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archiv » Landestheater Eisenach (4)
Landestheater Eisenach

Gott und die Welt und die Limonade

von Henryk Goldberg

Eisenach, 18. März 2017. "Nein!" schreit die Frau, "Nein!". Aber Nein heißt nicht nein. Nicht für Sapor, der als Leiter der Eingliederungseinheit bei TreeSync Widerstand gewohnt ist. TreeSync haben ihre Zentrale in Celle und immunisieren sich und die "beglückbaren" Glieder der Menschheit gegen die "Individualisierungsindustrie", gegen die "Ereignisflut", alles so was. Zu diesem Zweck wird Sapor hier einziehen bei Claudette und Klaus, bei Ivan und Yvette, ihren Kindern. Und Nein heißt auch nicht nein für Claudette, die es schreit. Zwar, Claudette ist die Chefin einer erfolgreichen Limonadenherstellerei und kennt die drei Grundprinzipien des Biolimonadenbusiness, doch sie ist auch eine dumme Nuss – wenn auch nicht so schlimm wie ihr Mann, der den Werner sich das Qualitätsmanagement der Limonadenherstellung hinter die Ohren schreiben lässt, obgleich, wie er feststellt, es nicht einfach ist, sich was hinter die Ohren zu schreiben, denn man sieht es ja nicht. Deshalb, weil sie so blöde sind, ist es eigentlich egal, was sie sagen. Und auch deshalb hat dieser Abend ein Problem.


Landestheater Eisenach

Der Kampf der Wirklichkeiten

von Henryk Goldberg

Eisenach, 9. April 2016. Die Frau kommt zögernd nach vorn, wie tastend. Sie geht langsam vorbei an der Gartenlaube und an dem Gartenzwerg, und sie ist eigentlich keine Frau, und weiß ist sie auch nicht. Nicht der weiße Neger Wumbaba, nur ein "schwarzer Neger aus Somalia", diplomierter Hochschulpirat. Das ist alles nur Oberfläche, das mit dem Schwarzen und dem Weißen, wenigstens im Theater. Und das mit der Finsternis und dem Grauen auch, wenigstens im Buch und im Kino. Und darüber hat Wolfram Lotz ein merkwürdiges, intelligentes und witziges Stück geschrieben. Ein Stück, das immer mal wieder vom Elend dieser Welt hier und da erzählt – Somalia, Afghanistan, Jugoslawien – aber vor allem erzählt es davon, wie man davon erzählt.


Landestheater Eisenach

Geizig, giftig, gut

von Frauke Adrians

Eisenach, 4. Oktober 2014. "Der Geizige" mit Heinz Rennhack in der Titelrolle auf einer ostdeutschen Bühne: Das ist ein fast sicherer Renner. Da braucht sich die Regie gar keine besondere Mühe mehr zu geben; der Promi-Faktor richtet's von allein. Oder?


Landestheater Eisenach

Weil er noch röchelte

von Christian Baron

Eisenach, 26. Juni 2013. In der moralisch aufgeladenen massenmedialen Meinungsmaschinerie gibt es zwischen dem "Pfad der Tugend" und der "Achse des Bösen" oft keinen Zwischenraum. Die größte Schwachstelle dieser Sicht kommt immer dann zum Vorschein, wenn eine brutale Straftat bekannt wird. Wie im Jahr 2002, als drei rechtsextreme Jugendliche im brandenburgischen Potzlow einen Sechzehnjährigen ermordeten.


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