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archiv » Tanzquartier Wien (3)
Tanzquartier Wien

Fleisch-Arbeit im Wimmelbild

von Theresa Luise Gindlstrasser

Wien, 25. Oktober 2019. Es vibriert, wackelt, klatscht. Es wabbelt, es hüpft. Das Fleisch. Für "Habitat / Halle E" inszeniert Choreografin Doris Uhlich 120 Performer*innen. 120 nackte Körper bringen Fleisch zum Tanzen. Plus 600 angezogene Körper – das Publikum bewegt sich frei im Raum – machen die Halle E im Wiener Museumsquartier rappelvoll. Sicherheitsabstand ist hier nicht: So riesengroß die ehemalige Winterreithalle auch ist, die zweieinhalbstündige Massenchoreografie macht Luft zu Dampf, es schwitzt.


Tanzquartier Wien

Arabesken des Grauens

von Martin Thomas Pesl

Wien, 3. Oktober 2019. Wie schön, das reimt sich, auch wenn's nicht danach aussieht: Tanz und Stunts! Florentina Holzingers neue Performance bietet beides, romantisches Ballett und spektakuläre Einlagen wie Ritte auf hängenden Motorrädern oder das Hochziehen einer Frau an Haken, die ihr zuvor in Live-Video-Großaufnahme deutlich sichtbar unter die Haut gebohrt wurden. Da baumelt sie dann zu lieblicher "Schwanensee"-Musik – muss ein Trick sein, aber wie? Als dritte Ebene kommt, gespickt mit Märchenmotiven wie Wald, Hexen und bösem Wolf, die Atmosphäre von 70er-Horrorfilmen dazu. So schließt sich der Kreis, "Suspiria", jüngst neu verfilmt, spielt ja sogar im Tanzmilieu.


Tanzquartier Wien

Geht doch mit der Gemeinsamkeit!

von Martin Thomas Pesl

Wien, 8. März 2018. Als Michael Turinsky 2017 mit Doris Uhlich den Nestroy-Spezialpreis entgegennahm, hielt er eine Rede. Wortgewandt mahnte er Solidarität im Lichte politischer Veränderungen ein, im Speziellen gegenüber Menschen mit Behinderung. Der Choreograf und Philosoph selbst hat Zerebralparese und spricht daher vergleichsweise langsam. Allein, dass er sich dennoch gegen jede Redezeitbeschränkung die Zeit nahm, das Nötige zu sagen, war ein politisches Statement, das die Anwesenden zu befreiten Ovationen hinriss.


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