20. September 2017: Herbert Fritsch lässt in Berlin den Zeppelin steigen

Zwar voller Verve und Komik, aber unrund, ja geradezu konisch außer Form, fanden die Kritiker*innen Herbert Fritschs Schaubühnen-Debüt. Wir eigneten uns das dadaistisch Ungefähre lustvoll an.

19. September 2017: In Hamburg serviert Karin Beier Tartare Noir

Die Kritiker*innen graust's vor Geistlosigkeit oder zumindest Erkenntnisarmut. Wir versuchen zu verstehen.

19. September 2017: Grootbooms Die Nacht von St. Valentin am Schauspielhaus HH

Die erste Radiokritik vermisst das Abgründige in Die Nacht von St. Valentin des südafrikanischen Autors und Regisseurs Mpumelelo Paul Grootboom. Wir wir auch.

19. September 2017: Enrico Lübbes Kasimir und Karoline in Leipzig

Die Sprache, die Bühne, die Schauspieler kommen gut zusammen in Enrico Lübbes Inszenierung, so die lokalen Kritiker. Auch wir sahen in die Verzweiflung gesteigerte melancholische Stimmung.

19. September 2017: Bettina Bruiniers Nathan-Variation zum Auftakt in Saarbrücken

Einen gelungenen Einstand sah die lokale Kritik. Den wir nur teils gelungen fanden.

18. September 2017: Ulrich Rasche gibt Woyzeck in Basel einen Dreh

Überwiegend berauscht fühlen sich die Kritiker*innen, die Ulrich Rasches eigenwillige "Woyzeck"-Inszenierung ebenso fasziniert wie mit leisen Fragezeichen hinterlässt. Wir fanden, sie dreht sich im Leeren.

18. September 2017: Koltès In der Einsamkeit der Baumwollfelder in Hamburg

Klug konzipiert findet eine erste Hamburger Kritik diesen Abend von Christiane Jatahy. Klug und radikal finden wir ihn.

18. September 2017: Alia Luques strenger Büchner Dantons Tod ins St. Pölten

Die Hauptstadtpresse würdigt diesen Büchner-Abend vor den Toren Wiens als kühl. Uns ließ er kalt.

18. September 2017: Fatma Aydemirs Romanstoff Ellbogen in Düsseldorf

Etwas zu brav mutet diese Adaption einer post-migrantischen Milieustudie durch Jan Gehler zwei von drei NRW-Kritiker*innen an. Wir sahen ein Theater ohne Mätzchen.

18. September 2017: Yael Ronen mit Roma Armee am Berliner Gorki-Theater

Die Kolleg*innen sind vom neuen Ronen-Abend angetan – mit Einschränkungen. In der taz gibt's heute einen herben Verriss. Wir ließen uns mitreißen.

18. September 2017: Tina Lanik mit Die Dreigroschenoper in Zürich

Nicht alles sei Brecht, was unter seiner Flagge segle, und nicht alles mitreißend, finden die Kritiker*innen. Wir aber meinen, dem epischen Humoristen hätte dieser Abend gefallen.

16. September 2017: In Bern zeigt Cihan Inan Kleists Penthesilea

Stilbrüchig trotz schlackenloser Textfassung wirkt die Inszenierung auf eine erste Kritikerin. Unentschieden fanden’s auch wir.

15. September 2017: Bonnopoly von Ulf Schmidt und Volker Lösch in Bonn

Die Kolleg*innen goutieren die aufklärerische Inszenierung größtenteils. Wir sahen einen wichtigen Abend mit Vorbildcharakter.

14. September 2017: Ein Sommernachtstraum von Leander Haußmann in Wien

Die meisten Zeitungskollegen, wenn auch nicht alle, sind begeistert von diesem ausufernden Shakespeare im Burgtheater, in dem wir banalen Blödsinn und glorreiche Momente sahen.

14. September 2017: Thomas Köcks paradies fluten am Burgtheater Wien

Die Kollegen hätten sich mehr Konzentration gewünscht in der Robert Borgmanns Österreichischer Erstaufführung. Wir betrachteten minuziöse Kleinarbeit.

14. September 2017: König Lear in Koblenz

Die Rhein-Zeitung ist nicht glücklich über John von Düffels Neufassung des Lear. Uns war Markus Dietzes Inszenierung etwas zu heiß.

