Fingerspitzengefühl

Bern, 20. April 2019. Myriam Prongué, langjährige Co-Leiterin des Schlachthaus Bern und Theaterverantwortliche bei Pro Helvetia, ist tot. Wie Der Bund meldet, starb sie am vergangenen Donnerstag nach schwerer Krankheit.

1960 in La Neuveville geboren, studierte Prongué an der Universität Bern Slawistik, Russisch und Geschichte, lernte Polnisch und Tschechisch und baute für Pro Helvetia das Büro in Krakau auf, das sie bis 2001 leitete. Nach einer Stelle bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe bewarb sie sich 2003 beim Schlachthaus-Theater, wo sie zusammen mit wechselnden Koleitungen bis 2014 das Gesicht des Hauses prägte, heute der wichtigste Produktionsort der freien Berner Theaterszene. "Prongué bewies im Umgang mit den Gruppen Fingerspitzengefühl; sie verglich die Entstehung einer Aufführung einst mit einem Mikado: 'So eine Inszenierung ist eine fragile Sache, bewegt man ein Stäbchen, stürzt unter Umständen das ganze Gebilde ein'", so der Bund.

Neben ihrer Leitungstätigkeit war sie auch Jurymitglied des Schweizer Theaterpreises und saß dem Vorstand des Festivals Belluard Bollwerk International in Fribourg (2008-2013) vor. Seit 2014 leitete sie die Theaterförderung bei Pro Helvetia.

(Der Bund / geka)

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