Beiträge

The problem is on the mountain, not in the valley

by Marianna Salzmann

Rome, 11 August 2014. Il problema è a monte, non al valle. The problem is on the mountain, not in the valley. That's what is written on the yellow SOS-posters of the Teatro Valle (Valle meaning valley in Italian). Today the move took place.

Das Problem ist auf dem Berg und nicht im Tal

von Marianna Salzmann

Rom, 11. August 2014. Il problema è a monte, non al valle. Das Problem ist auf dem Berg und nicht im Tal. So steht es auf den gelben SOS-Plakaten des Teatro Valle. Valle heißt auf Italienisch auch Tal. Heute war der Auszug.

No last days

by Marianna Salzmann

Rome, August 7th 2014. It's July 35th 2014. The occupants should have left on the 31st. They didn't, they changed the calendar instead. "35 luglio" says the poster behind the display window at the door. The city's deadline to clear the theatre by August 1st has been postponed. The negotiations are in progress.

alt

Den Pfeil auf die Sterne richten

von Marcus Hladek

Rom, 17. September. Wenige Schritte nur trennen das Teatro Valle, seit Mitte Juni Teatro Valle Occupato, von der Hauptachse der Innenstadt. Die feiert westlich als Corso Vittorio Emanuele die Gründermonarchie, ehrt ostwärts als Via del Plebiscito so schroff wie plötzlich deren Absetzung und erinnert mit der "Via delle Botteghe Oscure" an Zeiten, da die alte KPI hier saß. In Süd-Nord-Richtung geht es von der Macht der Kirche, nämlich S. Andrea della Valle, an einem faschistischen Prunkbau vorbei direkt zur Via del Teatro Valle.

Ci siamo – hier sind wir

Rom, 5. Juli 2014. Grundlage für die offene Diskussion sind die folgenden Punkte, die in den Arbeitstreffen und in den Versammlungen der letzten Tage, und in Zusammenarbeit mit der Künstlergemeinschaft sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern formuliert worden sind.

alt

Ökologisches Prinzip gesucht

von Eva Löbau

Rom, 7. Juli 2011. Plötzlich steht der Sänger mitten unter uns. Seine Arie "Sposa son disprezzata" aus der Oper "Bajazet" von Antonio Vivaldi führt uns zurück zu den Anfängen dieses Theaters, das 1726 als Musikbühne begann. Damit ist die Pressekonferenz im Teatro Valle eröffnet nach 22 Tagen der Okkupation. Der Saal ist voll.

Nessun ultimo giorno

di Marianna Salzmann

Roma, 7 agosto 2014. È il 35 luglio 2014. Il 31 luglio gli occupanti sarebbero dovuti andare via. Non lo hanno fatto, hanno cambiato il calendario. "35 luglio" si legge sulla locandina appesa all'entrata del teatro. L'intimidazione delle autorità cittadine di sgomberare il teatro entro il primo agosto é stata rinviata. Le trattative sono aperte.

alt

Der Widerstand wächst

von Eva Löbau

Rom, Juni 2011. Jeden Abend gegen 20 Uhr öffnet sich zur Zeit das Tor des Teatro Valle mitten im historischen Zentrum Roms und eine Menge von Leuten strömt heraus, die man vorher hier nicht eintreten gesehen hat. Denn hinein ging's über den Bühneneingang, auf der anderen Seite des Häuserblocks, nachmittags ab halb fünf. Jetzt verstopfen diese Leute die enge, befahrene Via del Teatro Valle. Sie verstreuen sich nicht. Im Gegenteil, noch mehr kommen dazu, lungern herum, bis kurz nach neun sich das Tor wieder öffnet und den Eintretenden das Programm des Abends in die Hand gedrückt wird, das umseitig ein Flugblatt ist.

Keine letzten Tage

von Marianna Salzmann

Rom, 7. August 2014. Es ist der 35te Juli 2014. Am 31ten hätten die Besetzer*innen rausgehen sollen. Sie taten es nicht, sie änderten den Kalender. "35 luglio" sagt das Plakat im Schaufenster an der Tür. Die Forderung von der Stadt, das Theater bis zum 1sten August zu räumen, wurde verschoben. Die Verhandlungen laufen. "Sie werden uns räumen, das ist sicher", sagt Silvia Calderoni und dreht sich die nächste Zigarette. Wir sitzen auf dem Boden in der Via del Teatro Valle. Sie ist übernächtigt, letzte Nacht hat sie noch im Süden Italiens gespielt – sie kam auf direktem Weg zurück nach Rom. Jeden Moment könnte die Polizei kommen, obwohl es eine offizielle Abmachung mit den Repräsentant*innen der Stadt gibt, bis zum 10ten August zu warten. Dass die Räumung überraschend früher stattfinden kann, ist gängige Praxis überall in Europa.