13. September 2017: Thomas Hoffmanns Stück Ich, Uta in Naumburg

Die regionalen Medien loben die Inszenierung von Stefan Neugebauer in den höchsten Tönen. Wir sahen sie auf halber Strecke verenden.

13. September 2017: Fous de danse – Chris Dercon eröffnet die Berliner Volksbühne

Die Kolleg*innen verhalten sich mehr oder weniger abwartend zum zehnstündigen Mitmach-Tanzspektakel auf dem Tempelhofer Feld in Berlin; wir sahen durchaus Gelungenes, aber nichts Neues.

12. September 2017: Stefan Pucher mit Tartuffe am Thalia Hamburg

Die Kollegen*innen schreiben den Abend ab. Wir fanden ihn "eskapistisch bieder".

11. September 2017: Ein Sommernachtstraum von Leander Haußmann in Wien

Die ersten Zeitungskollegen sind begeistert von diesem ausufernden Shakespeare im Burgtheater, in dem wir banalen Blödsinn und glorreiche Momente sahen.

11. September 2017: Luk Percevals Abschluss seiner Zola-Trilogie Hunger

Den Kolleg*innen von der Zeitung war der Abend zu disparat, während die Kritiker*innen vom Radio in Hunger den stärksten der drei Teile von Luk Percevals Zola-Trilogie sahen. So wie auch wir.

11. September 2017: Iphigenie in Aulis / Occident Express am Volkstheater Wien

Die Kolleg*innen hadern mit der Dramaturgie des zweigeteilten Abends von Anna Badora. Für uns ging das Konzept auf.

4. September 2017: Das heilige Experiment von Fritz Hochwälder in Solothurn

Die regionalen Kollegen urteilen begeistert mit ganz minimalen Einwänden. Wir waren von den Socken.

4. September 2017: Antigone im Theater der Altmark in Stendal

Die regionalen Kolleginnen waren angetan, wir waren etwas verhaltener.

4. September 2017: Spieltriebe 7 in Osnabrück

Die Osnabrücker Kolleginnen geben eher atmosphärische Eindrücke und Gesamteinschätzungen. Wir sahen unterschiedlich gelungene Arbeiten.

4. September 2017: 1984 nach George Orwell am Ernst Deutsch Theater Hamburg

Die regionalen Kolleg*innen urteilen mehr oder weniger wohlwollend – wir sahen klischeehafte Figuren und wähnten uns gelegentlich in einem schlechten Fernsehspiel.

1. September 2017: Unwanted von Dorothée Munyaneza bei Tanz im August Berlin

Die Zeitungskolleginnen sind sehr beeindruckt von dieser Arbeit über sexuelle Gewalt während des Genozids in Ruanda – wir, mit leichten Einschränkungen, auch.

31. August 2017: Die Revolution und ihre Enkel beim Kunstfest Weimar

Was war die DDR? Dieser Frage versucht dieses dokumentarische Projekt sich intergenerationell zu nähern – und scheitert, findet der Radiokritiker. Versucht noch nicht einmal etwas, fanden wir.

31. August 2017: Kein Licht. von Jelinek / Stemann / Manoury bei der Ruhrtriennale

Klug und bildmächtig fanden es manche Kolleg*innen, andere sahen – wie wir – eher eine Kapitulation mit mehr oder weniger Einfallsreichtum.

31. August 2017: Malalai, eine Jungfrau von Orleans-Variation beim Kunstfest Weimar

Sehr eindrucksvoll finden die Kollegen die Inszenierung, sehr beeindruckt waren auch wir.

29. August 2017: Caligula von Albert Camus am Staatstheater Darmstadt

Verschenkt trotz gutem Ansatz befindet die regionale Kritik über Christoph Mehlers Inszenierung. Wir sahen das ähnlich.

25. August 2017: Utøya von Edoardo Erba in Oldenburg

Die Radio- und Zeitungskritik ist angetan von dieser deutschsprachigen Erstaufführung des Oldenburger Schauspielchefs Peter Hailer – wir waren not amused.

24. August 2017: Simon Stone mit Aribert Reimanns Lear bei den Salzburger Festspielen

Die Kritiker*innen überschlagen sich – mit einer Ausnahme – vor Begeisterung. Wir waren unter den Begeisterten.

