zurück zur Übersicht

archiv » Theater Duisburg (3)
Theater Duisburg

Seid ihr eigentlich glücklich?

von Sarah Heppekausen

Duisburg, 16. November 2019. Sie haben sich aufgereiht wie Zugvögel, V-förmig, auf der Stelle laufend bewegen sie sich dorthin, wo sie bessere Lebensbedingungen erwarten. "Wir brauchen keine Götter, die wir verehren dürfen. Keinen Jesus, keine Unternehmen, keine Flatrates und Heilversprechen, keinen Buddha und Allah, keine Sonderangebote und Pseudo-Vergebungen. Uns geht es gut, wenn wir beisammen sind. Niemand erklärt uns, wie wir zu sein haben", rufen sie vorwurfsvoll dem Publikum entgegen. Es sind Jugendliche, Fast-Erwachsene, die Um-die-20-Jährigen, die Autor Simon Paul Schneider in seinem Stück "Rattenkinder" für den Jugendclub des Duisburger Theaters aufbegehren lässt.


Theater Duisburg

Machtgefälle-Tausch

von Dorothea Marcus

Duisburg, 13. März 2015. Eigentlich war das Stück fast schon vergessen, wenn es nicht Regisseurin Andrea Breth vor knapp einem Jahr aus der Theater-Mottenkiste respekt- bis liebevoll auf eine pittoresk verrumpelte Bühne geholt hätte. "Der Hausmeister", jenes Stück von "einem Hausmeister und zwei Brüdern" (Harold Pinter), verschaffte zwar dem späteren Literatur-Nobelpreisträger im Jahr 1960 den Durchbruch. Heute wirkt es aber stark aus der Zeit gefallen mit seinen langen Monologen, der langsamen und recht unmotivierten Handlung, der reizarmen Fokussierung auf die schwierige Bruderbeziehung und dem Obdachlosen, der, einmal eingeladen, die Londoner Baustellenwohnung nicht wieder verlassen will.


Theater Duisburg
alt

Wenn die Tür in Schieflage gerät

von Sarah Heppekausen

Duisburg, 24. November 2011. Diese Tür spricht. Sie hat nicht viel zu sagen, außer "Die Tür geht auf. Die Tür geht zu". Aber diese so scheinbar schlichten Sätze sind schicksalsbestimmend. Hinein gehen zum Beispiel ein Mann mit Blumenstrauß, eine würdevolle alte Dame, eine Frau mit Winkekatze, zwei Teenies, ein Alkoholproblem und ein schlechter Witz. Nicht mehr hinein kommt die Frau mit den roten Schuhen. Draußen vor der Tür, das heißt in ihrem Fall, den Job, den Anschluss an eine erfolgreichere Gesellschaft und damit die Selbstachtung zu verlieren. Da hilft auch kein vorsichtiges An-die-Tür-Heranschleichen, kein Bestechen, kein Striptease. Das mag der Tür zwar gefallen, öffnen wird sie sich trotzdem nicht.


zurück zur Übersicht