Das Handy ist der beste Bauchredner

von Ute Nyssen

Paris, Juni 2008. Will man in Paris ins Theater, so empfiehlt es sich, über die zahllosen Streiks auf dem Laufenden zu sein, sonst passiert es immer wieder, dass man vor geschlossenen Métrogittern steht. Das kann lästig sein für die Besucher, aber schlimmer noch: ans Eingemachte gehen bei den Theatern, denn ihren Einnahmeausfall bei leeren Häusern gleicht keine Subvention und keine Versicherung aus.

Französische Gartenpflege deutscher Dramatik

von Ute Nyssen

Paris, Mai 2008. Deutschsprachige Autoren können sich in Paris nicht über mangelndes Wohlwollen beklagen, obwohl das französische, erst recht das Pariser Publikum, insbesondere aber das Theatersystem so ganz anders ist als in Deutschland. Der Weg zur Métro, in das Théâtre des Abesses am Montmartre zu Ernst Tollers "Hop là, nous vivons!" (Hoppla, wir leben!) in der Inszenierung von Christophe Perton, führt durch den 370 Jahre alten Jardin des Plantes. Wenn man die aufwendige Pflege dieses zauberhaften Lehrgartens beobachtet, begreift man, dass das Verhältnis zur Vergangenheit und deren Schönheit ebenfalls ein anderes ist.