Viva! La Hüller! Viva! Viva!

20. Mai 2013. Wie alle Tweets von allen Dächern pfeifen, hat Sandra Hüller den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis 2012 erhalten.

Laut Ausschreibung bekommen die Auszeichnung "eine oder mehrere KünstlerInnen aus dem Kreis der zum Berliner Theatertreffen eingeladenen Ensembles" für eine "richtungsweisende, künstlerisch-innovative Leistung".

Die Jury würdigt die in Suhl geborene Schauspielerin für ihre "schauspielerisch grandiose Leistung in ihrer Rolle als verzweifeltes Fashion Victim" in Elfriede Jelineks Die Straße. Die Stadt. Der Überfall., inszeniert von Johan Simons an den Münchner Kammerspielen. Sandra Hüller hatte außerdem das Fest zum 50jährigen Bestehen des Theatertreffens moderiert.

Sätze aus der Jurybegründung:
"Als verzweifeltes Fashion Victim in 'Die Straße. Die Stadt. Der Überfall' wird Sandra Hüller zum unwiderstehlichen Role Model der Marke Jelinek. Sie entwickelt eine autarke künstlerische Position, die ein ganz eigenes Theaterereignis schafft. Jelineks beißender Spott klingt bei ihr weder aggressiv noch abgeklärt, sondern offenherzig – wie ein Staunen, als Haltung gegenüber der Welt. Hüller agiert virtuos und bleibt dabei unfassbar nahbar. Eine Menschenfreundin, eine Verzweiflungsstaunende, die das Publikum selber in Staunen versetzt. Wie sich Sandra Hüller als Jelineks Alter Ego (-Shooter) mit ihrer Textflächenfigur identifiziert und sich als solche gleichzeitig über die Schulter guckt, ist schauspielerisch grandios und in Zeiten permanenter Selbstbespiegelung sehr modern – eine künstlerische Kreation, die Maßstäbe setzt."

Verliehen wurde der 3sat-Preis in der Vergangenheit an Regisseure wie Christoph Schlingensief, Stephan Kimmig, Dimiter Gotscheff oder Nicolas Stemann, Bühnenbildner wie Katja Haß oder Olaf Altmann und Schauspielerinnen wie Annette Paulmann, Susanne Wolff oder Birgit Minichmayr.

In diesem Jahr setzt sich die preisverleihende Jury zusammen aus Vasco Boenisch (Mitglied der Theatertreffen-Jury), Yvonne Büdenhölzer (Leiterin des Theatertreffens) und Wolfgang Horn (Redakteur ZDFkultur/3sat).

(www.3sat.de / jnm)

 

Kommentar schreiben