22. August 2017: Die Friederike-Mayröcker Uraufführung OPER! in Semmering

Die österreichische Kritik verneigt sich vor der 92jährigen Friederike Mayröcker und ihrem jüngsten Werk. Von Otto Brusattis Uraufführung beim Kultursommer Semmering ist sie weniger begeistert. So wie wir.

22. August 2017: Annie Dorsen mit The Great Outdoors in Hamburg

Die Kritik vor Ort verreißt diese performative Auseinandersetzung mit Internetkommentaren als schwächste Produktion beim Internationalen Sommerfest auf Kampnagel. Wir waren nicht so rigoros.

21. August 2017: Athina Rachel Tsangari mit  Lulu bei den Salzburger Festspielen

Die Meinungen der Kritiker*innen sind gespalten bis not amused über diese Wedekind-Inszenierung, so wie wir. Heute senkt auch die FAZ den Daumen über das Theaterdebüt der Filmregisseurin Athina Rachel Tsangaris.

19. August 2017: Kasimir und Karoline von 600 Highwaymen in Salzburg

Die Kritiker*innen, uneins, vergleichen die Inszenierung entweder einverstanden mit der Arbeit der "Bürgerbühnen" – oder sehr gereizt mit Laientheater. Wir sahen einen papiernen Krampf.

15. August 2017: Josef Hader und Alfred Dorfers Stück Indien in Hannover

Lars-Ole Walburgs Inszenierung spaltet die Kollegen. Bei uns kam keine Pointe an.

14. August 2017: Tania Bruguera zeigt Endgame in Hamburg

Kritiker sind im Großen und Ganzen angetan von Tania Brugueras Inszenierung von Becketts Endgame beim Sommerfestival auf Kampnagel. Wie wir.

12. August 2017: Mario Wurmitzers Werbung Liebe Zuckerwatte in Reichenau

Eine Stimme ist wesentlich für Anna Maria Krassniggs Uraufführung von Mario Wurmitzers Horváth-Variation Werbung Liebe Zuckerwatte in Reichenau, eine andere hat Bedenken. So wie wir.

11. August 2017: William Kentridge mit Wozzeck bei den Salzburger Festspielen

Einen starken szenischen Eindruck macht William Kentridges Wozzeck-Inszenierung auf die ersten Kritiker-Stimmen. Gekonnt bis ins Detail, schreibt einer. Wir waren auch begeistert.

9. August 2017: Am Ende eines kleinen Dorfes am Thalhof in Reichenau

Anna Maria Krassniggs Bearbeitung einer Novelle von Ebner Eschenbach kommt bei den Kolleg*innen gut an. So wie auch bei uns.

8. August 2017: Anna Netrebko als Aida bei den Salzburger Festspielen

Das Gros der Kolleg*innen lobt Riccardo Mutis Dirigat und wundert sich über Shirin Neshats Inszenierung. Wir spekulieren über die Gründe für die Buh-Rufe.

7. August 2017: Glut bei den Wormser Nibelungenfestspielen

Weder Albert Ostermaiers Stück noch Nuran David Calis' Inszenierung können die Kritiker*innen überzeugen. Wir glauben: So kann es mit den Festspielen nicht weitergehen.

1. August 2017: Der Theatermacher von Michael Lerchenberg in Wunsiedel

Die Premiere von Michael Lerchenbergs selbstgespieltem Intendanz-Abschied aus Wunsiedel mit Thomas Bernhard ist schon fast drei Wochen her, nun kommt eine Zeitungskritik, die es geschmackvoll fand. Wir sahen teilweise Grandioses.

1. August 2017: Vinge/Müller eröffnen das Nationaltheater Reinickendorf in Berlin

Freudig angeregt wirken die meisten Kolleg*innen ob des Wiedersehens mit Vinge/Müller, die Berliner Zeitung erstattet seriell Bericht, und die taz berichtet vom kurzen Finale – hier ist unser Doppelbericht von "Opening" und Premiere.

31. Juli 2017: Karin Henkel inszeniert Rose Bernd bei den Salzburger Festspielen

Die Kolleg*innen bejubeln Lina Beckmann in der Titelrolle und großenteils auch Karin Henkels Inszenierung des Hauptmann-Stücks – auch uns zog die Sache in ihren Bann.

