Samstag, 02. August 2014


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Hinkemann – Ernst Tollers Kriegsheimkehrerdrama von Milos Lolic bei den Salzburger Festspielen inszeniert

Krüppel im Karussell

von Michael Laages

Salzburg, 31. Juli 2014. Nicht nur dem zweiten weltumspannenden Krieg des vorigen Jahrhunderts folgte in Deutschland der Epilog auf der Theaterbühne – mit Wolfgang Borcherts bis heute wirkungsstarkem Heimkehrerdrama "Draußen vor der Tür". Dem Beckmann des Uraufführungsjahres 1947 war ein Vierteljahrhundert zuvor, nach dem Ersten Weltkrieg, aber schon "Hinkemann" voran gegangen – im Drama des kriegsfreiwilligen Frontkämpfers Ernst Toller, aus großbürgerlich-jüdischer Familie stammend, kommt der Krieger mit dem sprechenden Namen nicht nur mit der Gasmaskenbrille zurück aus dem Schlachten. Ihn hat es körperlich schlimmer getroffen. Der Mann ist "kein Mann mehr", ihm sind die Genitalien weggeschossen. Überlebt immerhin hat er, und Toller macht kenntlich, warum das Leben kein Leben mehr sein kann.

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The Forbidden Zone – Bei den Salzburger Festspielen schaut Katie Mitchell auf die Erfahrungen von Frauen im Ersten Weltkrieg

Selbstmörderisch protestieren

von Hartmut Krug

Salzburg, 30. Juli 2014. Ein Soldat wird fotografiert, untersucht und dem Publikum auf einer Leinwand präsentiert. Während der Mann mit unsicherem Charme auf die Krankenschwester reagiert, werden aus dem Off von einer Erzählerstimme authentische Texte eingesprochen. Der Soldat, so heißt es, solle lernen, was Krieg und seine Funktion dabei sind. Und er solle sich bewusst sein, dass er sterben werde.

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Die letzten Tage der Menschheit – Georg Schmiedleitner verzwergt Karl Kraus in Salzburg

Im Puppenstübchen

von Michael Laages

Salzburg, 29. Juli 2014. "Heiliger Helmut Qualtinger, schau obi!" – der wortgewaltigste Interpret des monströsen Theatertextes aus der Werkstatt des Fackel-Trägers Karl Kraus möge doch bitte herunter schauen auf das Desaster, das da gerade angerichtet werde, trompetete ein besonders empörter Kraus-Verehrer in "Die letzten Tage der Menschheit" hinein; gerade ging das Licht zur Pause an nach zweieinhalb Stunden, und klar war schon da, dass dieser Versuch mit dem grandiosen Anti-Kriegs-Panorama nicht mehr zu retten sein würde. Der Protestrufer mag geahnt haben, dass es in weiteren eineinhalb Stunden kein bisschen besser werden würde – er ist gegangen.

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Charlotte Salomon – Luc Bondys und Marc-André Dalbavies Opernadaption von Charlotte Salomons Gouachen bei den Salzburger Festspielen

Das doppelte Charlottchen

von Thomas Rothschild

Salzburg, 28. Juli 2014. Man muss den Weggang Alexander Pereiras aus Salzburg nicht bedauern, um anzuerkennen, dass die Vergabe von Kompositionsaufträgen zu seinen Verdiensten zählt. Derlei versteht sich ja leider nicht von selbst. In Bregenz hat David Pountney eine ähnliche Strategie der Arbeitsaufträge und Wiederentdeckungen verfolgt. Seine Nachfolgerin Elisabeth Sobotka will in Zukunft darauf verzichten.

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Geschichten aus dem Wiener Wald – HK Gruber vertont Ödön von Horváths kritisches Volksstück für die Bregenzer Festspiele

Walzer gebiert Ungeheuer

von Verena Großkreutz

Bregenz, 23. Juli 2014. Um Ödön von Horváths Theaterstücke angemessen in Szene zu setzen, muss man sehr musikalisch sein. Es kommt auf den Ton an, sonst können Horváths Sprachpartituren nicht wirken mit ihren doppelbödigen Dialogen, aus denen beständig Gewalt und Aggression hervorzuschießen drohen. Ganz besonders musikalisch muss man für die "Geschichten aus dem Wiener Wald" sein. Schließlich heißt es schon in der ersten Regieanweisung: "In der Luft ist ein Klingen und Singen – als verklänge irgendwo immer wieder der Walzer 'Geschichten aus dem Wiener Wald' von Johann Strauß."

