Macht der Intendanten.

Mario Barth deckt auf...

2. Dezember 2016. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis es auch RTL auffällt, dass Theater und Opernhäuser Geld kosten. Für die Sendung Mario Barth deckt auf am Mittwochabend wurde mit versteckter Kamera in der Oper Hannover gedreht. Die HAZ kommentiert.

Meine Liebe zu Europa

30. November 2016. Im Interview mit Cathrin Kahlweit für die Süddeutsche Zeitung spricht der Schauspieler Klaus Maria Brandauer über die politische Situation kurz vor der Bundespräsidentenwahl in Österreich und über den europafeindlichen Kurs, der mit dem FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer droht.

Weswegen wird so erbittert gestritten?

25. November 2016. Um das Theater wird gestritten wie lange nicht, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (25.11.2016 - in der Frankfurter Rundschau ist der Text auch erschienen). Das sei doch im Grunde genommen "eine herrliche Sache". Aber ob es überhaupt um Theater gehe und nicht recht eigentlich doch "um Macht und letztlich auch um Geld"? Denn: "Was als förderungswürdige Kunst und Kultur gilt, ist in jeder Gesellschaft eine Machtfrage." Kulturpolitik entscheide sich immer an der Frage "wer oder was als repräsentativ gelten soll". Ob es das "angeblich Klassische oder das vermeintlich Neue ist, ins Schaufenster der Kultur stellt eine Gesellschaft immer das, worin sie sich wiedererkennt". Genau dieses sei aber "derzeit so ungeklärt wie lange nicht".

Es brodelt

25. November 2016. In einer Sitzung des Stadtrats von München wurde gestern die Neuausrichtung der Kammerspiele diskutiert. Es berichten u.a. die tz und die Süddeutsche Zeitung (SZ). Zunächst wird die leidenschaftlich geführte Debatte, über die wir ausführlich berichteten, zusammengefasst, dann der sozialdemokratische Kulturreferent Hans-Georg Küppers (in der tz) zitiert: "Krise? Nein! Die Kammerspiele sind in einem Veränderungsprozess. Das braucht Zeit. (...) Ich glaube, der Funke wird irgendwann überspringen."