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Bregenzer Festspiele

Zusammen ist man weniger allein

von Cornelia Fiedler

Bregenz, 20. Juli 2019. "Aber nur im Spiel", so lautete früher auf dem Spielplatz das Mantra, wenn die selbstgesponnenen und live gespielten Geschichten zu verrückt, zu wild, zu brutal oder eine Spur zu real zu werden drohten. Nur im Spiel errangen wir Kinder spektakuläre Siege, gerieten in Gefangenschaft, stritten, entdeckten, litten, liebten, – bis die Eltern zum Abendessen riefen. Nur im Spiel sind jetzt in Bregenz zwei besondere Kindsköpfe mit leuchtenden Augen am Start: Ulrich Matthes und Wolfram Koch. Allein auf weiter Bühne denken sie sich als Don Quijote und Sancho Panza nicht nur ihre eigenen Rollen samt Vorgeschichte aus, sondern alles – vom Vogelgezwitscher am Morgen bis hin zur allerblutigsten Schlacht. Wenn einer der beiden sich müde gespielt hat und aussteigen will, weiß der andere genau, welcher Trigger zieht, um ihn ins nächste imaginäre Abenteuer mitzureißen. Eine starke Regiesetzung, dennoch bleibt die prominent besetzte Inszenierung von Jan Bosse seltsam distanziert und ohne Richtung.


Bregenzer Festspiele

Walzer gebiert Ungeheuer

von Verena Großkreutz

Bregenz, 23. Juli 2014. Um Ödön von Horváths Theaterstücke angemessen in Szene zu setzen, muss man sehr musikalisch sein. Es kommt auf den Ton an, sonst können Horváths Sprachpartituren nicht wirken mit ihren doppelbödigen Dialogen, aus denen beständig Gewalt und Aggression hervorzuschießen drohen. Ganz besonders musikalisch muss man für die "Geschichten aus dem Wiener Wald" sein. Schließlich heißt es schon in der ersten Regieanweisung: "In der Luft ist ein Klingen und Singen – als verklänge irgendwo immer wieder der Walzer 'Geschichten aus dem Wiener Wald' von Johann Strauß."


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