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archiv » Theater Hamakom (2)
Theater Hamakom

Auf der Seite der Macht

von Martin Thomas Pesl

Wien, 9. Mai 2017. "Skandalisieren, verraten muss man die Welt, sonst verliert sie sich doch in ewiger Wiederholung", sagt die Frau in ihrem letzten Monolog, und es klingt wie die längst im Raum stehende Rechtfertigung für alles, was hier geschieht. Auch dafür, dass dieses Stück überhaupt aufgeführt wird. "Orgie" entwirft in bildhaften, sexuell expliziten Sätzen eine Normwelt und gibt sie stolz der Schändung preis. Trotz des zeitlosen Themas wurde Pier Paolo Pasolinis Tragödie oft als undramatisches "Hörspiel" abgetan. Dass es im Gegenteil mit einer erschreckend plastischen Handlung aufwartet, beweist Ingrid Lang nun am Wiener Hamakom-Theater.


Theater Hamakom

Licht und Dunkelstein

von Gabriela Hift

Wien, 1. März 2016.

1: Nie würde ich in die Gaskammer marschiert sein. Nicht so wie jene damals. Mit einer Kugel, baffbaff. Erst die SS, dann wir.
2: Ja, so hätten wir es damals alle tun sollen. Nicht wie die Lämmer zur Schlachtbank.

So kämpferisch geht das Stück "Dunkelstein" von Robert Schindel los, mit der Frage, die in den Jahrzehnten nach dem Krieg zu vielen unversöhnlichen Zerwürfnissen geführt hat: Hätten die Juden sich wehren müssen?


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