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archiv » Theater Phönix Linz (2)
Theater Phönix Linz

Ich-AG, hoffnungslos abgewirtschaftet

von Reinhard Kriechbaum

Linz, 11. Mai 2017. Zwei vertrocknete Pizzaschnitten sind noch da. "Iss das", sagt Freder zu Marie. Sie: "Es wird weitergelebt." Er: "Essen sollst du!" Das ist das eine Ende. Das endgültige für jene jungen Leute, die ein Stück lang wortreich von sich weg geschoben haben, dass sie "zur Verbürgerlichung geboren" seien. Dieses Weiterleben ist fast ein Tod.


Theater Phönix Linz

Die Liebe zerbröselt

von Theresa Luise Gindlstrasser

Wien, 13. Mai 2016. Das Brett mit Trauben, Käse, Wurst. Die Gläser fürs Bier. Und endlich, der Laib Brot. Charlotte, hier Coco genannt, arrangiert die Dinge auf dem Gartentisch. Abend ist's, das Gewitter vorbei, der Mann schon zuhaus. Nein, nichts fehlt mehr zur sogenannten Mittelstandsidylle, alles da, alles gut. Mit ihrem Max und mit der Aufrechterhaltung dieser Mittelstandsidylle hat sie bis dahin aber auch längst genug mitgemacht. Nach insgesamt 15 Kostümwechseln steht Katharina von Harsdorf am Ende zitternd in eine wärmende graue Weste gehüllt und macht traurige Miene zum traurigen Spiel. Denn wo Brot geschnitten wird, da fallen Brösel. Sei es Goethes Werther, der beim Anblick der Brot schneidenden Charlotte, dort Lotte genannt, in eine Liebe zerbröselt. Oder sei es gleich die ganze Liebe, die beim Anblick der Sturm-und-Dranglosigkeit der Idylle auseinanderfällt.


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