31. Juli 2017: Harold Pinters Die Geburtstagsfeier von Andrea Breth in Salzburg inszeniert

"Ebenso ziseliert wie dröge", "rätselhaft, hintergründig und brutal" – gemischt fallen die Kritiker*innen-Reaktionen aus. Wir waren verhalten angetan.

28. Juli 2017: Simon Stone mit Ibsen Huis in Avignon

Die französischen Medien sind überwiegend angetan von Simon Stones Ibsen-Potpourri. So wie wir.

27. Juli 2017: Barrie Kosky inszeniert Die Meistersinger von Nürnberg in Bayreuth

Wer sich daran erfreuen kann, wenn Kritiker*innen uneins sind, der kommt in Bayreuth auf seine Kosten. Buh oder Bravo? Wir fanden: Koskys Plan geht auf.

27. Juli 2017: Avoiding deLIFEath von Ivo Dimchev bei ImPulsTanz Wien

Irritierend und erhellend fand eine erste Printkritik Dimchevs Show. Wir sahen ein Faszinosum.

23. Juli 2017: Jan Fabres Belgian Rules / Belgium Rules in Wien

Die Presse fühlt sich – mit Ausnahmen – produktiv erschüttert von diesem Zitat- und Bilderreigen zur belgischen Geschichte und Gegenwart. Wir sahen Plattitüden in überwältigender Dramaturgie.

20. Juli 2017: Fassbinder, Faust and the Animists am Berliner HAU

Die Kolleg*innen bejubeln Michael Laubs Abend. Wir staunten über so wenig Erstaunliches.

17. Juli 2017: Grensgeval (Borderline) von Guy Cassiers und Maud le Pladec in Avignon

Die französische Presse lobt die Schauspieler*innen dieser Jelinek-Adaption, uns war es zu grob, trotzdem ein Weckruf.

14. Juli 2017: The Pose von Constanza Macras in der Akademie der Künste Berlin

Eine atmosphärische Feier der Diversität ohne beträchtlichen Erkenntnis-Gewinn sahen die Kolleginnen in dieser Selfie-Zeitalter-Studie – sahen auch wir.

13. Juli 2017: Returning to Reims – Eribon/Ostermeier/Hoss in Manchester

Durchmischt sind die zahlreichen Reaktionen, freundlicher die britischen als die deutschen (sämtliche überregionalen Medien haben Korrespondent*innen nach Manchester entsandt) – wir sehen die biografisches-Essay-Verfilmungs-Vertheaterung – aus britischer Perspektive – so.

4. Juli 2017: Bernadette Sonnenbichler als Gastregisseurin beim Steppenwolf in Heidelberg

Die Kollegen von Rhein und Neckar sind ziemlich angetan, einer von ihnen sogar sehr. Wir waren animiert und guter Dinge zuletzt. 

4. Juli 2017: Hans-Werner Kroesinger und Regine Dura sehen Nowhere out in Karlsruhe

Die Kolleg*innen haben Einwände, und gar nicht einmal knapp, wir waren ein bisserl ergriffen.

4. Juli 2017: Mateja Koležnik inszeniert Tartuffe am Residenztheater München

Die Kolleg*innen loben den Abend ausgiebig. Auch wir sahen einen starken Abend.

3. Juli 2017: Die Immersions-Schau Limits of Knowing der Berliner Festspiele

Unschlüssig gegenüber dem Gesamt-Progamm, im Einzelnen angetan sind die Kolleg*innen. Ambivalent fanden's auch wir.

3. Juli 2017: Die Konferenz der Tiere im Leipziger Zoo aufgeführt

Die FAZ sah in Roscha A. Säidows Adaption von Kästners Werk eine "farbenfrohe Parabel". Wir waren enttäuscht.

3. Juli 2017: Das kainkollektiv mit Hagar am Schauspielhaus Bochum

Zwei Kollegen sahen den Abend. Ihr Fazit könnte kaum unterschiedlicher ausfallen. Wir staunen über einen an Ideen und Eindrücken überreichen Abend.

29. Juni 2017: Scholl 2017 vom Zentrum für politische Schönheit in München

Die ersten Kritiken gehen meinungsmäßig auseinander. Hier unser Bericht.

