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archiv » Rheinisches Landestheater Neuss (7)
Rheinisches Landestheater Neuss

Menschmaschine im Räderwerk

von Friederike Felbeck

Neuss, 18. März 2017. Die Besetzungsliste liest sich zunächst wie ein Phantomschmerz. Franziska Gramms, Schauspielerin und Regisseurin, ihr Team mit u.a. Kostümbildner Andy Besuch und Musiker Nikolai Meinhold, haben sich nach zwei Dritteln der Strecke kurz vor der Premiere aus der Produktion verabschiedet, lediglich auf ihre ursprüngliche Konzeption wird noch verwiesen. Die seit 2014 am Rheinischen Landestheater Neuss tätige Regieassistentin Nicole Erbe übernimmt.


Rheinisches Landestheater Neuss

Zuhause ist es doch am schönsten

von Friederike Felbeck

Neuss, 4. März 2016. Nun hat also auch Neuss seinen Chor. Laienchöre sind eine sorgsam hochgezüchtete Zimmerpflanze, je nach Blickwinkel auch ein unangenehmes Unkraut oder sogar eine fleischfressende Pflanze, deren Triebe die deutsche Theaterlandschaft überwuchern.


Rheinisches Landestheater Neuss

Liebes-Aus im Motel Paradise

von Friederike Felbeck

Neuss, 8. Januar 2016. Dieser Mann hat Probleme: auf der Flucht vor einem Vater, dem er die Tochter entführt hat, versteckt er sich mit seiner jungen Freundin seit 9 ½ Wochen in einem zwielichtigen Motel. Eine unfein abgelegte Geliebte ist hinter ihm her und – das macht es besonders schwer – sie hat eine kleine hübsche Tochter von ihm. Seine neue Flamme, ein bisschen konservativ, will dazu um jeden Preis geheiratet werden. Das kann nicht gut ausgehen. "Wie weit ist es noch?", möchte man fragen, wenn sich das Setting des Abends vor dem Zuschauerauge aufblättert. Aber dass dann doch alles ganz anders kommt, ist der Verdienst eines jungen Regisseurs, der sich einfach nicht damit zufrieden geben mag, dass alles schon immer so war. Bei Lessing. Den Sampsons.


Rheinisches Landestheater Neuss

Gierige Opportunisten

von Friederike Felbeck

Neuss, 7. März 2015. Sechs gleiche Türen und vergoldete Hirschgeweihe, ein üppiges Landschaftsbild mit Tapetentür und im Zentrum ein hellgrüner Tresen, der sich wie ein Karussell um seine eigene Achse dreht. Nach und nach tritt das skurrile Personal dieses schrägen Hotels in Erscheinung: da ist Max, der Kellner, ehemals Künstler, Karl der Chauffeur, ehemals Plantagenbesitzer und Totschläger, und da ist Hotelbesitzer und Pleitegeier Strasser, der – nomen est omen – einmal ein Hoffnungsträger des deutschen Films war.


Rheinisches Landestheater Neuss

Für Schwarzbrotliebhaber

von Martin Krumbholz

Neuss, den 25. April 2014. "Ich bin der Geist, der stets verneint, und das zu Recht..." So steht es zu Beginn auf dem Gazevorhang zu lesen, hinter dem drei Schauspielerinnen den Prolog zu Ewald Palmetshofers "faust hat hunger und verschluckt sich an einer grete" sprechen. In dem 2010 entstandenen Stück mit dem schönen Titel, das ein zentrales Motiv aus Goethes "Faust" nimmt und herausvergrößert: das maßlose Begehren nach Glück in einer fatal begrenzten Welt – in diesem modernen Faust-Stück für sechs Personen ist Mephisto ein Teil Fausts: der verneinende Teil. Faust, der einsame DJ hinter seinem Laptop, ist die Spießer in seinem Milieu leid und sucht sein Glück in Afrika, in "Krisengebieten". Seine Partnerin, das zur Grete vergrößerte Gretchen, geht dabei samt ihrem Kind zuschanden, verreckt in einem Wald. In ihrem eigenen, ihrem heimischen Krisengebiet.


Rheinisches Landestheater Neuss

Präzise und scharf

von Regine Müller

Neuss, 11. Mai 2013. Was für ein vertracktes Stück! In Shakespeares "Kaufmann von Venedig" sind weltanschauliche, politische, religiöse und finanzielle Konflikte derart untrennbar mit persönlichen Schicksalen verklammert, dass der Stoff gleich für mehrere Tragödien reichen könnte. Noch dazu hüllt Shakespeare die gedrängte Handlung ins trügerische Gewand der Komödie, was die Sache nicht gerade vereinfacht.


Rheinisches Landestheater Neuss
alt

Diese unstillbare Sehnsucht nach dem Leben

von Klaus M. Schmidt

Neuss, 26. März 2011. In Deutschland war der Film das Kinoereignis des Jahres 2004. Es hagelte Auszeichnungen für Fatih Akins "Gegen die Wand" – bei der Berlinale, beim Deutschen und beim Europäischen Filmpreis. Man muss sich also nicht wundern, dass die heftige Liebesgeschichte zweier Außenseiter inzwischen schon öfter den Weg auf die Bühne gefunden hat. Jetzt hat die junge Regisseurin Esther Hattenbach am Rheinischen Landestheater in Neuss eine eigene Textfassung inszeniert.


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