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Hebbels Nibelungen – born this way – Dieter Wedel verabschiedet sich fulminant aus Worms

Im Netz des Todes

von Harald Raab

Worms, 18. Juli 2014. Vor der Nordfassade des Wormser Kaiserdoms lodern Flammen aus Ölfässern. Qualm dringt aus einem vergitterten Schacht. Was im Inneren passiert, sieht man auf einer Videoleinwand: High-Tech-Krieger irren durch rauchende Trümmer. Sie schießen auf alles, was in den blauen Kegel der Zielscheinwerfer ihrer automatischen Gewehre kommt. Leichen säumen ihren Weg. Großes Schlachtenszenarium á la asymmetrischer Krieg unserer Tage. "Im Kampf da ist der Mann noch 'was wert, da wird das Herz noch gewogen . . .", singen die dem Untergang Geweihten. Landsknechtsmentalität mit Todessehnsucht – Als Nibelungentreue wird derlei Macho-Gehabe glorifiziert, ein anscheinende unausrottbarer Mythos, der längst keine historische deutsche Spezialität ist.

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Wir Glücksritter – Das Theaterhaus Stuttgart fügt Texte aus literarischen Blogs zu einer wundersamen Reise zusammen

Die Komödie, die aus dem Internet kam

von Adrienne Braun

Stuttgart, 18. Juli 2014. Der Postbote steht vor der Tür mit einem Paket. 3166 Gramm ist es schwer und sorgfältig verschnürt. Eine Unterschrift genügt – und plötzlich ist das junge Paar, das sich doch eben erst kennengelernt hat, stolzer Besitzer eines Kindes. Das haben wir nicht bestellt, sagen sie und grübeln, was damit tun. Der Umtausch aber ist ausgeschlossen. Schon ist die große Freiheit dahin, um die es doch gerade erst ging in "Wir Glücksritter" im Theaterhaus Stuttgart. Es beginnt mit einer Podiumsdiskussion zu Kunst und Freiheit, nimmt dann aber wundersame Wendungen.

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Hamlet – Bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall teilt Johanna Schall gegen die Kollegen aus

Generation im Wartestand

von Steffen Becker

Schwäbisch Hall, 17. Juli 2014. Sein oder Nichtsein? Die entscheidende Frage stellt Hamlet in Johanna Schalls "Hamlet"-Inszenierung auf der Großen Treppe der Freilichtspiele Schwäbisch Hall gleich zu Beginn. Sebastian Kreutz wendet sie auf den Stufen der Kirche St. Michael hin und her. Seine Wort-Sinn-Suche macht er nicht allein mit sich aus: Bettina Storms Ophelia bringt – auf gleicher Stufenhöhe – immer neue formal grammatikalische, aber inhaltlich bedeutsame Vorschläge zur Ausgestaltung des Shakespeare'schen Schlüsselmonologs ein.

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What is monumental today? – Die diskursmagere Performance von Chto Delat beim Festival Foreign Affairs in Berlin umkreist den Denkmalgedanken

Die Monumente in unseren Köpfen

von Esther Slevogt

Berlin, 12. Juli 2014. Die Kunst tritt ja immer wieder gern als Erretterin vor den Übeln unserer Tage auf. Vor dem Kapitalismus, vor der Globalisierung und den Menschheitsunterdrückern. Die Künstler sind dabei meistens die Guten und treten vor ihr Publikum mit mahnender Miene: Wehe, wehe, wenn ich an das Ende sehe. Dass Verhältnisse so unübersichtlich sein können, dass man gar nicht weiß, wo die Guten und die Bösen sind, wird meist ungern zur Kenntnis genommen.

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Hirnbonbon – Christiane Pohles längliches Dieter-Roth-Projekt in der Experimentier-Stätte Nord des Stuttgarter Staatsschauspiels

Aua, das tut weh, das Leiden

von Verena Großkreutz

Stuttgart, 12. Juli 2014. "Literaturwürste" und "Schimmelbilder", "Köttelkarnickel"-Skulpturen aus Hasenmist, Gartenzwerge einbetoniert in verrottende Schokolade: Dieter Roths Fantasie in Sachen Irritation durch Kunst war unerschöpflich. Und natürlich widmete sich der fleißige Aktionskünstler – überdies Musiker, (Selbst-)Verleger, Architekt, Filmemacher, Designer – dem Schreiben. Auch fürs Theater: 2012 sorgte Herbert Fritschs Inszenierung von Roths Murmel Murmel von 1974 an der Berliner Volksbühne für Furore: ein Werk, das auf 176 Seiten ein einziges Wort manisch wiederholt: "Murmel!" Es geht bei Roth natürlich nie um die Sprache als Bedeutungsträger und Sinnstifter, sondern immer um die Sprache selbst – und das im durchaus körperlichen Sinne: Um ihren Klang, ihre grafische Darstellung, ihre Struktur. Der Un-Sinn seiner Texte bringt sie in die Nähe des Dada.

