Kein Übermensch

28. Oktober 2016. Oliver Reese, Intendant des Schauspiels Frankfurt, wiederspricht in der FAZ (28.10.2016) der Kritik am Intendanten-Modell. "Ich betreibe, wie viele andere Kollegen auch, Theaterleitung auf moderne, kollegiale Weise und arbeite dabei vor allem zusammen und im Team." Es gebt keine wesentliche Entscheidung, egal ob sie Spielplan, Personalia oder Organisatorisches betreffe, die nicht wenigstens mit dem Leitungsteam besprochen und abgestimmt sei.

"Von der Politik auseinandergenommen"

27. Oktober 2016. Das Theater Hagen steckt seit Jahren in schweren Finanznöten. Nun kommen weitere Rückschläge hinzu. Der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters, Werner Hahn, sowie der Ballettdirektor Ricardo Fernando geben zum Ende der Spielzeit ihre Ämter auf. Hahn ließ mitteilen, dass seine Entscheidung nichts mit der Krise des Hauses zu tun habe. 

"Abstruses Reinheitsgebot"

27. Oktober 2016. "Dass Emma Rice es nicht ganz leicht haben würde in ihrer neuen Rolle als Künstlerische Leiterin des Londoner Globe Theatre, war bereits klar, bevor sie den Posten im Frühjahr antrat", schreibt Alexander Menden in der Süddeutschen Zeitung. Gestern verkündete die Geschäftsführung des Theaters, Rices Vertrag werde bereits im April 2018 enden. Obwohl Rice hervorragende Besucherzahlen vorzuweisen hat. Woran liegt's also?

Wie wollen wir leben?

26. Oktober 2016. In einem Gastbeitrag für die Rheinische Post formuliert Wilfried Schulz, Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, sein Unvertändnis über und seinen Protest gegen Überlegungen, das marode Schauspielhaus nicht bzw. nicht als Theater zu sanieren. Schulz erklärt die Hintergründe der Haus-Schließung – wegen der Großbaustelle Kö-Bogen II kann nicht gespielt werden; diese Zwangspause wurde dafür genutzt, die Substanz des Gebäudes zu untersuchen, um es für die Zukunft zu sichern.

Ermutigung und Signal

17. Oktober 2016. Susanne Burkhardt gibt auf Deutschlandradio einen Bericht über die Theaterreise der Staatsministerin Monika Grütters nach Chemnitz, Halle, Jena und Senftenberg (hier kann man den Beitrag nachhören).

Das Hopp-oder-Topp-Prinzip

13. Oktober 2016. "Das Volk richtet" ist ein Text von Marie Schmidt in der neuen Ausgabe der Zeit (13.10.2016) überschrieben. Dieser greift die am kommenden Montag im TV ausgestrahlte Ferdinand von Schirach-Verfilmung Terror – Ihr Urteil auf, um über Sinn und Gefahren direktdemokratischer Mitbestimmung im Theater und in der Gesellschaft zu sprechen. "Es findet also eine Art Referendum statt. Uns, dem Volksfernsehzuschauersouverän wird die Entscheidung über den Ausgang einer Gerichtsverhandlung übertragen", schreibt Schmidt.

Studentenvollversammlung

6. Oktober 2016. Als "Gründungsveranstaltung der Volksbühnenbewegung" war angekündigt, was vorgestern nach "Die letzten Tage der Sozialdemokratie" mit Jürgen Kuttner und Guillaume Paoli im Roten Salon der Berliner Volksbühne stattfinden sollte. Paoli hatte zuvor ein Manifest veröffentlicht, einen Aufruf zur Gründung einer neuen Volksbühnenbewegung. Entsprechend kamen die Medienvertreter gelaufen. In den Berichten zeichnet sich jedoch bald ab: Eine neue Bewegung findet – hier zumindest – nicht statt.

SMS für Dich

2. Oktober 2016. Tim Renner sorgt erneut für Furore. Die Berliner Morgenpost (1.10.2016) berichtet über SMS-Nachrichten des amtierenden Kulturstaatssekretär Berlins. In den Nachrichten bittet er Politiker der Berliner CDU, dem Noch-Koalitionsparter der SPD geführten Regierung, u.a. um Unterstützung für ein Projekt des künftigen Volksbühnen-Intendanten Chris Dercon.

Klischees und Eventkultur

2. Oktober 2016. Luk Perceval, seit 2009 Hausregisseur am Hamburger Thalia Theater, wird das Haus in der übernächsten Spielzeit verlassen. Nach 18 Jahren verabschiede er sich vom System der deutschen Stadttheater und kehrt zurück in sein Heimatland Belgien.