Mittwoch, 23. Juli 2014
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Wir gratulieren Ilse Ritter zum 70. Geburtstag

20. Juni 2014. Es gibt wenige Schauspieler, deren Namen Stücktitel zieren. Ilse Ritter ist – neben ihren Kollegen Kirsten Dene und Gert Voss – nicht nur darin eine Ausnahmeerscheinung auf den deutschsprachigen Bühnen, auf denen sie weit herum gekommen ist zwischen Hamburg und Wien. Allein ihre kunstfertige Sprachbehandlung! Textaufsagen? Niemals! Sowie sie die Lippen öffnet, gurrt und singt sie, zirpt und grollt, haucht und tobt auf atemberaubend schöne Weise.

villaverdi 280 thomasaurin hIlse Ritter in "Villa Verdi", Volksbühne Berlin
© Thomas Aurin
Alles an ihr flirrt und flirtet, über ihr bebt das blonde Lockenhaupt, in ihr toben die Leidenschaften, ironisch distanziert, ein Dauererdbeben im Salonformat. Davon haben Peter Zadek profitiert und Claus Peymann, Luc Bondy und Jossi Wieler. Eine "wundervolle Kunstfigur" hat man sie genannt, ein "Vielzweck-Eroticum", und das stimmt auch jetzt noch, wo sie, man staune, 70 Jahre alt geworden ist. Wir gratulieren herzlich! (geka)

 

 
 

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Wir gratulieren Elisabeth Trissenaar zum 70. Geburtstag

Ein Satz der Goethe'schen Iphigenie – die sie, natürlich in der Regie ihres Ehemanns Hans Neuenfels, vor mehr als drei Jahrzehnten verkörperte – ist ihr besonders lieb: "Doch immer bin ich, wie im ersten, fremd." Nein, eine Vertrautheitsspielerin ist Elisabeth Trissenaar nicht. Sie sucht in den ihr aufgegebenen Figuren nicht das Alltägliche auf, nicht das Natürliche, sondern das Ferne, Fremde und Künstliche. Vom Fremden in sich aber wird sie, wenn sie Fräulein Julie, Penthesilea, Medea oder all die anderen großen Frauenrollen spielt, regelrecht durchtobt. Ihr sprachlicher Duktus nähert sich dabei dem hohen Ton, dem sie jedoch alles Elegische und alles Kulinarische ausgetrieben hat. Sie kann schrecklich sein, schrecklich spitz, schrecklich schrill, schrecklich ironisch und schrecklich schön. Und manchmal hält man sie kaum aus. Doch immer bleibt sie dabei, wie im ersten, fremd – und groß.

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Wir gratulieren Christoph Hein zum 70. Geburtstag

Wenn man in Berlin in einer Theaterpremiere sitzt und sich umdreht, dann sitzt in der Regel Christoph Hein hinter einem. Na ja, vielleicht ist das eine Übertreibung, sicher aber ist, dass kaum ein deutschsprachiger Schriftsteller von Rang so rege am Theaterleben Anteil nimmt wie Christoph Hein. Und das begann früh, sehr früh. Hein, der bereits als 14-Jähriger aus dem Osten nach West-Berlin floh, um sich am Tag des Mauerbaus durch einen unerlaubten Dresden-Besuch unversehens als DDR-Bürger wieder zu finden, ging zunächst als Regieassistent zu Benno Besson ans Deutsche Theater und folgte ihm später als Dramaturg an die Volksbühne.

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Wir gratulieren Roberto Ciulli zum 80. Geburtstag

Er erfand in Deutschland das multikulturelle Theater, lange bevor Shermin Langhoff in Berlin ein postmigrantisches Theater etablierte oder Johan Simons die Münchner Kammerspiele internationalisierte: 1980 gründete Roberto Ciulli das Theater an der Ruhr in Mülheim, zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer. Ein sehenswertes, auratisches Gespann, hier der albinohaft draculaartige Schäfer, der den Texten den Saft aussaugte, dort Ciulli, der schicke Italiener in Businessanzügen sowie seine schöne, viel zu früh verstorbene Freundin Gordana Kosanović, nach der der Preis benannt ist, den das Theater vergibt.