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Kinder des Olymp – Jochen Schölch bringt Marcel Carnés filmische Theater-Hommage am Münchner Metropol Theater zurück auf die Bühne

Lumpiges Liebesquartett

von Cornelia Fiedler

München, 10. Juli 2014. "Die Menschen mögen nicht, dass man träumt, deswegen stoßen sie einen, damit man aufwacht." Das ist einer dieser schönen, traurigklugen Sätze, die den französischen Film "Kinder des Olymp" (1945) trotz flackerndem Schwarzweiß, schlechter Tonqualität und überspannter Spielweise so seltsam berührend machen. Versucht man, all diese Sätze zu Menschen aus Fleisch und Blut zusammen zu setzen, entwischen sie einem allerdings, ein unverbindliches Schaustellerlächeln auf den Lippen.

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König Ubu – Moritz Schönecker veranstaltet mit seinem Theaterhaus Jena ein Sommerspektakel nach Alfred Jarry

Schoiße nochmal!

von Christian Baron

Jena, 10. Juli 2014. So durchgeknallt, wie Benjamin Mährlein die Titelfigur darbietet, hätte sich wohl auch der Autor seinen Protagonisten vorgestellt: Vater Ubu, 1896 von Alfred Jarry entworfen als zutiefst vulgärer Fettsack, der alle negativen Eigenschaften in sich vereint, die einem Menschen nur zugeschrieben werden können. Benjamin Mährlein ist kaum zu erkennen in einem überdimensionierten Fatsuit, mit langen, fettigen Haaren. Sein begeistertes Spiel trägt Moritz Schöneckers Inszenierung von der ersten Minute an, in der er sich, noch Hauptmann der Dragoner und militärischer Berater von König Wenzeslas, mit irrem Blick von Mutter Ubu (Johanna Berger) überreden lässt, den amtierenden König zu massakrieren, um sich selbst auf den Thron zu putschen.

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Um uns herum nur nichts – Das letzte Kleinod entdeckt von Brunsbüttel aus das Leben auf hoher See

Schwere See

von Andreas Schnell

Brunsbüttel, 10. Juli 2014.Stell dir vor, du sitzt am Meer, vielleicht auch an einem großen Fluss, Schiffe ziehen vorbei. Du summst verschämt was von Freddy Quinn. Und träumst, wie das wär': endlose Weiten, fremde Länder … und dann kommt Jens-Erwin Siemssen daher und erzählt dir mal, wie das wirklich ist. Zugegeben, es ist nicht wirklich am Meer, nicht direkt. Aber die Uraufführung von Siemssens neuem Stück "Um uns herum nur nichts" fand immerhin im Binnenhafen von Brunsbüttel statt, bevor es dann durch ein gutes halbes Dutzend Häfen geht, so nah am Ufer des Nord-Ostsee-Kanals jedenfalls, dass man fast Angst kriegt, die Schauspieler könnten ins Wasser fallen.

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Conversion_1 – In ihrem Dokuprojekt über US-Soldaten in Heidelberg neigt die costa compagnie zur Ästhetik des Déjà-vus

Save my beer

von Thomas Rothschild

Heidelberg, 9. Juli 2014. Durch einen mit Stacheldraht gekrönten Zaun gelangt man zur Turnhalle des ehemaligen US-Hospitals am wenig attraktiven Südrand Heidelbergs. Konventionelles Theater ist hier nicht zu erwarten; Darsteller, die Rollen verkörpern oder Dialoge sprechen, wird hier niemand verlangen. Aber oh Wunder: Was an diesem ungewöhnlichen Ort geboten wird, ist so innovativ und experimentell wie eine katholische Sonntagsmesse. Nicht ein Einfall, den man nicht anderswo schon gesehen hätte, nicht ein Augenblick der Überraschung. Stattdessen: ein permanenter Déjà-vu-Effekt und eine Ästhetik der Beliebigkeit.

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Viel Lärm um nichts – Thorleifur Örn Arnarssons turbulenter Shakespeare bei den Klosterspielen Wettingen

Ein Sommerspiel aus Liebe uns Finsternis

von Elisabeth Maier

Wettingen, 8. Juli 2014. Züchtig getrennt sollen Männer und Frauen auf den feuerroten Kirchenbänken im Hof des Klosters Stella Maris in Wettingen sitzen. "Das ist kein Witz", raunt der Schauspieler Martin Vischer mit strengem Blick, "das war Kirchengesetz im Kanton Aargau". Und die Zuschauer, wegen des Regens in Plastikpelerinen gehüllt, gehorchen ihm brav und wechseln die Plätze.