28. Juni 2017: Oliver Frljićs Second Exile bei den Schillertagen Mannheim

Die Zeitungs- und Radio-Kritik wirft zwiespältige Blicke auf das neue Heftigkeits-Opus von Oliver Frljić, heute findet der überregionale Zeitungskollege einige Stärke darin – wie auch wir.

28. Juni 2017: Christoph Marthalers Tiefer Schweb an den Münchner Kammerspielen

Mit einer Ausnahme, die aber auch wunderbare Szenen sieht, ist die Kritik gänzlich hingerissen, uns eingeschlossen.

28. Juni 2017: Ersan Mondtags Das Erbe an den Münchner Kammerspielen

Die Meinungen der Kolleg*innen schwanken zwischen "ärgerlich" und "sehr klug". Wir erkannten "eine gewisse Originalität".

27. Juni 2017: Signa eröffnen die Schillertage Mannheim mit Das Heuvolk

Die Zeitungskollegen sind beeindruckt beziehungsweise immergiert von Signas neuer Installation – in der wir "ein Medley vieler bekannter Signa-Zutaten" sahen.

27. Juni 2017:Lange Nacht der Autor*innen am Deutschen Theater Berlin

Die Kollegen haben unterschiedliche Favoriten und sind zurückhaltend in der Gesamtwertung. Wir sahen einen insgesamt starken Jahrgang.

26. Juni 2017: Wallenstein in Coburg

Ziemlich begeistert sind die lokalen Stimmen von Torsten Schillings Schiller-Inszenierung. Wir sahen einen knallharten Politthriller.

25. Juni 2017: Demetrius nach Friedrich Schiller bei den Mannheimer Schillertagen

Die Kollegen beschreiben die Inszenierung  von Tobias Rausch als "kompakt" und "pointiert", aber auch "etwas zu ambitioniert". Wir sahen eine Klamotte.

23. Juni 2017: Evgeny Titovs intensive Hexenjagd in Düsseldorf

Die Kolleg*innen sind sehr angetan, bei uns wurde zurückhaltend zugestimmt.

20. Juni 2017: Nachlass von Rimini Protokoll in Dresden

Positiv und leicht ergriffen nimmt die sächsische Kritik diese szenische Installation zum Thema Tod am Staasschauspiel auf. Die auch uns nicht kalt gelassen hat.

20. Juni 2017: Jan-Christoph Gockels Mainzer Mamutadaption Meister und Margarita

Die Kritiker vor Ort sind begeistert von diesem Bulgakow-Marathon. Wir auch.

19. Juni 2017: Es begab sich aber zu der Zeit von Thomas Jonigk in Wiesbaden

"Ach Gott", sagt achselzuckend die Kritikerin vor Ort zu Thomas Jonigks von ihm selbst inszeniertem Religionsexkurs. Uns gings ganz ähnlich.

19. Juni 2017: Pussy Riots von Magz Barrawasser in Essen

Hochzufrieden berichtet eine erste Stimme vor Ort von dem Abend. Den wir auch mochten, mit Einschränkungen allerdings.

17. Juni 2017: Lady Eats Apple vom Back to Back Theatre in Hamburg und Wien

Solide mit bewundernswerten Darstellern findet es die eine, berührend minimalistisch die andere Zeitungskritikerin. Nach dem Gastspiel bei den Wiener Festwochen kommt noch eine angetane Stimme dazu. Wir sahen ein großes Kunststück gelingen.

16. Juni 2017: Jan Bosse mit Arsen und Spitzenhäubchen in Stuttgart

Die Kolleg*innen sind geteilter Meinung. Wir nicht so zufrieden.

16. Juni 2017: Mare Nostrum der Mexikanerin Laura Uribe bei Theaterformen

Nur halb überzeugt sind die Kritiker von Mare Nostrum beim Festival Theaterformen in Hannover. Im Gegensatz zu uns.

16. Juni 2017: Brett Baileys Sanctuary bei Theater der Welt

Die Zeitungskritikerinnen ließen sich berühren. Auch wir waren beeindruckt.

16. Juni 2017: Katja Brunners Ich schlief mit Gott am Staatstheater Mainz uraufgeführt

Eine Kritikerin lobt Marco Štormans Uraufführung als "lyrisch, witzig, respektlos", zwei andere sind genervt. Wir vermissen Tiefe.