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Wir gratulieren Christine Schorn zum 70. Geburtstag

Frido Solter attestierte ihr einst eine "lyrisch schwingende Sinnlichkeit wie Anna Magnani", heute gehört sie zu den größten Charakterdarstellerinnen, die Bühne und Film in Deutschland haben: Christine Schorn ist zum Niederknien. Allein diese Stimme! Klar schimmernd wie Messing, gleitet sie ganz nach Belieben ins Nölige oder Derbe, klingt schnell weinerlich oder aristokratisch und doch immer enorm Schorn’sch. Selbst wenn man sie optisch kaum erkennt wie in Jürgen Goschs immer noch laufendem Onkel Wanja (tief vermummt und gekrümmt als Marina) – ihre Stimme verrät sie.

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Wir gratulieren Angela Winkler zum 70. Geburtstag

a winkler 280 ruth walz hAngela Winkler                           © Ruth Walz Wir gratulieren ...
Das sagt sich so leichthin, und meist ist es nur eine dahingestotterte Phrase, dass da jemand ein Geheimnis behüte, oder bewache, oder herbeispiele. Aber wie diese Schauspielerin damals in Wien den Hamlet in Peter Zadeks gedanken- und sinnumstülpender Inszenierung (1999) gab, wie sie die Silben zum Fliegen verführte, dass es war, als strebten sie fernsten Himmeln zu, um sie dann aber sanft, fast zärtlich, auf die Erde herunterholte, als ob sie unterwegs den Glauben an alle Himmel verloren hätten; wie sie bei Robert Wilson am Berliner Ensemble in der "Dreigroschenoper" (2007) von der Leidenschaft tremolierte und Verzückungsspitzen dazwischenstreute, dass man nicht wusste, wo sie so blitzesplötzlich herkamen und doch wirkte, als könne es in diesen sonderbaren Augenblicken nichts anderes geben als eben das; wie sie in Christoph Schlingensiefs "Kirche der Angst vor dem Fremden in mir" (2008) in Duisburg auf der Bettkante saß, sprach, als spräche nicht sie, sondern schwebe ein Engel vielleicht, oder ein Dämon, durch sie hindurch; wie sie immer spielt, als würde sie im Moment des Spiels erst entdecken, dass es das Spiel überhaupt gibt; wie sie stets zugleich ungemein glücklich und zutiefst erschrocken über diese Entdeckung zu sein scheint: Das alles wirkt, als trage sie ein Geheimnis durch ihre Figurenwelten, und es macht, dass man meint, einzig unter ihren Spielhänden ginge es nicht verloren. Das ist ihr Spiel-Geheimnis, und das Geheimnis des Spielens.

Im Frühjahr 2007 sollte Peter Zadek in Thessaloniki der Europäische Theaterpreis überreicht werden. Seine Inszenierung von Ibsens "Peer Gynt" gastierte vor Ort, aber Zadek war nicht da. Er war krank. Man wollte ihm deshalb den Preis nicht geben. Vor dem Gastspiel wurden Briefe verlesen, wurde gestritten und gezankt – bis Angela Winkler dazwischenging: Sie wolle lieber spielen als Rechtfertigungen hören.

Heute wird Angela Winkler 70 Jahre alt. Wir gratulieren aufs Herzlichste!

 
 

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Wir gratulieren Inge Keller zum 90. Geburtstag

Jüngst, als ihr Lebenswerk mit dem Theaterpreis "Der Faust" in ihrer Heimatstadt Berlin geehrt wurde und sie aus Krankheitsgründen fehlte, ging ein Raunen durch den Saal, als Gregor Gysi im Video-Einspieler zum Preis für Inge Keller frohlockte: "Wir müssen endlich auch mal die Großen aus der DDR würdigen."

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Wir gratulieren Cornelia Froboess zum 70.

28. Oktober 2013. Wenn sie sich heute in alten Komödien-Filmen zufällig selber sieht, ist "das doch eigentlich ganz begabt, was die da macht", hat Cornelia Froboess einmal über sich gesagt. Natürlich aus der sicheren Position einer der profiliertesten Schauspielerinnen der Republik: Wer sie einmal in einer Dieter-Dorn-Inszenierung gesehen hat, an den Münchner Kammerspielen oder später am Residenztheater, wird ihren herb-direkten Zugriff nicht vergessen.

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