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archiv » Theater an der Parkaue Berlin (6)
Theater an der Parkaue Berlin

Follower im Park

von Julika Bickel

Berlin, 1. Juli 2017. Durch den Matsch schieben alle gemeinsam, Veranstalter und Publikum, zwei merkwürdige Gefährte in den Stadtpark Lichtenberg. Das "Haus der Digitalen Jugend", eine Kooperation von cobratheater.cobra und dem Theater an der Parkaue, zieht in den Park ein und ernennt ihn für die kommenden zwei Wochen zum Parkaue. Park.


Theater an der Parkaue Berlin

Im Loch der Geschichte

von Sophie Diesselhorst

Berlin, 22. Februar 2015. Sind wir im Kasperletheater? "Liebe Kinder!" sind die ersten Worte von Johannes Hendrik Langer. Ein roter Samtvorhang ist auch da. Zwei rote Samtvorhänge! Auf geht allerdings nur einer von ihnen, und zwar der, den Langer kraft seiner Phantasie und eines Beamers vom Theater auf eine Pappscheibe zaubert. Langer steht an einem Tisch, vor sich diese Pappscheibe und Pappboxen, die er als Projektionsflächen anordnet für die gezeichneten Abbilder der Wesen, die er erzählend beschwört. Außerdem ist da seine Kollegin Caroline Erdmann. Er führt sie als Assistentin ein, die für die Erzeugung "möglichst seltsamer Geräusche" zuständig sei. Auf dem kleineren Tisch, an dem sie an der Seite sitzt, stehen ihr dafür ein Keyboard, Gläser, Papierblätter und weitere Instrumente zur Verfügung.


Theater an der Parkaue Berlin
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Fuck off, America!

von Wolfgang Behrens

Berlin, 18. Februar 2011. 10+, so steht es klar und deutlich auf dem Programmzettel zum "Gespenst von Canterville", und angesichts dieser Angabe fühlt sich auch der sogenannt Volljährige warm willkommen geheißen: Im Plus ist man gut aufgehoben. Am Berliner Theater an der Parkaue, Deutschlands einzigem Staatstheater für junge Menschen, gibt es keinen Abgrenzungsdruck – anders als etwa am Ballhaus Naunynstraße, das bekanntlich eine Einladung zum Jugendtheatertreffen "Augenblick mal!" ausschlug, da es sein Stück Verrücktes Blut nicht als Jugendtheater verstanden wissen wollte.


Theater an der Parkaue Berlin

Vom Hahn, der kein Chicken Nugget sein wollte

von Mounia Meiborg

Berlin, 28. März 2010. Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten passt gut in unsere produktivitätsgesteuerten Tage. Vier Tiere, die zu alt zum Arbeiten sind, sollen von ihren Besitzern ausrangiert und geschlachtet werden. Und das Märchen passt gut in ein Kindertheater: Denn die vier Underdogs denken gar nicht daran sich willenlos ihrem Kochtopf-Schicksal zu ergeben. Gemeinsam laufen sie weg und machen mit anarchischem Eigensinn, worauf sie Lust haben. Es ist eine "Follow your dream"-Parabel über Mut und Kreativität, Zusammenhalt und Eigenverantwortung, die das Prädikat "pädagogisch wertvoll" mehr als verdient hätte.


Theater an der Parkaue Berlin

Der Narzissmus der Erwachsenenwelt

von Anne Peter 

Berlin, 4. Juli 2008. Die überzeugendsten Volksbühnenrettungsversuche werden momentan außer Haus unternommen. Nicht am Rosa-Luxemburg-Platz, sondern im Theater an der Parkaue, Berlins innovativstem Kinder- und Jugendtheater. Und zwar von Milan Peschel, einem der wenigen Castorf-Starschauspieler, die dem derzeit heftig geschmähten Regierevoluzzer bislang die Treue gehalten haben.


Theater an der Parkaue Berlin

Die Kinder mögen es

von Petra Kohse 

Berlin, März 2007. Der "Räuber Hotzenplotz" ist immer noch die perfekte Kindergeschichte. Zwar verweisen gestohlene Kaffeemühlen, vertauschte Mützen und strafweises Kartoffelschälen heutzutage nur noch bei den Allerkleinsten auf die wirklichen Abgründe des Lebens. Aber die Mischung des Identifikationspersonals und ihrer entsprechenden Prinzipien lässt auch Grundschulkindern nichts zu wünschen übrig: der Gesetzesbrecher (Hotzenplotz), die zu verteidigende Versorgungsinstanz (Großmutter), das schlaue Anführerkind (Kasperl) und der treuherzige Mitmacher (Seppl), die scheinbar unüberwindliche Erwachsenen-Infamie (Zauberer Zwackelbart), die Nutzlosigkeit staatlicher Hilfe (Dimpfelmoser), die skurrile Unberechenbarkeit heiratswilliger Nachbarinnen (Witwe Schlotterbeck) und natürlich das Wunderbare einer echten, hilfreichen Fee (Amaryllis), die aber erst befreit werden muss.


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