16. Juni 2017: Tanz aus Afrika beim Festival Theaterformen in Hannover

Gegensätzlich haben die Kritiker vor Ort die beiden afrikanischen Gastspiele am Eröffnungswochenende der Theaterformen wahrgenommen. Wir sahen starke Bilder.

14. Juni 2017Hochzeit von Elias Canetti bei den Ruhrfestspielen

Die Kolleg*innen sind begeistert vom Bühnenbild, Andreas Kriegenburgs Inszenierung kommt dagegen schlecht weg. Für uns war sie eine Qual.

14. Juni 2017: Handkes Die Stunde da wir ... am Staatschauspiel Dresden

Die Kolleg*innen finden, die Bürgerbühne habe dem von PEGIDA diskreditierten Theaterplatz seine Würde zurückgegeben. Auch wir verstehen die Arbeit unter Leitung Uli Jäckles als Umwidmung.

14. Juni 2017: Wiedergewonnenes beim Bremerhavener Festival Odyssee Europa

Ein Lokalkritiker beschreibt den Abend von Ludomir Franczak als "stille, nachdenkliche Performance". Wir stimmen zu.

12. Juni 2017: René Pollesch mit Dark Star als letzter Premiere der Castorf-Volksbühne

Die Kolleg*innen schwelgen zwischen Enttäuschung und Wehmut. Wir meinen, das war ein "heiterer, großer Höhenflug".

12. Juni 2017: Traiskirchen bei den Wiener Festwochen

Die Kolleg*innen reagieren auf die Produktion der Gruppe "Die schweigende Mehrheit sagt JA" teils mit Jubel, teils mit Skepsis. Wir fühlten uns wie Eltern, die Kritzeleien des Kindes an die Kühlschranktür hängen müssen.

12. Juni 2017: Ivo van Hove mit Blick von der Brücke bei Theater der Welt in Hamburg

Ivo van Hoves Pariser Inszenierung eines Arthur-Miller-Dramas vermag einen Teil der Kritikerzunft förmlich zu begeistern. Den anderen Teil bilden wir.

12. Juni 2017: Ewa Teilmans gibt Houellebecqs Unterwerfung in Aachen chorisch

Eine erste Printstimme lobt die Absicht der Inszenierung und ist doch verstimmt. Uns ging es ähnlich.

10. Juni 2017: Burning Doors vom Belarus Free Theatre bei "Theater der Welt"

Eine Hamburger Zeitung fand die Aufführung, bei der immerhin ein Mitglied von Pussy Riot auf der Bühne stand, wuchtig. Die FAZ findet sie anrührend und komisch. Wir fanden sie vor allem schwer zu beurteilen.

10. Juni 2017: Ein Fest für Atatürk am Staatstheater Nürnberg

Das Stück habe seine Momente, komme im Grunde aber zu aufgeblasen daher, findet eine Radiostimme. Das sahen wir ähnlich.

8. Juni 2017: Tian Gebings 500 Meters bei "Theater der Welt" in Hamburg

Endlos lang wurden diese zwei Stunden dem Kollegen von der "Süddeutschen Zeitung". In der "Zeit" sieht man's heute freundlicher. Uns hielt der Abend bei der Stange.

8. Juni 2017: Marius von Mayenburgs Peng an der Berliner Schaubühne

Die Kritiker*innen sind mehr oder weniger bereit, einzelne Nummern, die Schauspieler*innen, besonders den Hauptdarsteller Sebastian Schwarz zu goutieren, das Stück kommt ihnen zu schmal vor. Uns ging es ziemlich ähnlich.

7. Juni 2017: Joël Pommerats Kreise / Visionen am Residenztheater München

Die Kolleg*innen sind teils angetan von Tina Laniks Inszenierung. Wir fanden den Abend handwerklich solide und "leidlich lustig".

7. Juni 2017: Jonathan Meeses Mondparsifal Alpha 1-8 in Wien

Die Kolleg*innen sind zu großen Teilen beeindruckt von Meeses Bilderassoziationsflut. Auch wir konnten uns der Überwältigungsästhetik nicht entziehen.

6. Juni 2017: Jennifer Haleys Die Netzwelt in Oldenburg

Die Kolleg*innen sind angetan, dass das Stück, obwohl es nach Ethik fragt, spannend ist und kurzweilig. Wir hatten eher mehr zu kritisieren.