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Le Prince de Hombourg – Giorgio Barberio Corsettis Inszenierung beim Festival in Avignon setzt einen ästhetischen Meilenstein

Rote Rinnsale auf steinerner Wand

von Elisabeth Maier

Avignon, 6. Juli 2014. Dunkle Wolken ziehen am Himmel über Avignon auf. Und das nicht nur, weil ein Unwetter droht. Seit Tagen wird das Festival bestreikt. Noch vor Beginn der eigentlichen Aufführung betreten die Schauspieler in blauen Militäruniformen und Gewändern wie aus Großmutters Fotoalbum die Bühne. Heute sind sie im Ehrenhof des Papstpalastes nicht allein. Mit den Bühnenarbeitern kämpfen sie gegen die Reform ihrer Arbeitslosenversicherung. "Diese Bewegung ist erst ein Anfang, wir werden weiter wachsam und unruhig sein", sagt Anne Alvaro mit dunkler Stimme. Die Schauspielerin, die später die Kurfürstin spielt, macht deutlich, dass sich Künstler und Bühnenarbeiter solidarisieren. Regisseur Giorgio Barberio Corsetti bringt es auf den Punkt: "Dass wir heute spielen, ist ein politischer und poetischer Akt."

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Marstallplan – Am Münchner Residenztheater arbeiten sich junge Regisseure mit mehr und minder innovativen Konzepten am komplexen Faust II-Stoff ab.

Facetten des rastlosen Wahnsinns

von Lea Kosch

München, 5. Juli 2014. Es war ein kühnes Vorhaben. Dass es das werden würde, konnte allerdings keiner voraussehen. Als am Freitag um 18.00 Uhr im Marstalltheater das Licht erlosch für die erste der sechs Premieren an diesem Wochenende, ertönte exakt im selben Moment in Brasilien der Startpfiff für das Viertelfinale der Fußball-WM Deutschland gegen Frankreich. Umso überraschender: Der Marstall war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Offenbar gibt es in München noch genügend Menschen, die ein Theaterfestival dem Sportspektakel vorziehen oder zumindest bereit sind, zugunsten der Kunst einmal darauf zu verzichten.

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Orlando ou l'impatience – Olivier Pys Metatheater beim streik-bestimmten 68. Festival d'Avignon

Suche nach der wahren Kunst

von Elisabeth Maier

Avignon, 5. Juli 2014. Nun ist das Festival d'Avignon doch eröffnet mit einem Tag Verspätung. Am Eröffnungsabend waren Heinrich von Kleists "Prinz von Homburg" inszeniert von Giorgio Barberio Corsetti und Coup Fatal von Serge Kakudji, Fabrizio Cassol und Alain Platel wegen des Streiks der freien Bühnenarbeiter und Künstler abgesagt worden. Stattdessen gab es eine Demonstration. Die befristet beschäftigten Theatermitarbeiter, französisch Intermittents, wehren sich unter anderem gegen die drastische Verschlechterung ihrer Arbeitslosenversicherung. 

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K.O. nach zwölf Runden (Stunde der Boxer) – Sascha Bunges Lothar-Trolle-Uraufführung am Würzburger Mainfranken Theater

Das "Hmff" der Schläge

von Marcus Hladek

Würzburg, 5. Juli 2014. Man müsse ins Theater gehen wie zu einem Sportfest, propagierte Bert Brecht und ließ die "Kleinbürgerhochzeit" und "Mahagonny" in Boxkulisse uraufführen. Die Beziehung Boxer – Künstler zieht sich durchs 20. Jahrhundert: von Brecht zu Hemingway, von Picasso und Fritz Kortner, der an den Männern im Ring Gestik und Mimik erprobte, zu Grüber und Arroyo ("Bantam"). Das Potenzial des Kampfes Mann gegen Mann oder des Seins-Taumels namens Knockout für Allegorien der Lebensverdichtung aus Sieg und Niederlage ist unendlich.

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We Have Never Been Here Before – Labofii rufen bei dem Berliner Festspielen zum Umdenken auf

Raus aus dem Kunstsystem

von Elena Philipp

Berlin, 4. Juli 2014. Es ist das Jahr 1987, ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als John Jordans Schilddrüse versagt. Im Montreal-Protokoll verpflichten sich die Staaten zum Schutz der Ozonsphäre. Die Zahl der Karbondioxid-Partikel pro Million erreicht den kritischen Wert von 350 und wird weiter steigen. Jordan entschließt sich, Künstler zu werden. Jetzt steht er vor uns auf der Bühne, in der Soloperformance "We Have Never Been Here Before", und setzt Jahreszahlen parallel zum CO2-Wert in der Atmosphäre.

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