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Kosmostheater

Ich frag doch nur

von Andrea Heinz

Wien, 5. Dezember 2017. Die Rollen fallen vom Himmel in Sara Ostertags Inszenierung von "Muttersprache Mameloschn" – oder zumindest vom Schnürboden des Wiener Kosmostheater. Ein Packen Papiere, auf denen etwa geschrieben steht: "Die Tochter". Oder: "Die Tochter der Tochter". Oder auch: "Das Kind des Kindes". Sasha Marianna Salzmanns Stück, 2013 mit dem Mülheimer Publikumspreis ausgezeichnet, erzählt von drei Frauen, und es erzählt vor allem davon, wie schwierig, wie kompliziert, wie schön es ist, eine Mutter zu haben, Mutter zu sein: Da ist die Großmutter Lin, KZ-Überlebende und überzeugte Kommunistin, die in die DDR ging, um dort einen sozialistischen Staat aufzubauen. Clara, ihre Tochter, die mit dem Kommunismus, dem Judentum, mit ihrer Mutter hadert. Rahel, die Tochter der Tochter, die nach New York gehen möchte und sich eher mit ihrer ganz privaten, nämlich ihrer sexuellen Identität beschäftigt als mit Ideologie oder Religion. Außerdem gibt es Davie, Rahels Zwillingsbruder, den die Familie an einen Kibbuz verloren hat. Und dann wären da noch: Wut, Schuld, Verletzungen und Vorwürfe, zu viel Reden, wo Schweigen angebracht wäre, und Schweigen, wo ein Wort helfen würde, außerdem eine ganze Menge Liebe und (Über-)Fürsorge – was es in Familien eben so gibt.


Kosmostheater

Im Nazipuppenland

von Georg Petermichl

Wien, 17. September 2008. Genauso altklug, so bitterlich abgeklärt, wie Hanna und Elfi zur Schlafenszeit in ihrem Kinderbett hocken, weiß auch ihre Puppe Liese das Sommerkleid für den Puppenpeter zu schürzen. Die kennt auch das Kommunikationspotential des Hitler-Grußes. Und für den männlichen Lustgewinn, da müssen sie sich schon mal anpissen. Grundsätzlich kann auch ihre Liese dem Peter entgegenfloskeln: "Mit Speck fängt man Mäuse!".


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