6. Juni 2017: Das Rechercheprojekt Nach Manila am Schauspiel Dortmund

Die Kritiker*innen sind ganz beeindruckt, ein bisschen pflichtschuldigst beeindruckt, kommt es einem bei der Lektüre vor. Wir fanden die Sache sehr lohnend.

6. Juni 2017: Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit in Bielefeld

Die eine Kritikerin ist grundsätzlich nicht einverstanden mit dem leichten Abend zum Weglachen, die andere findet ihn "berührend". Wir fanden es toll.

6. Juni 2017: Elia Redigers Oh Boyoma am Konzert Theater Bern

Die Kritikerinnen sind impressioniert vom Musiktheaterspiel, wenn sie auch nicht ganz genau wissen, wozu sie von Elia Rediger inhaltlich eigentlich gebeten worden waren. Wir waren auch etwas verunsichert von der Überfülle des Materials.

6. Juni 2017: Alfred Döblins Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine in Regensburg

Die Kritiker sind uneins, teil begeistert, teils kritisch. Wir neigten eher zu den Begeisterten.

3. Juni 2017: Ein schwaches Herz – Frank Castorfs Abschied von der Volksbühne

Teils wehmütig schreiben die Kritiker*innen über Castorfs Dostojewski-Adaption – seine letzte Inszenierung am Haus. Wir sahen ein adäquates Ende seiner Ära.

3. Juni 2017: Die selbsternannte Aristokratie bei den Wiener Festwochen

Teils ablehnend, teil interessiert zustimmend schreiben die Kritiker*innen über die neueste Arbeit von Monika Gintersdorfers Truppe La Fleur. Wir sahen einen verzichtbaren Abend.

2. Juni 2017: Obsession mit Jude Law bei den Wiener Festwochen

Gegen Jude Law haben die Kritiker*innen wenig einzuwenden – im Gegenteil! Die Inszenierung von Ivo van Hove jedoch stößt eher auf ennuyierte Ablehnung. Wie bei uns auch.

31. Mai 2017: Agora erdacht von Robert Misik und Milo Rau in Wien

Gewitzt oder ermüdend? Gemischte Meinungen unter den ersten Reaktionen auf Milo Raus Agora am Schauspielhaus Wien. Wir fandens erkenntnisreich.

31. Mai 2017: Valentin von Herbert Fritsch im Hamburger Schauspielhaus

Eher unamüsiert reagiert die Kritik auf diesen Abend nach Karl Valentin, den sie fast bemüht und angestrengt findet. Und der bei uns eher durchfiel.

30. Mai 2017: Nuran Davis Calis' Istanbul am Schauspiel Köln

Ratlosigkeit bleibt bei den Kritikern nach Calis' Istanbul, denn Türken, Deutsche, Erdogan-Anhänger trinken zwar gemeinsam Tee, aber es tun sich Gräben auf. Doch gerade deswegen findet der Abend heute überregional noch eine entschiedene Befürworterin. Nicht bei uns allerdings.

29. Mai 2017: Die Gabe der Kinder von Lemi Ponifasio bei "Theater der Welt"

Das Gros der Kritiker*innen fand den Abend uninspiriert und kitschig. Wir auch.

29. Mai 2017: Kornél Mundruczó inszeniert Die Weber am Thalia Hamburg

Bildstark, aber inhaltlich dünn und plakativ finden die Kritiker*innen diesen Abend. Wir sahen ein Wimmelbild mit Hang zur Drastik.

29. Mai 2017: Stefan Bachmann inszeniert Ayad Akhtars Geächtet in Köln


Die Lokalzeitungskritiker loben Stück und einer von zweien auch die Inszenierung, wir vor allem das Stück.

29. Mai 2017: Letzte Menschen von Oliver Bukowski bei den Ruhrfestspielen

Die Zeitungskritiker*innen gehen nur teilweise mit bei Axel Kraußes Uraufführung des Bukowski-Stücks über Protestkultur in Koproduktion mit dem Zimmertheater Tübingen – für uns eine "redliche Bemühung um einen sperrigen Text".

Diese und ältere Kritikenrundschauen finden Sie immer auch angehängt an die jeweilige Nachtkritik.