zurück zur Übersicht

archiv » kolumne andrea heinz (4)
kolumne andrea heinz

"Die was zu mir nett san, die hab ich gern"

von Andrea Heinz

28. Mai 2019. Dummdreiste Machtgeilheit, Gier und Machogehabe. Das Ibiza-Video hat gezeigt, was eigentlich alle schon die längste Zeit wussten. Die ganze Geschichte hat aber noch eine andere Annahme bestätigt: In Österreich und erst recht in Wien schätzt man eine gute Inszenierung auch abseits der Bühne. Sei es die zweifelsohne durchdachte Dramaturgie der Ibiza-Tapes (schon jetzt ein Klassiker), sei es der Auftritt des Bundespräsidenten vor samtener Tapete und Maria-Theresien-Bildnis ("Bis zum nächsten Mal"). Der Übergang von Politik zu Theater ist ja ohnehin oftmals ein fließender, und bei der Bernhard’schen Frage, "Ist es eine Komödie? Ist es eine Komödie?", weiß man auch nie so genau, was er da eigentlich gemeint hat. Politik? Theater? Wahrscheinlich beides.


kolumne andrea heinz

Wie auf der Titanic

von Andrea Heinz

Wien, 16. April 2019. Demnächst startet das Theatertreffen in Berlin. Und während draußen die Kinder für ihre (und unsere) Zukunft demonstrieren, fragt man sich, wie viele Flugmeilen eigentlich so ein Theaterfestival verbraucht. Überhaupt besteigen Journalist*innen, Jury-Mitglieder, Dramaturg*innen, Regisseur*innen .... ja mit größter Selbstverständlichkeit und quasi in einer Tour irgendwelche Flugzeuge. Weil es halt wichtig ist. Weil man unbedingt was sehen muss. Weil Eddie Redmayne in München sitzt und der Filmverleih es eh zahlt. Es ist ein bisschen wie mit dem Orchester der Titanic: immer weiterspielen. Der Klimawandel? Um den kümmern sich ja eh schon die Anderen.


kolumne andrea heinz

"Man muss sich positionieren"

von Andrea Heinz

12. März 2019. Was haben die Bayern im Allgemeinen und König Ludwig im Speziellen mit Österreich, Wien und dem Theater zu tun? Die Verbindungslinie ist schnell gezogen: Bald geht ein Österreicher aus Bayern zurück auf die Insel. Martin Kušej, noch Intendant am Münchner Residenztheater, wird Direktor am Wiener Burgtheater.


kolumne andrea heinz

Kreuze, Kini, Polizeigesetze

von Andrea Heinz

Wien, 5. Februar 2019. Niemand ist eine Insel, heißt es. Das stimmt aber nicht. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, in seinem Land besser bekannt unter der dynamischen Kurzform Basti, braucht kein abgeschlossenes Studium, um zu wissen: Österreich ist wohl eine Insel. Und zwar nicht irgendein dahergelaufenes Eiland. Die Insel der Seligen! Wer, wie die Kolumnistin, aus Bayern kommt, fühlt sich da gleich zuhause. Bayern ist schließlich, wie Horst Seehofer gewohnt bescheiden festhielt: die Vorstufe zum Paradies. Und wer aus einem solchen "Premium-Land" herstammt, der tut sich naturgemäß schwer, adäquate Alternativen zu finden. Aber Insel der Seligen ist halt auch nicht schlecht. Und: Man hat ein ähnliches Sprachverständnis. Wo die einen jahrzehntelang einparteienmäßig von Christlich-Sozialen regiert wurden und die anderen immer wieder anfallsartig von Freiheitlichen, da braucht keiner ein Linguistik-Seminar, um zu verstehen, was es mit der Arbitrarität sprachlicher Zeichen auf sich hat.


zurück zur Übersicht