Donnerstag, 23. Mai 2013

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Theaterbrief aus Paris (9) – Saisonhalbzeit an den Pariser Theatern: die Bühnen pflegen die Entdeckerfreude und das politische Theater lebt subtil auf

Der Krise mit Theater trotzen

von Ute Nyssen

Paris, Januar 2013. Das erste Drittel der Saison neigt sich dem Ende zu. Nach der Pause zum Jahreswechsel heißt es wieder neues Spiel, neues Glück. Ist der Lack ab in Paris, in der Krise? Vor den Ausstellungen sind die Schlangen so lang wie eh und je, gefühlte 500 Meter bei Dali. Aber im Gastgewerbe lauert Krisenangst, wird es bei der Anzahl der Touristen bleiben, der aus Italien, Spanien? Die Hotelpreise schießen trotzig in die Höhe. Teure Events im Restaurant allerdings fallen schon länger flach und damit auch einige hundert Euro Trinkgeld, erzählt ein Garcon. Doch niemand klagt.

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Theaterbrief aus Paris (8) – Unter dem Intendanten Stéphane Braunschweig setzt das Théâtre de la Colline voll auf seine Gründungsidee

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Breitenwirkung für die zeitgenössische Dramatik

von Ute Nyssen

April 2012. Unter den hunderten Pariser Theatern, oft wunderschöne alte Häuser mit Goldverzierungen, Rängen und Logen, sticht das Théâtre de la Colline heraus, als Gebäude und dank seines Programms, vielleicht besonders für einen deutschen Beobachter. Denn trotz der grundlegenden strukturellen Unterschiede gleicht es am ehesten einem großstädtischen deutschen Stadttheater. Einem wagemutigen in Bewegung, das sein individuelles Gesicht maßgeblich einem Intendanten verdankt, unabhängig von dessen Handschrift als Regisseur.

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Theaterbrief aus Paris (7) – Vor 20 Jahren gründete Joël Pommerat seine Theatergruppe. Jetzt ist er der Theatermacher der Stunde - mit Stücken über die Gesetze des Wandels und der menschlichen Metamorphose

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Was durch schmale Schlitze dringt

von Ute Nyssen

Paris, Mai 2011. Joël Pommerat hat den Quantensprung geschafft. Die französische Tageszeitung "Libération" widmete seiner letzten Theaterarbeit im März vier volle Seiten. Das sprengt bei "Libé" jeden Rahmen. Die Aufführungsserie seines neuesten Stücks "Ma chambre froide" am Théâtre de l'Odéon war ab der zweiten Vorstellung ausverkauft. Mit diesem Stück wurde nicht allein die Probe aufs Exempel erbracht, dass Frankreich wieder einen bedeutenden zeitgenössischen Dramatiker vorzuweisen hat, sondern ebenso die, dass das französische Subventionssystem bei seinem Werdegang hilfreich sein konnte. Denn es unterstützt und bevorzugt das Theatermodell Schauspieltruppe, und Pommerat als Bühnenautor und Regisseur nutzte dieses Angebot: er ist Gründer einer eigenen Truppe, der Compagnie Louis Brouillard, und sein Durchbruch verdankt sich auch deren Leistung. Seine Schauspieler wurden im Odéon mit enthusiastischem Beifall bedacht. Im April 2011 schließlich folgten Auszeichnungen mit dem "Molière" für das beste Stück und zum ersten Mal für den 1963 geborenen Pommerat als Dramatiker.

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Theaterbrief aus Paris (6) – Gwénaël Morin, Thomas Jolly, Francois Orsoni: Wie das französische Regietheater die Kunst des Gliederns betreibt

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Was Orgon in den Ruin treibt

von Ute Nyssen

Paris, Januar 2011. Gibt es ein dem deutschen vergleichbares französisches "Regietheater"? Nein. Gibt es keine eigenwilligen Regisseure mit überzeugendem Zugriff auf den Text? Doch. Aber sie repräsentieren keine Strömung, müssen sich als Einzelkämpfer durchschlagen. Ich möchte auf drei aufmerksam machen: Gwénaël Morin und Francois Orsoni, die sich schon einiger Erfolge erfreuen und Thomas Jolly als Beginner. Ihre Ästhetik lässt sich nur individuell beschreiben.

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