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archiv » Kaserne Basel (8)
Kaserne Basel

Ein Planschbecken voll Menschlichkeit

von Maximilian Pahl

18. April 2017. Es ist zu helfen. Denjenigen zumindest, die ein Boot übers Mittelmeer trug. Die Helfer-Bewegung der letzten eineinhalb Jahre, das Hochkrempeln der Ärmel und Umkrempeln Europas beschäftigt das Theater. Nun blicken Renata Burckhardt und Lorenz Nufer tief in die humanitäre Verworrenheit. Nahrung verteilen und die Hungrigen dabei voreinander schützen – unsere Bewältigungsstrategie heißt da Management. Und es sind Abertausende, die Hilfe muss anstecken, viral gehen, Einzelne widerspiegeln. Kein Problem dank Social Media. Doch dann die Fragen: Wem ist hier zu helfen? Päppelt sich nicht manch einer eher an Idomeni auf, als andersrum? Können wir noch richtig helfen? Nun, darauf kann uns unter anderem Theater antworten.


Kaserne Basel

Den Krieg proben

von Geneva Moser

Basel, 2. September 2015. Der Findling – stolz und nutzlos steht der einzelne Stein zeitvergessen als erratischer Block in der Landschaft. Im Anthropozän beliebter Selfie-Hintergrund, ist der Findling auf der Bühne des Roxy unsichtbar und allgegenwärtig zugleich.


Kaserne Basel

Wenn der Pesttod klopft

von Claude Bühler

Basel, 28. Januar 2015. Wir leben in Zeiten, wo der Ellbogen als wesentliches Überlebensorgan ebenso normal erscheint wie die Ausgrenzung Anderer zur Verbesserung der eigenen Chancen. Wer da mit dem programmartigen Titel "Together" (Zusammen) ankommt, dürfte schnell als Gutmensch gelten. Oder als doktrinär. Zumal wenn er sich dabei auf den Bestseller Together: The Rituals, Pleasures and Politics of Cooperation des US-Soziologen Richard Sennett bezieht, in dem dieser für "verlässliche und ritualisierte Formen des Miteinanders" plädiert. Werden uns da neue Rezepte eingepaukt? Ist das nicht alles ziemlich naiv? Wer soll denn mit dem besagten Miteinander beginnen?


Kaserne Basel

Ein Vögelchen am reich gedeckten Tisch

von Claude Bühler

Basel, 28. November 2014. Um es gleich zu sagen, "Schweigen im Walde" hat hier weder mit dem gleichnamigen deutschen Heimatfilm von 1955 noch mit dem ihm zugrundeliegenden Ganghofer-Roman zu tun. Aber auch für den dystopisch anmutenden Ansatz, mit dem das Bühnenevent als Blick aus der Zukunft beworben wird – man stelle sich vor, wir hätten die Natur, so wie wir sie heute (noch) sehen mit Bäumen, Vögeln etc. "verloren" –, findet sich in der gesamten 75-minütigen Darbietung keinen direkten Hinweis.


Kaserne Basel

Raum der Glaubens-Möglichkeiten

von Claude Bühler

Mariastein, 20. März 2014. Ohne Umschweife macht Matthias Breitenbach von Beginn an klar: Ich bin Schauspieler, mein Auftrag hier ist nicht höherer Art, sondern profan: Für die Performance heute Abend werde ich bezahlt. Ich werde dazu meinen Körper und meine Ausstrahlung nutzen. Es gehe hier um eine Fiktion.


Kaserne Basel

Ein Geselle aus dem Luftballonshop

von Annette Hoffmann

Basel, 9. Januar 2013. Solange noch geschnauft wird, ist es nicht zu spät. Da mag der Tod auch schon über die Schulter schauen. Im Rossstall der Kaserne Basel wird heftig geschnauft, als Beatrice Fleischlin, Anja Meser und Marlen Oberholzer die Bühne betreten, das Geräusch kommt vom Akkordeon, das Fleischlin tonlos bedient. Als Kind, so erzählt sie später, sei immer kurz vorm Einschlafen die Angst vorm Tod auf sie niedergegangen. Damals habe sie gedacht, es wäre doch schön, vor dem Schlafengehen mit Freunden Musik zu machen und sich auf der Bühne zu verausgaben. Denn dann, so die kindliche Logik, könnte sie gar nicht erst kommen, die Todesangst.


Kaserne Basel

altIn der Gottesmaschine

von Annette Hoffmann

Basel, 9. Februar 2012. Physiker sind Menschen, die sich morgens am Küchentisch fragen, woher das Universum kommt, ob es genau so sein muss und ob einen Urknall und gut 13 Millionen Jahre später, wieder jemand morgens am Küchentisch sitzt und sich diese Fragen stellt. Eine müßige Angelegenheit? Alles eine Frage der Perspektive.
Es kann einem wirklich etwas schwindelig werden bei der neuesten Produktion der Basler CapriConnection "Der Urknall oder Die Suche nach dem Gottesteilchen", die jetzt in der Kaserne uraufgeführt wurde.


Kaserne Basel
alt

Der Mensch, das sich selbst re-programmierende Wesen

von Andreas Klaeui

Basel, 25. Februar 2011. Ich ist ein anderer. Nämlich jener Bioautomat, der immer schon den Bruchteil einer Sekunde vor Ihnen da ist. Es ist unausweichlich, und wie beim Hasen und dem Igel. "Ich heiße Malte und ich bin eine strukturdeterminierte Maschine." Im leichten Joggingschritt traben Malte Scholz, Beatrice Fleischlin und Jesse Inman über die Bühne, Diagonalen im lockeren Laufschritt, und die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Bewegung, frohes Wedeln, primatenhaftes Durchhängen, gestreckter Galopp – was wollen sie uns sagen? Zeigen sie Evolutionsstufen? Emotionen? Gar einen Alterungsprozess? Oder sind es frei gebündelte Stränge und Synapsen? Eine Recherche über das Gehirn und über Kommunikationsprozesse verspricht Beatrice Fleischlin mit so gewinnendem wie verdächtigem Lächeln. "Was befindet sich hinter meinem Gesicht?"


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