Sonntag, 19. Mai 2013

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Theatercamp – Das Thalia Theater Hamburg organisiert ein Barcamp zu Theater & Internet

Der Twitterfelder Weg

von Esther Slevogt

Hamburg, 11. November 2012. Eine Konfliktlinie verläuft unter anderem hier: er gehe auch deshalb nicht ins Theater, sagte ein junger Mann – weil er da sein Handy ausschalten müsse. Damit würde er in eine auktorial organisierte, einseitige Aufmerksamkeit gezwungen und von den Metaebenen abgeschnitten, über die er sonst über alles, was er tue, sehe und denke, mit anderen kommunizieren würde, Twitter beispielsweise. "Mein Gehirn braucht immer zwei, drei offene Fenster, um gut funktionieren zu können", stimmte eine junge Frau ihm zu. "Twittern oder parallel zu dem, was auf der Bühne geschieht, via Netz Infos zu organisieren, erhöht noch meine Aufmerksamkeit."

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Hildesheimer Thesen III – Was die unfreiwillige Gemeinsamkeit zwischen Stadttheater und Freier Szene bringen kann

Nachahmung ist im Theater kein Frevel

von Jens Roselt

Hildesheim, 7. November 2012. Fünf Thesen zur Reform der darstellenden Künste:

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Nicolas Stemanns Gedanken zu Peter Turrinis Nestroypreis-Rede

Gimpel oder Goethe

von Nicolas Stemann

6. November 2012. Vor ein paar Wochen rief die Wiener GarageX an – sie würden eine Veranstaltung planen, die sich auf die Nestroy-Preisverleihung bezieht und fragten, ob ich nicht Lust hätte, mich zu der Rede zu äußern, die Peter Turrini auf der letzten Nestroy-Gala gehalten hat. Ich wusste nicht, dass Peter Turrini einen Preis bekommen hatte, ebenso wenig, dass er aus diesem Anlass eine Rede gehalten hatte, in der er (mal wieder) den seiner Meinung nach respektlosen Umgang heutiger Regisseure mit Theatertexten geißelte, noch, dass diese Rede in Wien wohl für Gesprächsstoff gesorgt hatte. Ich sagte also erst einmal ab. Zudem fühlte ich mich von dem, was Turrini in der Rede kritisierte, in keiner Weise angesprochen. Ich teile die Forderung nach Genauigkeit und Respekt beim Umgang mit Theatertexten und auch mir widerstrebt es, wenn Regisseure allzu leichtfertig in Texte hineingreifen.

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Inklusionstheater – Wie Schauspieler mit Behinderungen die großen Off-Bühnen erobern

Duell der Blicke

von Georg Kasch

Berlin, 1. November 2012. 60 Sekunden können eine Ewigkeit dauern. Zum Beispiel in Jérôme Bels Disabled Theater. Zu Beginn betreten die Performer einzeln die Bühne. Jeder stellt sich mittig hin und blickt das Publikum an. Lange. Schweigend. Und geht dann wieder ab. Man meint zu unterscheiden zwischen dem Coolen, der Schüchternen, dem In-sich-Gekehrten; ist dieser Blick skeptisch, jener geringschätzig, und der hier trotzig? Oder interpretiert man nur, weil man als Mitglied der Mehrheitsgesellschaft im Publikum sitzt und die da vorne alle das Label "geistig behindert" [1] tragen? Wer schaut hier eigentlich wen an, und wer dominiert diesen Blick? Machen wir die Performer mit unserem Starren zu Objekten? Oder bringen sie, immerhin ausgebildete Schauspieler des Zürcher Theater HORA, mit ihrem Zurückstarren unsere stabile Dichotomie von uns und denen durcheinander?

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